Fußball-Bundesliga

Fortunas Fast-schon-Endspiel gegen den VfB Stuttgart

Eine der vielen Glanztaten des VfB-Keepers Ron-Robert Zieler im torlosen Hinspiel: Hier vereitelt er einen Treffer von Kaan Ayhan.

Eine der vielen Glanztaten des VfB-Keepers Ron-Robert Zieler im torlosen Hinspiel: Hier vereitelt er einen Treffer von Kaan Ayhan.

Foto: Janning

Düsseldorf.   Wenn die Fortuna Stuttgart schlägt, könnte das eine Vorentscheidung im Abstiegskampf sein. Trainer Friedhelm Funkel will davon nichts wissen.

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Friedhelm Funkel hat sichtlich Spaß beim Betrachten der Spieltagsinfos. Dass der Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf am Sonntag (18 Uhr) gegen den VfB Stuttgart sein 800. Bundesligaspiel als Spieler und Trainer bestreite, steht dort zu lesen. „Den Felix krieg’ ich auch noch“, sagt Funkel lachend, als er auf der Liste Felix Magath mit 801 Einsätzen entdeckt – als Drittplatzierten hinter Jupp Heynckes (1038) und Otto Rehhagel (1037). „Die anderen beiden noch zu holen, wird aber schwer.“ Stimmt wahrscheinlich, denn dafür müsste Funkel mit seinen 65 Jahren noch weitere sieben Erstliga-Saisons absolvieren.

Das ehrenvolle Jubiläum ist aber auch schon das einzig Besondere, das Funkel der Sonntagspartie zugesteht. „Es ist ein Spiel wie jedes andere, das wir bis zum Saisonende noch haben werden“, beteuert der Coach. „Wir haben nur noch wichtige Begegnungen, und deshalb ist es gegen den VfB auch kein Endspiel. Ein solches gibt es vielleicht am 34. Spieltag, auch wenn wir natürlich verhindern wollen, dass es derart knapp wird.“

Kein Spiel wie jedes andere

Ohne dem erfahrenen Trainer zu nahe treten zu wollen: Der Versuch, seiner Mannschaft ein wenig den Druck zu nehmen, ist in diesem Fall doch arg durchsichtig. Denn von einem „Spiel wie jedem anderen“ zu sprechen, verbietet schon die Tabelle. Bei den Vergleichen der Fortuna mit dem VfB und von Hannover 96 mit dem 1. FC Nürnberg treffen an diesem 21. Spieltag vier der letzten fünf der Bundesligatabelle aufeinander. Wer hierbei die Oberhand behält, hat nicht nur auf der Punkteseite, sondern mehr noch für den Kopf einen ganz klaren Vorteil.

Das gilt insbesondere für Fortuna. Sollte sie den VfB schlagen, hätte sie 13 Spieltage vor Saisonende zehn Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, und das bei einer im Vergleich klar besseren Tordifferenz. Sollten sich dann auch noch 96 und der Club unentschieden trennen, wären es zwölf Zähler auf einen direkten Abstiegsrang. Ein Rechenspielchen, sicherlich – aber eines, das die besondere Bedeutung des Stuttgart-Spiels zeigt. Käme es tatsächlich so, wäre es aus Düsseldorfer Sicht fast schon eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt.

Erinnerung an 2013

Doch genau davon will Funkel nichts wissen. „Die Fans können sich sicher noch gut an meinen VfB-Kollegen Markus Weinzierl erinnern“, mahnt er. „Er lag 2013 mit dem FC Augsburg scheinbar schon aussichtslos zurück und hat dann Fortuna noch überholt.“ Damals hat der FCA freilich in Düsseldorf gewonnen – in diesem Sinne ist es am Sonntag eben doch ein „Fast-schon-Endspiel“. (jol)

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