Serie Ehrenamt

Schiedsrichter Noah Bode: Brych und Aytekin sind Vorbilder

Ehrenamt: Noah Bode vom SV Waldesrand Bochum
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Bochum.  Für das Schiedsrichteramt hat Noah Bode (16) seine Fußballerkarriere vorerst beendet. Über Gewalt gegen Schiedsrichter macht er sich Gedanken.

Auf der Anlage mit dem kleinen Vereinsheim sowie dem Asche- und Rasenplatz fühlt sich Noah Bode zuhause. Hier verbringt der 16-Jährige den größten Teil seiner Freizeit – und das, obwohl er aktuell nicht mehr aktiv Fußball spielt. Dafür strebt der Schüler eine andere, ungewöhnlichere Karriere an. „Derzeit konzentriere ich mich hauptsächlich auf meine Tätigkeit als Schiedsrichter“, erklärt Noah Bode.

Gewalt gegen Unparteiische: „Ich mache mir viele Gedanken dazu“

Seit rund zwei Jahren greift der Nachwuchsschiedsrichter etwa zweimal wöchentlich zur Pfeife oder Fahne. Im Seniorenbereich leitet Bode in dieser Saison Partien bis in die Kreisliga B. Als Linienrichter kam der Ex-Torwart ebenfalls in der Landesliga zum Einsatz. „Ich möchte so weit kommen, wie es geht“, sagt er zielstrebig.

Neben dem Ehrgeiz treibt ihn aber auch das Vermitteln von Werten an. „Ich vertrete Respekt, Fairness und Verantwortung“, sagt der Gymnasiast. Dass grade gegenüber Schiedsrichtern Fairness und Respekt zu oft fehlt, hat jüngst der Vorfall in Hessen gezeigt. Ein Spieler schlug den Unparteiischen bewusstlos. Bode verfolgte die Ereignisse aufmerksam. „Ich war schockiert und weiß, dass mit etwas Ähnliches passieren kann. Deshalb mache ich mir auch viele Gedanken dazu“, so Bode. Angst habe er aber nicht: „Ich höre deswegen aber nicht mit dem Pfeifen auf.“

Brych und Aytekin als Vorbilder

Lieber beobachtet er das Verhalten der Profis. Zwei Bundesliga-Schiedsrichter beeindrucken ihn besonders: „Ich mag die Art von Dr. Felix Brych und Deniz Aytekin. Während Aytekin ruhig mit den Spielern umgeht und viel mit ihnen kommuniziert, agiert Brych mit viel mehr Feuer.“

Der Reiz, selbst Fußballspiele zu leiten, packte Bode schon recht früh. Nach einem kurzen Ausflug in den Radrennsport kehrte er vor sieben Jahren wieder zurück zum SV Waldesrand, dem er sich sehr verbunden fühlt. „Als Spieler und Schiri auf dem Feld zu stehen, sind zwei unterschiedliche Perspektiven. Leider haben die Spieler oft wenig Ahnung von den Regeln, die wirklich komplex sind.“ Monatliche Regelschulungen sollen den Schiedsrichtern helfen, die Regeln sicher anzuwenden.

Jugendsprecher organisieren aktives Vereinsleben

Abseits von Regelkunde, strittigen Entscheidungen und gewalttätigen Übergriffen investiert Bode viel Zeit in seinen Verein – den SW Waldesrand Linden. „Ich bin dem Verein sehr dankbar für die Möglichkeiten, die ich bekommen habe“, so Noah Bode. Das Vertrauen zahlt der Schüler mit Engagement zurück. Seit 2018 setzt er sich als einer von zwei Jugendsprechern für die Interessen des Fußballnachwuchses ein. Als Mitglied des Jugendvorstandes bringt er dort Ideen ein, die ein aktives Vereinsleben unter den Jugendteams fördern. „Uns liegt viel daran, dass sich nicht nur die Mannschaften intern gut verstehen. Sie sollen sich auch mit den anderen Jahrgängen verstehen. Das fördert den Übergang in die nächste Altersklasse.“

So organisiert er beispielsweise Mannschaftsabende beim Bowlen. „Neue Trikots oder Bälle sind natürlich immer sehr belieb. Auch darum kümmern wir uns“, erklärt Noah Bode, der sich nicht vorstellen kann, zu einem anderen Verein zu wechseln. „Ich bleibe beim SV Waldesrand. Wenn ich nochmal aktiv Fußball spielen sollte, dann nur hier“, sagt der (Ex-)Torwart lächelnd.

Zum Verein: SV Waldesrand sehnt einen Kunstrasenplatz herbei

Der erste Frost führt bei vielen Amateurvereinen zu Trainingspausen. Deshalb sehnt sich auch der SV Waldesrand Linden nach einem Kunstrasenplatz. Die Planungen laufen.

Auf der Anlage am Weitmarer Holz wird zeigt sich der fortschreitende Herbst. Blätter liegen auf dem Ascheplatz, der angrenzende Rasenplatz ist vorläufig nicht bespielbar. Den Vereinsverantwortlichen stellt sich in dieser Zeit wieder die alljährliche Frage: Wie lange können die Mannschaften noch draußen trainieren?

Kaum Hallenzeiten: Weite Anfahrtswege zum Training

Wenn sich der erste Frost ankündigt, verstreuen sich die Damen-, Herren- und Jugendteam über Hallen im ganzen Stadtgebiet. „Teilweise müssen die Mannschaften nach Wattenscheid oder Gerthe ausweichen. Und Hallenzeiten sind kaum zu bekommen“, beschreibt Noah Bode, Jugendsprecher des SV Waldesrand Linden. Aus diesem Grund soll nun auch beim SV Waldesrand Linden ein Kunstrasenplatz entstehen.

Zunächst sind noch andere Vereine an der Reihe

Wann genau das sein wird, ist noch nicht sicher. „Ursprünglich sollten die Arbeiten schon im März oder April 2020 starten. Jedoch besteht schon jetzt etwa ein halbes Jahr Verzug“, erläutert Michael Tylinski, erster Jugendleiter des SV Waldesrand. Dabei laufen die städtischen Planungen für das künstliche Grün schon seit rund zwei Jahren. Zunächst sind jedoch noch andere Vereine an der Reihe. „Wir befinden uns in der Abfolge der Stadt an sechster Stelle“, so Tylinski weiter. „Das Lärmgutachten ist bereits abgeschlossen. Nun muss geprüft werden, wo der Kunstrasenplatz entstehen kann“, erklärt der Jugendleiter weiter.

Derzeitiger Ascheplatz wäre für den Kunstrasenplatz zu klein

Beim ersten Ansatz würde der Ascheplatz für das neue Geläuf weichen. Der Haken: Der Platz ist in seinem jetzigen Zustand zu klein. „Es müssten noch rund zwei, drei Meter von der Böschung weggenommen werden. Sollte das nicht funktionieren, entsteht der Kunstrasen wohl dort, wo der sich der Naturrasen befindet“, erklärt Tylinski. In einer Sache sind sich Bode und Tylinski sicher: „Wir freuen uns, wenn wir endlich auf einem Kunstrasen spielen können“. Das wird aber wohl noch bis Ende 2020 dauern.

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