Handball-WM

Hiesfelder Berner schaut bei Gensheimer besonders gerne zu

Nils Berner (l.) ist Kapitän der HSG Hiesfeld/Aldenrade und fiebert ab Freitag bei der Handball-WM vor dem Fernseher mit der deutschen Mannschaft.

Nils Berner (l.) ist Kapitän der HSG Hiesfeld/Aldenrade und fiebert ab Freitag bei der Handball-WM vor dem Fernseher mit der deutschen Mannschaft.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Dinslaken  Der Kapitän des Handball-Oberligisten HSG Hiesfeld/Aldenrade drückt vor dem Fernseher der deutschen Mannschaft bei der WM die Daumen.

Die Weltmeisterschaft der Handballer im fernen Ägypten läuft bereits seit Mittwochabend. Zum Start des Turniers konnte der Gastgeber mit seinem 35:29-Sieg über Chile gleich ein Ausrufezeichen setzen und ist ordentlich gestartet. Am Freitag geht es auch für die deutsche Nationalmannschaft los. Auftaktgegner für die Sieben von Alfred Gislason ist Uruguay (18 Uhr/ARD). Die Südamerikaner sind nicht unbedingt für ihre Handballkünste bekannt und zählen mit Kap Verde zu den krassen Außenseitern in der Gruppe A. Ernst wird es da wohl nur zwischen Deutschland und den Ungarn.

Während die Profis also in der Liga, Champions League oder auf internationaler Bühne ran dürfen, ruht im Amateursport weiter der Ball. Genügend Zeit also, um es sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen und die Weltmeisterschaft zu verfolgen. Nils Berner spielt seit den Minis beim TV Jahn Hiesfeld (HSG Hiesfeld/Aldenrade), war bis zuletzt sogar Kapitän der Mannschaft und hat mit seinen 31 Jahren natürlich auch einiges an Erfahrung in dem Sport gesammelt. Er gilt generell als sportbegeistert, freut sich aber besonders auf die Weltmeisterschaft der Handballer. "Gerade in dieser Zeit bietet sich ein solches Event natürlich sehr gut an. Da werde ich selbstverständlich mit meinen beiden Mitbewohnern vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern."

Sichert der Menschen gehört an die erste Stelle

Bei aller Vorfreude steht der 31-Jährige dem Event aber auch kritisch gegenüber: "Man hört aus den Lagern in Ägypten, dass die Umsetzung der Corona-Maßnahmen nicht einwandfrei klappt, und das sollte natürlich schon das oberste Gebot sein. Die Sicherheit der Menschen gehört an die erste Stelle."

Einige Spieler aus dem deutschen Kader haben vor dem Turnier aus persönlichen Gründen abgesagt, da sie in dieser Zeit lieber bei ihren Familien sein wollen. So auch der ehemalige Hiesfelder Patrick Wiencek. Für Wiencek, Weinhold & Co., also jene, die nicht mitgefahren sind, hat Berner Verständnis. "Das kann ich sehr gut verstehen. Die anhaltende Pandemie stellt ein großes Risiko dar und nicht umsonst müssen viele Sportarten derzeit pausieren. Da ist es natürlich noch einmal besonders, wenn Familienväter für einen längeren Zeitraum von ihren Familien getrennt sind."

Träume vom Halbfinale

Aber Absagen der Spieler hin oder her, Berner sieht dennoch gute Chancen für die deutsche Sieben und fängt gleich an zu träumen: "Wenn alles glatt läuft, dann wird es mindestens das Viertelfinale, vielleicht sogar das Halbfinale. Und wenn man da einmal ist, wer weiß, was dann passiert."

Als gelernter Linksaußen ist die Frage schnell beantwortet, welchem Spieler Berner besonders gerne zuschaut. "Das ist", verrät er mit einem Schmunzeln, "natürlich Uwe Gensheimer und sein nicht vorhandenes Handgelenk. Noch lieber würde ich Noah Beyer (Dinslakener in Diensten des Tusem Essen) dort sehen, aber da hat der Bundestrainer wohl gepennt."

Skandinavische Mannschaften bei den Favoriten

Zu den großen Favoriten zählen die Deutschen weder bei den Experten noch bei Nils Berner. Der 31-Jährige sieht eine Fünfergruppe bestehend aus Frankreich, Kroatien, Spanien, Dänemark und Norwegen an der Spitze. "Wobei ich da den skandinavischen Mannschaften die Daumen drücken würde", ergänzt er. Gespannt auf die Durchführung und das Abschneiden der Deutschen Mannschaft ist wohl die ganze Nation. Und was ist derzeit schon lobenswerter als vor dem Fernseher zu sitzen und Handball zu schauen...

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