Amateurfußball

Corona: DFB ändert Spielerwechselfrist und Spieljahr

Corona-Krise und besondere Maßnahmen: DFB-Präsidiumsmitglied Peter Frymuth, gleichzeitig Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN).

Corona-Krise und besondere Maßnahmen: DFB-Präsidiumsmitglied Peter Frymuth, gleichzeitig Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN).

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Am Niederrhein.  Der DFB setzt in der Corona-Krise die Spielerwechselfrist und den Saisonrahmen aus. Fußball-Jahr 19/20 darf über 30. Juni hinweg gespielt werden.

Die Coronakrise ist auch im Fußball purer Ausnahmezustand. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der für die Amateurfußballklassen zuständig ist, reagiert nun ebenso mit einem Ausnahmezustand. Und den darf man schon fast als Revolution titeln, um die unterbrochene Saison sportlich zu retten. Erstmals in der jüngeren DFB-Geschichte darf nämlich die Spielzeit von der 3. Liga abwärts bis in die Kreisligen C über den 30. Juni hinaus verlängert werden.

Der DFB hat den Grundsatz des Spieljahres, wonach am 1. Juli gestartet und am 30. Juni beendet wird, außer Kraft gesetzt. Und zwar bis zum 30. Juni 2021. Heißt: Die unterbrochene Saison 2019/20 könnte auch noch im August oder später fortgesetzt werden. Das gilt für die Senioren und auch für die Jugendspielklassen. Hier blieben Juniorenspieler über das Spielalter hinaus bis zum Saisonende in jener Altersstufe, in der sie im Sommer 2019 angefangen haben.

Fußball-Planungen für reguläre Saison 20/21 laufen

Dazu werden die Wechselfristen für Spieler – bisher 1. Juli bis 31. August und 1. bis 31. Januar – sowie die laufenden oder für die neue Saison bereits abgeschlossenen Verträge zeitlich angepasst. Im Klartext: So lange die Saison unterbrochen ist, müssten Spieler für ihre aktuellen Vereine bereitstehen. Auch solche Kicker, die sich zum 1. Juli einem anderen Klub anschließen. Egal, ob aus persönlichen, sportlichen oder finanziellen Gründen.

Das könnte natürlich zu einem monetären und auch psychologischen Problem für Vereine und Spieler werden, sollte die Saison tatsächlich erst viel später als Mai oder Juni wieder aufgenommen werden. Schließlich ist die Planung einer regulär startenden Spielzeit 2020/21 bei allen Klubs mit Ab- und Zugängen seit langem in vollem Gange.

Abbruch könnte Klagen nach sich ziehen

„Besondere Zeiten brauchen besondere Maßnahmen“, betont Wolfgang Jades, Vorsitzender des Verbandsfußballausschusses, „mit den neuen Regelungen halten wir uns alle Optionen offen.“ Jades sagt weiter: „Ein Abbruch der Saison könnte einige Klagen nach sich ziehen, weil man es nicht allen recht machen könnte.“ FVN-Präsident Peter Frymuth fügt an: „Mit den Regelungen ist eine gute Grundlage für den Fußball geschaffen.“ Alle Beteiligten hoffen auch darauf, dass die behördlichen Einschränkungen wegen der Corona-Krise, wenn machbar, bald gelockert werden und dann unter Auflagen wieder Amateurfußball möglich sein wird.

DFB-Vize Koch fordert staatliche Hilfe

Übrigens: DFB-Vizepräsident Roland Koch hat im Zuge der Corona-Krise staatliche Hilfen für den Amateurfußball gefordert. „Die Politik, die Länder, die Kommunen müssen unterstützen. Allein werden viele gemeinnützige Klubs nicht überleben“, betonte der 61-jährige Jurist in der ARD-Sportschau. In Deutschland gibt es rund 25.000 Vereine.

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