Landesliga

VfB Günnigfeld muss für die Bezirksliga planen

Machte mit dem zweiten Treffer den Deckel auf die Partie: DJK-Angreifer René Löhr (Mitte).

Machte mit dem zweiten Treffer den Deckel auf die Partie: DJK-Angreifer René Löhr (Mitte).

Foto: Klaus Pollkläsener

Günnigfeld.   Nach der 0:2-Niederlage im Lokalderby gegen die DJK Wattenscheid rückt der Abstieg für den VfB Günnigfeld immer näher.

VfB Günnigfeld -
DJK Wattenscheid 0:2

VfB Günnigfeld: Plohmann – Doumbia (59. Dilek), Osei Asibey (82. Battaglia), Luvuezo, Moughli – Zejewski, Sow, Osma (82. Ersin), Missun, Marvin Pancke – Meinert.

DJK Wattenscheid: Läßig – Beimborn, Staniszewski, Gruner – Mauroff (56. Szcesny), Backes, R. Löhr, Kronies (69. Uslaub), Farris – Fahr (77. Maxellon).

Tore: 0:1 (19.) Gruner, 0:2 (67.) R. Löhr.

Bes. Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Sow wegen Reklamierens (70.)

Riesengroße Erleichterung bei der DJK Wattenscheid, riesengroße Enttäuschung beim VfB Günnigfeld. In einem alles andere als hoch klassigen Lokalderby setzte sich die DJK Wattenscheid verdient mit 2:0 (1:0) in Günnigfeld durch. Mit dem ersten Sieg im Jahr 2019 verließ die Mannschaft von Trainer Tibor Bali die Abstiegsplätze und kletterte auf Platz elf. Dagegen ist der Abstieg für die Mannschaft von Trainer Sascha Wolf als Tabellenschlusslicht kaum mehr zu verhindern.

Vor rund 200 Zuschauern an der Kirchstraße entwickelte sich die Partie zu einer einseitigen Angelegenheit. Die Gastgeber waren zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die DJK in ernsthafte Gefahr zu bringen. Dabei hatte Günnigfeld in der 3. Minute die erste Chance – es sollte auch gleichzeitig die einzige VfB-Möglichkeit während der 90 Minuten bleiben. Aber der Abschluss von Fabrice Meinert aus neun Metern kam eher einer Rückgabe denn einem Torschuss gleich.

Die Führung für Wattenscheid fiel im Anschluss an einen Eckballk, als Marco Gruner den Ball aus sechs Metern nahezu ohne Widerstand über die Linie drücken konnte, Wer nun auf ein Aufbäumen der Gastgeber setzte, wurde bitter enttäuscht. Nahezu emotionslos und ohne jegliches Engagement in den Zweikämpfen ließ Günnigfeld das Spiel über sich ergehen. „Die Bedeutung, die dieses Spiel für uns hatte, war zu keiner Minute zu erkennen“, war auch der Vorsitzende Frank Scheffler bitter enttäuscht. Wattenscheid hatte leichtes Spiel, konzentrierte sich darauf die Defensive stabil zu halten und wartete geduldig auf Günnigfelder Fehler.

In der 67. Minute war es dann so weit. Nach einem langen Ball kam René Löhr vor dem aus seinem Strafraum herauseilenden VfB-Keeper Pascal Plohmann an den Ball und es hieß 0:2. Das war die Entscheidung, zumal sich Saliou Sow nur drei Minuten später zu einer spöttischen Beifallsbekundung gegenüber Schiedsrichter Lars Bramkamp hinreißen ließ und nach vorheriger Gelber Karte folgerichtig mit Gelb-Rot das Feld verlassen musste.

„Wir haben nur eine klare Torchance zugelassen. Und das war der Schlüssel zum Sieg“, zollte DJK-Trainer Tibor Bali dem Defensivverhalten seiner Mannschaft ein Sonderlob: „Der Sieg ist auch ganz, ganz wichtig für den Kopf. Wir sind auf Platz elf gesprungen und haben den Anschluss an das Mittelfeld hergestellt. Wir haben fünf Punkte aus vier Spielen geholt. Dadurch sind wir dieses Jahr wieder im Soll.“

Ganz anders dagegen die Stimmungslage bei Günnigfelds Mittelfeldspieler Hakan Osma: „Ich bin sprachlos. Da fiebert man die ganze Woche dem Derby entgegen, und dann liefern wir so eine Leistung ab.“ Auch Trainer Sascha Wolf hatte Mühe, die richtigen Worte zu finden: „Für mich persönlich war dieses Spiel schon die letzte Chance, den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Es wird verdammt, verdammt schwer da unten noch raus zu kommen.“ Vor allem, weil seine Mannschaft den im Abstiegskampf unabdingbaren Kampfeswillen und die nötige Einstellung vermissen ließ. Ein Spiegelbild allerdings auch der Trainingsbeteiligung. An der ersten Trainingseinheit der Derbywoche nahm gerade einmal eine Handvoll Spieler teil. Auch ein Grund, warum der VfB seine Planungen ab sofort wohl ausschließlich auf die Bezirksliga konzentrieren kann.

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