Fußball-Bundesliga

Fortunas Matthias Zimmermann fordert „absoluten Willen“

Zwiegespräch an der Seitenlinie: Bei Matthias Zimmermann (rechts) kann sich Trainer Friedhelm Funkel darauf verlassen, dass seine Anweisungen sofort umgesetzt werden.

Zwiegespräch an der Seitenlinie: Bei Matthias Zimmermann (rechts) kann sich Trainer Friedhelm Funkel darauf verlassen, dass seine Anweisungen sofort umgesetzt werden.

Foto: imago

Düsseldorf.  Abwehrspieler ist heiß auf die nächsten Partien. Er will zeigen, „dass das zuletzt nicht die wirkliche Fortuna war, dass wir es besser können“.

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Der Abpfiff im Berliner Olympiastadion ist schon eine ganze Weile verklungen, aber abgehakt hat Fortunas Außenverteidiger Matthias Zimmermann die 1:3-Niederlage bei Hertha BSC noch lange nicht. „Das Spiel war zusammen mit Leverkusen unser schlechtestes in dieser Saison. Echt ärgerlich, denn in Berlin wäre etwas gegangen“, meint der 27-Jährige. „Wir kommen aktuell nicht auf die hundert Prozent Leistung, die jeder Spieler braucht, um in der Liga zu bestehen. Ganz draußen aus den Köpfen ist Berlin daher noch nicht.“

Zimmermann ist eben keiner, der Defizite einfach so hinnimmt. „Wir waren schon vor Berlin manches Mal nicht konzentriert genug und hatten nicht den absoluten Willen, die Szenen zu verteidigen“, erklärt er. Es seien die Basics des Fußballs, auf die Fortuna sich zurückbesinnen müsse, Systemfragen seien zweitrangig. „In Berlin haben wir uns einfach zu weit zurückdrängen lassen“, sagt der gebürtige Karlsruher. „Es war nie unser Plan, mit einer Sechserkette zu verteidigen. In diesem 6-3-1-System, in das wir uns von Hertha haben hineinzwängen lassen, wurden die Wege zum Gegner zu weit – und so sind wir nicht in die Zweikämpfe hineingekommen.“

Wieder wie im vergangenen Jahr

Diese Fremdbestimmung, die Zimmermann ausgemacht hat, ist der maßgebliche Unterschied zur grandiosen Rückrunde 2018/19. Da zwang Fortuna den Gegnern ihren Willen auf, ließ selbst technisch wesentlich besseren Kontrahenten keinen Raum, ihr Spiel zu entwickeln. Die Düsseldorfer galten als „eklige Gegner“, niemand spielte gern gegen sie. „Und da müssen wir wieder hinkommen“, fordert der Abwehrspieler. „Entscheidend ist, dass wir wieder kompakter stehen und jeder bereit ist, mit letztem Willen die Fehler des anderen auszubügeln. Wenn jeder das Gefühl hat, dass der Nebenmann alles für ihn tut, dann bin ich auch sehr zuversichtlich, dass wir die Spiele wieder gewinnen.“

Nach der Länderspielpause bietet sich die gute Gelegenheit für einen Neustart. „Es ist klar, dass wir gegen die direkten Konkurrenten punkten müssen“, sagt Zimmermann mit Blick auf die anstehenden Partien gegen Mainz (Samstag, 15.30 Uhr, Arena), in Paderborn und gegen Köln. „Letztlich ist unser Problem eine Kopfsache, aber daran kann man gut arbeiten. Man kann das schnell regulieren, indem jeder mehr sprintet, dem Gegner weniger Platz lässt und dem Kollegen hilft.“

Teamgeist in Reinkultur also. Er war die größte Stärke der Düsseldorfer, die durch ihn in der Lage waren, all jene Experten zu düpieren, die ihnen den sicheren Abstieg vorhergesagt hatten. Auch Trainer Friedhelm Funkel will diesen Punkt wieder erreichen, zieht dafür in der Länderspielpause ein saftiges Programm durch. „Es ist die härteste Arbeit meiner ganzen Fußballerzeit“, berichtet Zimmermann. „Aber ich mag das. Ich will marschieren, ich will in die Zweikämpfe, ich will besser werden.“ Und das am liebsten sofort: „Schon am Tag nach dem Spiel in Berlin war ich heiß darauf zu zeigen, dass das nicht die wirkliche Fortuna war, dass das nicht der wirkliche Matthias Zimmermann war. Wir brauchen jetzt diesen absoluten Willen, es besser zu machen.“ (jol)

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