Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf im Kampf gegen das Herbsttief

Dank an die Fans nach einem schwarzen Abend in Berlin: (v. li.) Erik Thommy, Alfredo Morales, Niko Gießelmann und Matthias Zimmermann.

Dank an die Fans nach einem schwarzen Abend in Berlin: (v. li.) Erik Thommy, Alfredo Morales, Niko Gießelmann und Matthias Zimmermann.

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Wenn der Sommer geht, verlieren die Düsseldorfer ihre Form. In der vergangenen Saison fanden sie sie durch Ruhe und Teamgeist wieder.

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Fußballprofis gelten gemeinhin nicht als wetterfühlig. Fortuna Düsseldorf könnte einen jedoch glatt dazu verleiten, ans Gegenteil zu glauben. Denn das aktuelle sportliche Herbsttief, das die Kicker um Kapitän Oliver Fink bis auf den 15. Tabellenplatz der Bundesliga und damit in gefährliche Regionen hat stürzen lassen, ist nichts Neues: Auch in der vergangenen Saison trat Fortuna ihren Sturz ans Tabellenende an, als die Herbstwinde rauschten und die Blätter von den Bäumen fielen.

Rückblende. Am dritten Spieltag der Vorsaison landete das Team von Trainer Friedhelm Funkel mit dem 2:1 gegen Hoffenheim seinen ersten Sieg nach dem Wiederaufstieg. Es folgte noch das 0:0 beim VfB Stuttgart – und am 26. September gegen Bayer Leverkusen, eine Heimniederlage. Dieses 1:2 am fünften Spieltag, ein 0:3 in Nürnberg und ein 0:2 gegen den FC Schalke führten dazu, dass Fortuna nach dem siebten Liga-Durchgang und der dann folgenden Länderspielpause auf Platz 17 abgestürzt war.

Parallelen zur Vorsaison

Die Parallelen sind offensichtlich. Fast auf den Tag genau zwölf Monate später sind die Düsseldorfer wieder mit einer bitteren Niederlage in eine Länderspielpause gegangen. Diesmal stehen sie zwar zwei Plätze besser da als damals, doch hat das eher mit der Bilanz der Konkurrenz zu tun: 2018/19 war Stuttgart mit fünf Punkten Letzter, heute genügen Fortuna deren vier, um hauchdünn über dem Strich zu bleiben.

Eine Beruhigungspille ist das nicht, denn natürlich war die Leistung beim 1:3 in Berlin am vergangenen Freitag ein noch größeres Alarmsignal als der Tabellenstand, den jeder Realist angesichts des schweren Startprogramms so oder so ähnlich hätte erwarten müssen. „Wir haben ganz schlecht verteidigt, viel zu viel zugelassen und vorne zu wenig kreiert“, fasste Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zusammen. „Mit unter 40 Prozent Zweikampfquote kann man nicht gewinnen, in Berlin nicht und auch nirgendwo sonst. Da werden alle Fortunen wahnsinnig, wenn sie sich dieses Spiel anschauen.“ Gleichwohl wandte sich Pfannenstiel deutlich gegen Spekulationen, die Mannschaft sei womöglich nicht gut genug für die Bundesliga: „Das ist keine Frage der Qualität, aber die Frage nach dem Warum kann schon aufkommen.“

Lieber spielen als kämpfen

Diese Frage hat sich auch Trainer Friedhelm Funkel schon gestellt und ist auch auf eine Antwort gekommen: „Wir wollen im Moment zu viel Fußball spielen und wollen nicht so in die Zweikämpfe, wie man sich das eigentlich vorstellt. Aber ich glaube an meine Mannschaft.“

Auch in diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick in die Vorsaison. Da erreichte Fortuna sogar erst nach der Oktober-Länderspielpause ihren Tiefpunkt, als sie am achten Spieltag bei Eintracht Frankfurt die legendäre 1:7-Klatsche einsteckte. Die Wende kam erst an Spieltag elf mit dem 4:1 gegen Hertha. Natürlich sollte sich niemand darauf verlassen, dass sich die Geschichte derart exakt wiederholt. Doch dass die späteren Stars Dodi Lukebakio, Benito Raman und Kevin Stöger zum vergleichbaren Zeitpunkt 2018 noch kein Faktor waren, darf man sich getrost in Erinnerung rufen, bevor man in zu allzu laute und vor allem verfrühte Unkenrufe über die Qualität des Kaders verfällt. (jol)

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