Serie Laufen

Bochumer Läuferin ist bei verrückten Wettbewerben am Start

Anke Libuda von der BSG Springorum hat schon viele – teils verrückte – Läufe hinter sich.

Foto: Uli Sauer

Anke Libuda von der BSG Springorum hat schon viele – teils verrückte – Läufe hinter sich. Foto: Uli Sauer

Bochum.  Bei Lauf-Wettkämpfen handelt es sich längst nicht mehr nur um typische Zehn-Kilometer-Läufe. BSG-Sportlerin Anke Libuda kennt viele andere.

Volksläufe füllen das gesamte Jahr über den Kalender von Sportlern. Doch längst ist ein Lauf nicht mehr nur ein Lauf. Die Veranstalter überlegen sich besondere Wettkämpfe, um die Attraktivität zu steigern und somit zu einem Magnet für Läufer zu werden.

Anke Libuda ist Mitglied bei der BSG Springorum und regelmäßig auf den Beinen. Sie spult wohl die meisten Kilometer in einem Jahr für die BSG ab und hat in den vergangenen zehn Jahren einige abgewandelte und teilweise kuriose Volksläufe kennengelernt. Hier ist eine Auswahl:

24-Stunden-Rennen

Was der Titel erahnen lässt, ist Realität: Bei einem 24-Stunden-Rennen haben Läufer die Möglichkeit, genau einen Tag lang so viele Runden auf einem Kurs zu laufen, wie es nur geht. Vorstufen sind Sechs- oder Zwölf-Stunden-Rennen. „Es ist auf einer kleinen Runde ein ziemliches Gewusel, man wüsste ohne Betreuer gar nicht, an welcher Position man sich befindet“, gibt Anke Libuda zu. Neben der Ausdauer ist Taktik gefragt. „Zwischendurch muss man ja etwas essen und mal zur Toilette oder eine kurze Pause einlegen“, schildert die Läuferin.

Etappenlauf

Angelehnt an die Tour de France sind auch Läufer in Deutschland mittlerweile in Etappen unterwegs. Im Schnitt sind die Teilnehmer eine gute Woche unterwegs, jeden Tag rund 60 Kilometer. Anke Libuda hat 320 Kilometer von Berlin nach Usedom zurückgelegt, über den Fernradweg. „Es ist eine schöne Sache, wobei man genießen kann. Manche bleiben zwischendurch auch stehen und machen Fotos.“ Auf Deutschlands längster Etappe von Sylt zur Zugspitze (18 Tage, 1600 Kilometer) war sie als Streckenposten dabei.

Crosslauf/Trail-Lauf

Nicht nur im Gelände und auf unebenen Wegen sind Läufer unterwegs. Beim Crosslauf sind diese Wege noch geführt. Es kann auch mal durch den Schlamm gehen. Doch beim Trail-Lauf wird es noch extremer, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein geht. „Teilweise brauchen die Läufer Stöcke oder Seile, um einen Hügel hinaufzukommen“, merkt Anke Libuda an. Im Allgäu ging es für die 38-Jährige mal quer über eine Alm, wo sonst fast niemand herläuft. „Dort sind uns die Kühe in den Weg gelaufen, das war ungewöhnlich. Aber an ihren Wassertränken konnten wir uns zwischendurch erfrischen.“

Indoor-Trail

Eine hürdenreiche Variante gibt es auch unter dem Dach. In den Dortmunder Westfalenhallen begab sich Anke Libuda mal auf eine Strecke mit großen Hindernissen, die es irgendwie zu überwinden galt: Baumstämme, Strohballen oder Bauklötze. Dabei läuft aber trotzdem die Zeit auf einer relativ kurzen Distanz (zwischen vier und zwölf Kilometer). „Der Start funktioniert per Jagdrennen, da nicht 1000 Läufer gleichzeitig auf die Strecke gehen können und an den Hindernissen sind. Deshalb trägt man dabei einen Chip im Schuh, der die Zeit misst“, erklärt die Laufexpertin.

Mottolauf

Zu bestimmten Tagen im Jahr bieten Veranstalter die Möglichkeit, verkleidet an den Start zu gehen. So wie zuletzt an Halloween etwa im Landschaftspark Duisburg oder zur Karnevalszeit in Köln. „Die Verkleidung ist allerdings keine Pflicht. Manche haben Spaß daran, für andere zählt nur die Zeit“, weiß Anke Libuda. Sportler der BSG Springorum nehmen auch an Nikolausläufen teil. „Ein Kostüm habe ich nicht im Schrank, aber eine rote Bommelmütze habe ich mir dafür besorgt“, erzählt die BSGlerin. Unter einem ähnlichen Stern stehen die „Color-Runs“, bei denen Läufer sich mit Farbenpulver überschütten und laufen (inspiriert durch ein indisches Frühlingsfest).

Nachtlauf

Wenn es Nacht wird, schlafen längst nicht alle Läufer. Denn: Es gibt Läufe zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. In Breckerfeld ist Anke Libuda mal gestartet, rund sieben Stunden war sie dort auf den Beinen. „Am Ende gab es für alle Läufer ein gemeinsames Frühstück.“ Natürlich müsse man sich bei der ungewohnten Tageszeit auf den Lauf einstimmen und seinen Rhythmus umstellen. Und vor allem: gut ausgeschlafen sein. Selbst beim Sport gibt es also eine Art Nachtschicht. Mit dem Unterschied, dass die Läufer sie freiwillig einlegen.

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