Fußball-Bundesliga

Dawid Kownacki wird Rekordspieler von Fortuna Düsseldorf

Thomas Pledl (li.), Zugang vom FC Ingolstadt, und der wiedergenesene Jean Zimmer, im ersten Training.

Thomas Pledl (li.), Zugang vom FC Ingolstadt, und der wiedergenesene Jean Zimmer, im ersten Training.

Foto: Janning

Düsseldorf.   Der Kapitän von Polens U-21-Nationalmannschaft unterschrieb bis 2023 bei Fortuna Düsseldorf und kostet etwas über sieben Millionen Euro.

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Der bisherige Rekordspieler war bei Fortunas Vorbereitungsstart gar nicht mehr dabei, denn Marvin Ducksch wechselte am Freitag für 1,8 Millionen Euro Ablöse nach Hannover. Sein Nachfolger in der Rangliste der teuersten Fortuna-Spieler aller Zeiten fehlte allerdings ebenfalls, als Trainer Friedhelm Funkel seine Schützlinge am Sonntag zum ersten Training der Saison bat – noch. Denn am Nachmittag setzte Dawid Kownacki seine Unterschrift unter einen Vier-Jahres-Vertrag bei den Düsseldorfern. Da er unterm Strich etwas mehr als sieben Millionen Euro Ablöse kosten wird, löste der Kapitän der polnischen U-21-Nationalmannschaft Ducksch (zwei Millionen) als teuersten Einkauf der Klubgeschichte ab.

Dabei ist die Verpflichtung Kownackis tatsächlich ein Schnäppchen. Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel gelang es, die ursprünglich auf 12,5 Millionen Euro festgesetzte Ablösesumme um rund fünf Millionen zu senken. Möglich wurde das durch eine originelle Vertragskonstruktion: Kownacki wird zunächst für ein Jahr ausgeliehen, doch es tritt automatisch ein fester Kontrakt bis 2023 in Kraft, sobald der Angreifer eine bestimmte Anzahl an Einsatzminuten absolviert hat. Und diese Anzahl ist dem Vernehmen nach mehr oder weniger symbolisch.

Ratenzahlung für Kownacki

Hintergrund der Abmachung ist, dass Fortuna so zunächst nur eine vergleichsweise geringe Leihgebühr zahlen muss und die restliche Ablöse in drei Jahresraten abgelten darf. Eine Rückkaufoption seitens Sampdorias wurde übrigens nicht vereinbart, und es gibt zwar eine Ausstiegsklausel für den Spieler – diese jedoch übersteigt die Kaufsumme nach Informationen der Redaktion um mehr als das Dreifache.

Kein Wunder also, dass die Stimmung beim Trainingsauftakt auf der Nebenkampfbahn der Arena ausgezeichnet war. Unter den 300 Zuschauern hatte sich die positive Entwicklung bereits herumgesprochen, und als eine kleine Medienrunde Kapitän Oliver Fink über den zu diesem Zeitpunkt noch bevorstehenden Deal informierte, strahlte der 37-Jährige ebenfalls: „Wirklich? Das freut mich, der Kerl ist richtig gut.“

Das war aber nicht der einzige Grund für die gute Laune. Als die Fortunen nach einer kurzen Begrüßungsansprache Funkels den Platz betraten, brandete ihnen kräftiger Applaus entgegen; den Fans war deutlich anzumerken, dass sie den Profis für deren überragende vergangene Saison noch einmal danken wollten. Da fiel es zunächst kaum auf, dass Benito Raman nicht mit seinen Noch-Kollegen trainierte. Der Belgier, der den Verein unbedingt in Richtung FC Schalke 04 verlassen möchte, drehte einsam seine Runden hinter dem Mannschaftsquartier. Es habe keinen Sinn, so die Erklärung Fortunas, Raman in dieser Verhandlungslage in ein öffentliches Training zu schicken.

Kaan Ayhan machte Pause

Auch Kaan Ayhan machte die Einheit in brütender Hitze nicht mit. Im Gegensatz zu seinem türkischen Nationalmannschaftskollegen Kenan Karaman genoss er noch einen Tag Extraurlaub, weil er obendrein geheiratet hatte. Ins Trainingslager am Wiesensee (von Montag bis 8. Juli) fährt der 24-Jährige jedoch mit. Vielleicht trifft Ayhan dort schon einen neuen Kollegen, denn Pfannenstiel kündigte an, dass vielleicht schon Mitte der Woche ein Ersatz für den zum FC Watford zurückgekehrten Dodi Lukebakio eintreffen werde: „Ich habe da etwas Interessantes in der Pipeline.“

Der Kownacki-Deal überstrahlte indes alles. „Seine Verpflichtung ist für Fortuna ein Transfer von außergewöhnlicher Bedeutung“, meinte Pfannenstiel. „Dawid langfristig an den Verein zu binden, ist ein sportlicher Meilenstein.“

Während seine Kollegen in der Mittagshitze von Stockum kräftig schwitzten, durfte Kownacki noch ein wenig feiern: Zu Hause in Polen stand die Taufe von Töchterchen Lena (knapp drei Monate alt) auf dem Programm. Anschließend gibt es noch ein wenig Sonderurlaub, da der 22-Jährige als Kapitän Polens die U-21-EM spielte. Somit wird er am Wiesensee noch nicht zu seinen alten und neuen Kollegen stoßen. Spätestens im zweiten Trainingscamp in Maria Alm ist Kownacki aber mit von der Partie. (jol)

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