Wechsel

Jan Gyamerah verlässt im Sommer den VfL Bochum

Jan Gyamerah will den VfL Bochum nach acht Jahren im Sommer verlassen.

Jan Gyamerah will den VfL Bochum nach acht Jahren im Sommer verlassen.

Foto: Lars Baron

Sandhausen/Grumme.   Jan Gyamerah verlässt den VfL Bochum nach dieser Saison. Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz erklärt den Wechsel-Wunsch des Verteidigers.

Jan Gyamerah will den VfL Bochum im Sommer verlassen. Dies erklärte Sebastian Schindzielorz, der VfL-Geschäftsführer Sport, auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir bemühen uns seit geraumer Zeit, den Vertrag mit Jan zu verlängern. Wir haben versucht, dabei auch finanziell bis an unsere Grenzen zu gehen“, sagte Schindzielorz. „Aber Jan hat uns mitgeteilt, dass er den Verein im Sommer verlassen will und in Gesprächen mit anderen Klubs ist. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen.“

Gyamerahs Vertrag läuft Ende Juni aus, er ist damit ablösefrei. Laut Bild-Zeitung hat der Hamburger SV, der derzeit die Tabelle in der 2. Liga anführt, starkes Interesse an einer Verpflichtung des vielseitigen 23-Jährigen, und zwar ligaunabhängig.

Ein herber Verlust

Für Bochum ist sein Abgang ein herber Verlust, der VfL verliert damit eines seiner größten Talente der letzten Jahre. Im Jahr 2011 kam der dynamische Verteidiger von Arminia Bielefeld zum VfL, spielte in der B- und A-Jugend, wurde dann Profi. Eine langwierige Schambeinentzündung kostete ihn ab der Saison 2013/14 - mit kurzen Unterbrechungen - unterm Strich rund zweieinhalb Jahre. Manche schrieben ihn damals schon ab. Der VfL, hier vor allem der damalige Sportvorstand Christian Hochstätter, hielt ihm die Treue.

Und Gyamerah kehrte zurück: Zwar laborierte er in den folgenden Spielzeiten noch zweimal an einem Muskelfaserriss, stieg aber Schritt für Schritt zur Stammkraft auf. 24 Mal kam er in der Vorsaison zum Einsatz, meist von Beginn an. In dieser Spielzeit bestritt er alle 20 Zweitliga-Spiele und stand 17 Mal in der Startelf. Aufgrund des Innenverteidiger-Mangels half er häufig als Partner von Tim Hoogland aus, zuletzt hat er sich wieder auf seiner Lieblingsposition als Rechtsverteidiger festgespielt und Kapitän Stefano Celozzi verdrängt.

Gyamerah besticht mit offensiver Power

Auch, weil er neben seiner Zweikampfstärke eine Dynamik im Offensivspiel mitbringt, die auf dieser Position auch nicht jeder Erstligist vorzuweisen hat.

Gyamerah will nun den nächsten Sprung schaffen in der kommenden Saison – in dieser Spielzeit ist seine Klasse noch beim VfL gefragt und gefordert. Zwar hatte auch der 23-Jährige, der damit schon der jüngste Bochumer auf dem Platz war, gegen Sandhausen nicht seinen besten Tag. Aber gegen Paderborn muss sich nicht nur Gyamerah gewaltig steigern.

Für das 0:3-Debakel in Sandhausen fand der Geschäftsführer Sport auch am Tag danach jedenfalls klare Worte. „Das Ergebnis ist absolut enttäuschend“, sagte Schindzielorz. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit zwar noch in der Hand, waren da aber auch schon nicht konsequent genug, bei den Torchancen fehlte die Vehemenz. In der zweiten Halbzeit sind wir nach dem 0:1 deutlich unter die Räder gekommen, was in dieser Form nicht passieren darf.“

Klare Worte vom Geschäftsführer für die SVS-Pleite

Und doch: Es passierte, wieder einmal. Schindzielorz: „Gravierende Fehler sind uns in dieser Saison ein paar Mal zu oft passiert. Schon gegen Duisburg haben wir uns grobe Fehler geleistet, da hat aber das Ergebnis am Ende noch gepasst. Jetzt wurden die Fehler bestraft.“

Erklärungen zu finden, fällt naturgemäß schwer. Schindzielorz, angesprochen auf die gehäufte Zahl an groben Fehlern, spricht Klartext: „Das hat auch etwas mit Bereitschaft, Willen und der Körperspannung in jeder Spielsituation zu tun.“

Gegen Paderborn dürfte Trainer Robin Dutt Anpassungen vornehmen. So ist mit der Rückkehr von Chung-Yong Lee zu rechnen. Bis zum Heimspiel am Samstag (13 Uhr) sollte der Südkoreaner, der wegen des Asien-Cups keine Winterpause hatte, erholt genug sein, um wieder eine Option für die Startelf zu sein. Seine Ruhe, Übersicht, Ballsicherheit fehlten dem VfL zuletzt. Denkbar, dass dann der zuletzt formschwache Tom Weilandt weichen muss. Lukas Hinterseer, der derzeit von seiner Dezember-Form weit entfernt ist, dürfte dagegen weiterhin ganz vorne gesetzt sein – zumal sich sein Konkurrent Silvere Ganvoula mit seiner Tätlichkeit, die mit der Roten Karte geahndet wurde, selbst aus dem Spiel genommen hat.

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