2. Bundesliga

Der VfL Bochum leistet sich zu viele grobe Patzer

Ermöglichte das 0:2 gegen Paderborn: Bochums neuer Innenverteidiger Dominik Baumgartner. Aber auch Routiniers wie Danilo Soares und Torwart Manuel Riemann leisteten sich zuletzt ähnlich grobe Patzer. Foto:firo Sportphoto/Ralf Ibing

Ermöglichte das 0:2 gegen Paderborn: Bochums neuer Innenverteidiger Dominik Baumgartner. Aber auch Routiniers wie Danilo Soares und Torwart Manuel Riemann leisteten sich zuletzt ähnlich grobe Patzer. Foto:firo Sportphoto/Ralf Ibing

Bochum.   Sieben der letzten zehn Gegentore kassierte Bochum nach groben individuellen Fehlern. VfL-Manager Schindzielorz kritisiert aber auch die Haltung.

„Wir sind natürlich alle enttäuscht.“ Sebastian Schindzielorz, der Geschäftsführer Sport des VfL, macht nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel dieses Jahres keinen Hehl daraus, dass der VfL Bochum dem eigenen Anspruch zuletzt nicht gerecht wurde. Nach dem 0:3 in Sandhausen gab es ein völlig anders gelagertes, aber ebenso verdientes wie empfindliches 1:2 gegen Paderborn. „Wir liegen nach rund 30 Sekunden zurück, das war ein denkbar schlechter Start. Das zweite Tor fällt nach einem individuellen Fehler. Dazwischen und danach gab es viel Leerlauf“, kritisiert Schindzielorz.

Auffallend sind die vielen Patzer, die sich verschiedene Spieler des VfL Bochum zuletzt leisteten. Nicht erst in diesem Jahr – und nicht nur bei den Niederlagen. Ein Überblick der letzten fünf Partien, beginnend am letzten Hinrunden-Spieltag Mitte Dezember:

Blickpunkt Union Berlin, 0:2-Niederlage: Bochum dominiert die erste Halbzeit wie ein Aufsteiger – und verliert in der zweiten Halbzeit völlig den Faden. Tim Hooglands leichtes Foul ohne Not nahe der Torauslinie, aber dummerweise im Strafraum nimmt Sebastian Polter dankend an und verwandelt den Strafstoß zur letztlich vorentscheidenden Führung.

Blickpunkt Köln, 3:2-Sieg: Ein furioses Spiel, das aber von Fehlern lebt – zum Glück für den VfL diesmal auf beiden Seiten. Lukas Hinterseer und Sidney Sam nutzen dicke Patzer der Kölner zu zwei Treffern, sein zweites Tor erzielt Hinterseer aus einer Abseitsposition heraus. Das 1:1 der Kölner legt Danilo Soares auf, vor dem 2:3 gönnt sich Robert Tesche einen Ballverlust vor dem eigenen Strafraum.

Blickpunkt Duisburg, 2:1-Sieg: Bochum führt souverän mit 2:0, als Torwart Manuel Riemann den MSV zum Anschluss-Treffer einlädt. Mit etwas Glück hält die Führung bis zum Schluss.

Blickpunkt Sandhausen, 0:3-Niederlage: Nach einer keinesfalls guten ersten Halbzeit, in der Sandhausen aber keine Torgefahr ausstrahlte, nimmt Manuel Riemann die ersten beiden Tore mit auf seine Kappe. Das 0:3 ist der Deckel auf eine erschreckend schwache zweite Halbzeit – nicht nur von Riemann.

Blickpunkt Paderborn, 1:2-Niederlage: Beim 0:1 sind mehrere Bochumer noch nicht wach, beim 0:2 leistet sich Dominik Baumgartner einen kapitalen Schnitzer mit seinem zu kurzen Rückpass. „Das 0:2 war ein Nackenschlag“, sagt Trainer Robin Dutt hinterher.

Die Bilanz: Unterm Strich fielen sieben der letzten zehn Gegentore nach individuellen Aussetzern von fünf verschiedenen Spielern. Für Sebastian Schindzielorz ist das ein Knackpunkt: „Man darf sich auf diesem Niveau nicht so viele gravierende individuelle Fehler erlauben. Die werden bestraft“, sagt der Geschäftsführer Sport. Er kritisiert dabei aber auch Grundsätzliches - nämlich die Haltung: „Dass sie passieren, hat auch etwas mit Selbstvertrauen und dem Willen zu tun, nochmal alles aus sich herauszuholen.“

Beim vor allem defensiv nach der Winterpause stark verbesserten FC Ingolstadt muss der VfL nun die Kurve kriegen, sonst droht sogar der Absturz in die untere Tabellenhälfte – Platz sieben war bekanntlich das öffentlich formulierte Minimalziel. Schindzielorz: „Wir werden das Spiel wie immer genau analysieren und besprechen. Es geht nur gemeinsam, man muss sich gegenseitig unterstützen.“

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