VfL Bochum

Petition: Der Aufsichtsrat des VfL Bochum soll sich stellen

Beim VfL Bochum unter Druck: Aufsichtsrat-Chef Hans-Peter Villis und die Vorstände Wilken Engelbracht sowie Christian Hochstätter (von rechts).

Foto: Olaf Ziegler

Beim VfL Bochum unter Druck: Aufsichtsrat-Chef Hans-Peter Villis und die Vorstände Wilken Engelbracht sowie Christian Hochstätter (von rechts). Foto: Olaf Ziegler

Bochum.  Mit einer Petition wollen unzufriedene Fans von Fußball-Zweitligist VfL Bochum eine öffentliche Diskussion mit der Klubführung herbeiführen.

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Je zwei Mannschaften treten an diesem Nachmittag gegeneinander an, auf zwei verkleinerten Spielfeldern. Weitgehend schweigend stehen die Männer in den dicken, dunklen Jacken, das Trainer- und Funktionsteam, am Rand und schauen zu.

Es ist Mittwoch, vier Tage vor dem Heimspiel des VfL Bochum gegen Union Berlin. Die Novemberkälte kriecht der Handvoll Zaungäste, die immer und unter allen Umständen hier zu finden sind, in die Knochen. Die Stimmung auf dem Rasen und die jenseits des Zaunes ist nicht geeignet, Wärme zu erzeugen oder gar Mut zu machen für die zukünftigen Aufgaben.

Acht Feldspieler trainieren individuell

Dass acht Feldspieler an diesem Tag ein individuelles Trainingsprogramm absolvieren, ist nicht weiter schlimm. Keine gravierenden Sachen, sagt Interimstrainer Jens Rasiejewski, der damit rechnet, am Sonntag erneut aus dem Vollen schöpfen zu können. Aber ist das wichtig? Es spielt ja ohnehin offenbar keine bedeutende Rolle, ob man nahezu in Wunschbesetzung antreten kann oder nicht. Siehe Aue.

Bereits am Mittag hat die Redaktion eine Nachricht erreicht, die noch weite Kreise ziehen könnte. Auf der Homepage „openpetition.de“ fordern Mitglieder des Fanklubs „blau-weiße-brille“ einen „Neuanfang beim VfL Bochum“. Die Rede ist von „Fehleinschätzungen“ und vom Abstiegskampf trotz der „besten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit Jahren“.

Ein Großteil der VfL-Fans verspürt Enttäuschung

Eine „katastrophale Außendarstellung“ wird dem VfL zudem attestiert. „Ein großer Teil der Fans und Mitglieder verspürt Enttäuschung, Verzweiflung, Resignation, Lethargie und Hoffnungslosigkeit“, heißt es weiter.

Gefordert wird vom Aufsichtsrat des Zweitligisten vor allem eine Antwort auf die Frage, welche Maßnahmen man ergreifen wolle, um die sportliche Zukunft nachhaltig zu verbessern. Und: Wie geht es mit dem VfL weiter, „nicht nur in den nächsten Wochen, sondern ganz allgemein“? Eine Podiumsdiskussion mit den Fans und Mitgliedern wird angestrebt und die „Überprüfung der personellen Aufstellung des Vereins, inklusive aller Gremien“.

Ziel der Petition: 2000 Stimmen

Am Mittwochabend gegen 18 Uhr hatten rund 200 Unterstützer diese Petition unterzeichnet, deren Laufzeit weitere 180 Tage beträgt. Als Sammelziel werden 2000 Unterschriften angegeben. Der Zeitrahmen ist sehr weit gesteckt, rasche Entscheidungen sind so nicht zu erwarten. Überhaupt: Zwingen zu irgendetwas kann man mit dieser Petition ohnehin niemanden, es geht eher um ein deutliches Zeichen an den Aufsichtsrat des VfL Bochum, sich der Problematik zu stellen – und zwar öffentlich.

Der Verdruss ist enorm, nach etlichen enttäuschenden Jahren fühlen sich die Anhänger in dieser Saison regelrecht verschaukelt. Zu groß ist die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Realität. Der Aufsichtsrat wäre gut beraten, auf die schwindende Unterstützung zu reagieren – und zwar schnell.

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