Leichtathletik

TV Wattenscheid holt sechs Medaillen bei der U23-DM

Annina Brandenburg wurde Deutsche U23-Meisterin im Diskuswerfen.

Annina Brandenburg wurde Deutsche U23-Meisterin im Diskuswerfen.

Foto: Wolfgang Birkenstock

Wetzlar.   Sechs Medaillen gewann der TV Wattenscheid 01 bei den Deutschen U23-Meisterschaften. Julia Ritter landete gleich zweimal auf dem Treppchen.

Sechs Medaillen holt das kleine Team des TV Wattenscheid 01 bei den Deutschen U23-Meisterschaften der Leichtathleten. Am zweiten Tag der Titelkämpfe überraschte vor allem Sprinterin Synthia Oguama. Schon im Vorlauf über die 200 Meter zeigte sie trotz nasser Bahn ein gutes Rennen. Sie kam bei 24,45 Sekunden ins Ziel. „Das war locker zu Ende gelaufen“, so die 20-Jährige. „Für das Finale nehme ich mir eine Zeit unter 24 Sekunden vor.“ Gesagt, getan: Bei deutlich sonnigerem Wetter als noch am Vormittag zeigte Oguama im A-Finale, was in ihr steckt. Sie kam bei 23,95 Sekunden ins Ziel und holte damit die Bronzemedaille.

Synthia Oguama freut sich über die Bronzemdaille

„Damit habe ich im Vorfeld schon geliebäugelt, denn ich war ja auf Platz vier gemeldet“, so Oguama. „Aber ich freue mich natürlich unglaublich, dass es jetzt geklappt hat und auch noch eine persönliche Bestleistung unter 24 Sekunden rausgesprungen ist.“ Trainingspartnerin Christin Bischof ging ebenfalls über die längere Sprintstrecke an den Start. Mit 24,94 Sekunden blieb sie jedoch unter ihren Möglichkeiten und konnte sich nicht für das Finale qualifizieren. Als einziger männlicher Sprinter trat Max Spitzer über die 200 Meter an. Seine Zeit: 22,10 – das reichte nicht für das Finale.

Julia Ritter stößt Bestleistung

Werferin Julia Ritter holte im Kugelstoß-Wettkampf die Bronzemedaille und damit insgesamt Medaille Nummer sechs. Nach einer längeren Durststrecke stellte sie gleich im ersten Versuch mit 17,26 Metern eine neue Kugel-Bestleistung auf und freute sich darüber nach dem Wettkampf: „Endlich wieder eine Bestleistung. Zwar nur mit zwei Zentimetern mehr, aber ich habe jetzt endlich meinen Doppelstart bei der EM und bin überglücklich“, sagte Julia Ritter. „Bei der EM kann man im Kugelstoßen auch immer mit mir rechnen. Auch wenn ich nur auf Rang vier stehe, werde ich auf jeden Fall um eine Medaille kämpfen.“

Florian Colon Marti zeigt eine gute Leistung

Im Diskuswerfen, in dem Ritter am ersten Tag der DM Silber gewonnen hatte, sind ihre Ziele nicht so hoch gesteckt. „Da habe ich mir vorgenommen, den Vorkampf zu überstehen. Trainingskollegin Hanna Meinikmann landete auf Platz sechs mit 16,21 Metern, auch das war eine persönliche Bestleistung. Annina Brandenburg konnte nach ihrem starken Sieg mit dem Diskus mit 16,05m und persönlicher Bestleistung den siebten Platz belegen.

Nach einem starken 400-Meter-Vorlauf zeigt Florian Colon Marti am zweiten Tag der Deutschen U23-Meisterschaften wieder eine gute Leistung. Mit 47,66 Sekunden wurde er Zweiter im B-Finale, blieb aber etwas unter seinen eigenen Erwartungen. „Nach dem super Vorlauf gestern, hatte ich mir für heute mehr vorgenommen. Aber trotzdem kann ich eigentlich nicht unzufrieden sein, nach der langen Verletzungspause im letzten Jahr.“ Der 21-Jährige musste die Hallen- und Freiluft-Saison 2018 aufgrund von Knieproblemen komplett aussetzen. Mehrkämpfer Jan Ollech ging über die 110 Meter Hürden an den Start. Er rannte 15,54 Sekunden und stellte damit seine persönliche Bestleistung ein.

Dreifach-Sieg im Diskuswerfen

Gleich vier Medaillen sammelte der TV 01 am ersten Tag. Dabei konnten besonders die Werferinnen überzeugen. Im Diskus-Wettbewerb der Frauen war das gesamte Treppchen blau-weiß, Gold, Silber und Bronze gingen an den TV Wattenscheid 01. Den Sieg sicherte sich Annina Brandenburg. Die 21-jährige, die zur Zeit in Texas/USA zuhause ist, gewann mit einem Wurf auf 55,94 Meter. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg und einer hohen 55“, sagte sie.

Und sie hat allen Grund zu Freude, denn wieder hat sie damit einen Wettkampf über 53,50 Meter beendet – der Norm für die U23-EM, die sie bereits früh in der Saison eintüten konnte. Ähnlich wie Vereinskollegin Julia Ritter, die mit einem Wurf auf 55,87 Meter auf dem zweiten Rang landete. „Ich bin nicht wirklich zufrieden, weil ich leider keinen Wurf richtig getroffen habe“, sagte Ritter.

Dritte wurde Michelle Berger mit 52,69 Meter. „Dass das jetzt geklappt hat, ist einfach unglaublich. Zweimal Bestleistung in einem Wettkampf, das war super gut“, freute sie sich. Etwas Pech hatte dagegen die vierte Wattenscheiderin im Diskus-Finale: Korinna Lömker landete mit 50,33 Meter auf dem undankbaren vierten Platz

Keshia Kwadwo ist endlich wieder schmerzfrei

Auch Sprinterin Keshia Kwadwo präsentierte sich am ersten Tag der DM stark. Nach einer langwierigen Beugerverletzung im Winter sprintete sie fast zurück zu alter Form. Mit 11,49 Sekunden holte sie in einem packenden Finale die Silbermedaille. „Ich freue mich so, als wäre es die Goldmedaille“, so die erst 19-Jährige. „Ich hatte im Winter und auch nochmal in Japan wirklich Probleme, deshalb bin ich jetzt so erleichtert, dass es geklappt hat und ich mich heute für die U23-EM empfehlen konnte. Zum Glück bin ich jetzt komplett schmerzfrei.“ Trainingspartnerin Synthia Oguama lief 11,82 Sekunden im Zwischenlauf, das reichte nicht ganz für das Finale.

Auch Kugelstoßer Christopher Koch machte einen guten Wettkampf. Mit 16,67 Meter wurde er Sechster. Nicht nach Plan verlief der Tag für Sprinter Philipp Trutenat. Zwar zeigte der Wattenscheider bereits mit 10,45 Sekunden im Vor- und 10,28 Sekunden (mit unzulässigem Rückenwind) im Zwischenlauf starke Zeiten. Auf das Finale musste er jedoch aufgrund von Beugerproblemen verzichten. Max Spitzer konnte sich mit 10,85 Sekunden nicht für den Zwischenlauf qualifizieren. Philipp Fiener musste den 100 Meter-Start aufgrund von muskulären Problemen absagen.

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