Rudern

Ruhrsprint des RV Bochum: Entspannte Regatta zum Ferienstart

Die „Chili-Schote“ des Ruderverein Bochum im Einsatz – beim Ruhrsprint sind von den Kindern bis zu den Masters alle Altersklassen im Einsatz.

Die „Chili-Schote“ des Ruderverein Bochum im Einsatz – beim Ruhrsprint sind von den Kindern bis zu den Masters alle Altersklassen im Einsatz.

Foto: Jürgen Theobald

Bochum / Witten.  Weniger Meldungen bei der Ruhrsprint-Regatta vom RC Witten und RV Bochum. Der Atmosphäre schadet das nicht – für die Vereine ist es ein Fest.

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Wenn man nicht wüsste, dass es das erste Ferienwochenende ist, dann spürt man es hier, am Sonntagmorgen an der Ruhr: Auf der Wiese unterm Hohenstein am Ruderverein Bochum stehen einige Anhänger, vor allem aber Zelte. Kaffeebecher auf Campingtischen, Vögel zwitschern, Wasser plätschert – und darüber der Regatta-Kommentar beim Ruhrsprint, den die benachbarten Vereine in diesem Jahr eben am ersten Ferienwochenenden ausrichteten. Auch die spürten die Ferien – in den Meldelisten. Sie nahmen es aber gelassen hin. Den Ruhrsprint machen für die Vereine andere Dinge aus als der große Trubel.

Aus dem Fenster der Regattaleitung im Dachgeschoss des „Bochumer“ Vereinsheims an der Wetterstraße hat man den besten Überblick. 433 Meldungen plus Nachmeldungen haben sie hier gezählt – das ist weit weg von den mehr als 600 wie im Vorjahr. „Damit war zu rechnen, das liegt eben am Termin, viele sind schon im Urlaub“, meint Christoph Schröder vom Ruder-Club Witten, „wir kennen das schon aus anderen Jahren, da waren wir auch immer zwischen 400 und 450“, meint er.

Humme-Geschwister gewinnen den Familien-Zweier

Auch Martin Müller-Falcke, stellvertretender Vorsitzender des RV Bochum, ist mit der Zahl einverstanden. „Vergangenes Jahr war die Zahl bombastisch, dieses Jahr war ich froh, dass es so viele waren, dass wir die Regatta immer noch in einem schönen Rahmen durchführen können.“

Und der ist unterm Hohenstein in Witten, wo der RV Bochum zu Hause ist, wirklich besonders: Die Regatta findet nach der Frühjahrssaison statt. Ohne ganz großen Druck – der Bundeswettbewerb (Deutsche Meisterschaft) liegen gerade im Rückspiegel. „Natürlich geht es auch hier um den sportlichen Wettstreit“, sagt Müller-Falcke, „das ist der Kern des Ganzen. Aber hier kann man auch Sachen machen, die während der Saison nicht gehen.“

„Den Rudersport machen nicht nur die Top-Wettkämpfe aus“

Leicht- und Schwergewichte zusammenfahren lassen zum Beispiel. Oder Mixed-Boote. Oder den Familien-Zweier, in dem sich zur Freude der Bochumer am Samstag Gustav und Linde Humme gegen zwei andere Geschwisterpärchen durchsetzten. „Für die Gastvereine ist es auch schön, dass von Kindern bis zu Senioren und Masters alle Altersklassen gemeinsam unterwegs sind. Das hat man normalerweise nicht“, meint Müller-Falcke.

„Und auf der Sprintdistanz können auch die gute Leistungen zeigen, die über die 2000 Meter vielleicht nicht so stark sind.“ Das sei ihm wichtig: „Es ist eine sehr familiäre Regatta bei uns. Das gehört auch zum Rudersport, das macht ihn aus – wenn es nur die Top-Wettkämpfe gäbe, würde einiges fehlen.“

Ferienstimmung auf dem Zeltplatz

Dortmund, Sorpesee, Datteln und natürlich Bochum und Witten sind die Vereinsamen, die am häufigsten über die Ruhr schalle – der Ruhrsprint ist eine Lokalregatta, ein Fest der Vereine. Auch, weil sich der Aufwand durch Rennbesprechungen, Analysen und ähnliches im Rahmen hält, im Gegensatz zum Programm eines Landes- oder Bundeswettbewerbs. Die Gäste aus Datteln zelteten am Bochumer Vereinsheim, verbreiteten schon echte Ferienstimmung.

Doch die Schnellsten werden trotzdem besonders behandelt – am „Siegersteg“.

Alle Siegerinnen und Sieger werden noch beim Aussteigen fotografiert. Wenig später stehen dann die Fotos zur Abholung in den roten und blauen Rahmen (Vereinsfarben!) bereit. „Ich war auf vielen Regatten, aber das habe ich nirgendwo anders gesehen“, meint Schröder. „Ich habe noch genau diese Fotos zu Hause, da bin ich gerade mit dem Rudern angefangen. Das sind schöne Erinnerungen.“

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