Fußball

Fortunas Oliver Fink peilt 50 Bundesliga-Spiele an

Oliver Fink (links) kam in der vergangenen Saison verletzungsbedingt erst spät in Fahrt.

Oliver Fink (links) kam in der vergangenen Saison verletzungsbedingt erst spät in Fahrt.

Foto: Foto: Lars Baron / Getty Images

Sechs Partien im Oberhaus fehlen dem Routinier dafür noch. Fink sieht nach erfolgreicher Vorsaison eine gestiegene Erwartungshaltung.

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Es gibt kaum etwas, was Oliver Fink in seiner Karriere noch nicht erlebt hat. Seit zehn Jahren ist der 37-Jährige jetzt bei Fortuna, fast zwei Jahrzehnte schon hat er sich dem Fußball professionell gewidmet. Daraus sollte jedoch niemand den Schluss ableiten, dass ihn Szenen wie am Sonntagvormittag kalt ließen. „Wenn du nach dem Urlaub zum ersten Training auf den Platz gehst und 300 Leute klatschen dir Beifall“, sagt der Kapitän, „dann ist das ein richtig tolles Gefühl. Jedes Mal. Man freut sich einfach, dass anerkannt wird, was man geleistet hat. Ohne die Unterstützung der Fans wären wir niemals so erfolgreich gewesen.“

Doch lässt sich der unerwartete Erfolg in der Comebacksaison, die Fortuna mit 44 Punkten als Zehnter beendete, überhaupt wiederholen? Fink ist da Realist. „Ich hoffe schon, dass die anderen Klubs uns immer noch ein wenig unterschätzen“, sagt er. „Kevin Stöger fällt schließlich wegen seines Kreuzbandrisses bis zum Winter aus, und er war in den letzten Monaten der Saison unser Zugpferd. Dazu haben wir weitere wichtige Leute verloren.“

Ein Problem könne auch sein, dass die Erwartungshaltung gestiegen sei. „Die Latte liegt etwas höher als in der vergangenen Saison. Die Ansprüche sind gewachsen, auch unsere eigenen, aber es wird eben noch ein Stückchen schwerer als im letzten Jahr.“ Platz 15 bleibe deshalb wie nach dem Aufstieg oberstes Saisonziel, „denn alles andere wird uns wohl nicht mehr so passieren“.

Triumphzug nicht einfach wiederholbar

Der Triumphzug vor allem in der Rückrunde, als der vorab allseits zum Absteiger Nummer eins erklärte Underdog mit 26 Punkten eine europapokalreife Bilanz verbuchte, wird nicht einfach so wiederholbar sein.

Fink rückt von dieser vorsichtigen Haltung nicht ab, obwohl in Union Berlin und dem SC Paderborn zwei Klubs aufgestiegen sind, die vom Kader her möglicherweise hinter den Düsseldorfern eingestuft werden können. „Davor würde ich mich hüten“, warnt der gebürtige Oberpfälzer. „Mit uns hatten die anderen Mannschaften genauso geplant, und am Ende sind wir Zehnter geworden.“

Im Vordergrund: Körperliche Fitness und Teamgeist

Am Sonntag fiel der Startschuss für die Vorbereitung auf die neue Saison, tags darauf ging es gleich ins erste Trainingslager in den Westerwald. Dort sollen die Grundlagen dafür gelegt werden, dass Fortuna ihre großen Stärken der vergangenen Spielzeit erhalten bleiben: körperliche Fitness und Teamgeist. „Ein gutes Betriebsklima ist für uns besonders wichtig“, erklärt Fink. „Dafür wäre es natürlich das Beste, wenn der Kader möglichst komplett wäre. Aber es ist normal, dass das zu einem so frühen Zeitpunkt noch nicht der Fall ist. Wir haben noch genug Zeit.“ Zeit, die für den Kapitän hoffentlich positiver verläuft als vor einem Jahr. Da warfen ihn verschiedene Verletzungen immer wieder zurück, so dass er erst mit großer Verspätung zu einem festen Teambestandteil werden konnte.

Solche Rückschläge kann er für sein persönliches Ziel nicht gebrauchen: „Ich habe da unseren Trainer im Hinterkopf. Friedhelm Funkel hat immer gesagt: Du bist erst ein richtiger Bundesligaspieler, wenn du 50 Bundesligaspiele hast. Und da fehlen mir noch ein paar.“ Da stapelt Fink freilich etwas tief: 44 Partien im Oberhaus stehen für ihn bislang zu Buche, und die fehlenden sechs sollte er bei allem Realismus schon einfahren können.

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