Regionalliga

Can nennt Gründe für den Rücktritt bei der SG Wattenscheid

Oguzhan Can, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der SG Wattenscheid 09.

Oguzhan Can, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der SG Wattenscheid 09.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Mit seinem Abgang als Aufsichtsratsvorsitzender der SG09 hat Oguzhan Can am Montag für Wirbel gesorgt. Jetzt nennt er Gründe für den Rücktritt.

Oguzhan Can hat etwas vorbereitet. Am Montag war er als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Regionalligisten SG Wattenscheid 09 zurückgetreten. Am Dienstag ist er dann zunächst mit Radio Bochum und dann mit der WAZ verabredet. Er liest seine Stellungnahme zum Rücktritt vor und führt dabei persönliche Gründe für diesen Schritt an. Ihm sei von den handelnden Personen des Vereins nicht der nötige Respekt entgegengebracht worden.

Namen nennt er nicht. Mit dem Satz, dass einige Verantwortliche zuletzt in der Öffentlichkeit „vereinsschädigende Aussagen“ gemacht hätten, kann er aber nur Josef Schnusenberg meinen. Das Aufsichtsratsmitglied hatte in einem WAZ-Interview gesagt, dass das Image des Vereins schwer beschädigt sei. Zudem sehe man anhand des Vereins, wie gefährlich es sei, sich von einer Einzelperson abhängig zu machen.

Can lässt sein Geld im Verein

Trotz des Rücktritts scheint die SG Wattenscheid aber zunächst finanziell weiter von Oguzhan Can abhängig zu sein. Er sagt zum einen, dass er den Verein nicht mehr finanziell unterstützen werde. Er sagt aber auch, dass er die 1,2 Millionen Euro, die er „in den Verein reingesteckt hat“, nicht zurückziehen werde. „Ich werde dem Verein dieses Darlehen stunden, solange es nötig ist. Vielleicht gelingt es ja, dass der Verein andere Sponsoren findet und dass diese das Darlehen ablösen.“

Vehement tritt er damit auch Hinweisen entgegen, er habe sich Gelder eingestrichen, die für den Verein gespendet worden waren. „In den sozialen Netzwerken wird auch behauptet, ich hätte die Einnahmen aus dem Retterspiel gegen Schalke ebenfalls einbehalten und mich vom Acker gemacht.“

Eine Insolvenz droht

Er hinterlasse den Verantwortlichen „keinen Schuldenberg. Die Zahlen sind überschaubar“. Ohne seine Unterstützung aber werde es für die SG Wattenscheid 09 voraussichtlich schwierig, eine Insolvenz abzuwenden. „Ich habe die Befürchtung, dass sie die entsprechenden Gelder nicht werden aufbringen können.“

Er bedanke sich bei allen Fans, Mitgliedern und Unterstützern und sei im Interesse des Vereins zurückgetreten. Als er vor zwei Jahren zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden sei, habe er geglaubt, einen Verein wie eine Firma führen zu können. Er habe feststellen müssen, dass das nicht funktioniere.

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