Fußball-Bundesliga

HSV-Versagen bringt mehr Geld für Fortuna Düsseldorf

Kann mit mehr Geld planen: Sportvorstand Lutz Pfannenstiel.

Kann mit mehr Geld planen: Sportvorstand Lutz Pfannenstiel.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing

Düsseldorf.   Durch Auf- und Abstieg in erster und zweiter Liga können die TV-Einnahmen von Fortuna Düsseldorf um bis zu 6,5 Millionen Euro steigen.

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Trotz der 2:3-Niederlage in Dortmund war es durchaus ein gutes Wochenende für Fortuna Düsseldorf. Dafür sorgten neben der eigenen starken Leistung am vorletzten Bundesliga-Spieltag vor allem andere Mannschaften. Denn die Zweitliga-Ergebnisse am Sonntag waren ganz nach dem Geschmack der Düsseldorfer. Der sichere Nicht-Aufstieg des Hamburger SV, der am letzten Spieltag drei Punkte und völlig unrealistische 21 Tore aufholen müsste, wirkt sich für die Fortuna positiv aus – besonders wirtschaftlich.

Nach der Niederlage des HSV steht fest, dass entweder der SC Paderborn oder Union Berlin aufsteigen werden. Abgesehen davon, welche dieser Mannschaften man sportlich stärker einschätzt, ist somit klar: Fortuna verlässt den letzten Platz in der Bundesliga-TV-Geld-Tabelle. Sowohl die Ostwestfalen als auch die Hauptstädter rangieren in der Fünf-Jahres-Tabelle „Bestandsschutz“ hinter der Fortuna. Paderborn holte in seiner einzigen Bundesliga-Saison 2014/15 nur 31 Punkte, Fortuna hat jetzt bereits zehn Zähler mehr. Union spielte noch nie in der Eliteklasse.

Einnahmen steigen

Damit steigen die Einnahmen der Düsseldorfer allein nach den bisherigen Maßstäben um 1,5 Millionen Euro. Da jedoch 2019/20 die TV-Gelder für alle Klubs insgesamt erhöht werden, dürfen die Düsseldorfer mit mindestens 1,7 Millionen Euro mehr kalkulieren. Sollte der VfB Stuttgart zudem die Relegation gegen einen der beiden Klubs verlieren, rutscht Fortuna noch einen Platz nach vorne – und könnte unterm Strich sogar rund 3,5 Millionen Euro mehr verbuchen. Ob Fortuna am Ende Zehnter, Elfter oder Zwölfter wird, macht dabei keinen Unterschied.

Das ist aber noch nicht alles. Selbst Insider ziehen beim komplizierten Vier-Säulen-Modell (siehe Erklärung weiter unten) meist nur den Aspekt „Bestand“ heran, der sich nach dem sportlichen Erfolg der jüngsten fünf Jahre richtet, getrennt nach erster und zweiter Liga. Tatsächlich sind die weiteren Säulen „Sportliche Nachhaltigkeit“, die das Abschneiden der vergangenen 20 Jahre berücksichtigt, und „Nachwuchs“ (Einsatz von U-23-Spielern) eher zu vernachlässigen. Die vierte Säule „Wettbewerb“, in der 23 Prozent der gesamten TV-Gelder verteilt werden, schafft hingegen interessante Möglichkeiten.

Gemischte Tabelle

In dieser Säule der Fernsehgeld-Berechnung geht es um eine gemischte Tabelle der Erst- und Zweitligisten, errechnet nach den Punktgewinnen der jüngsten fünf Spielzeiten. Vor Saisonbeginn war Fortuna in dieser speziellen Rangliste unter 36 Teams auf Platz 23. Durch ihr erfolgreiches Abschneiden überholten die Düsseldorfer aber nicht nur Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg sowie die Zweitligisten Darmstadt 98 und FC Ingolstadt, sondern auch Union Berlin, selbst wenn die „Eisernen“ noch den Sprung in die Bundesliga schaffen sollten.

Das bedeutet vor der nächsten Spielzeit Rang 19 in der Säule „Wettbewerb“ – und damit Mehreinnahmen von 2,7 Millionen Euro schon nach den bisherigen Fleischtöpfen. Durch die Erhöhung für alle Klubs kann die Steigerung für Fortuna mehr als drei Millionen erreichen. Zusammen mit den 3,5 Millionen im Falle eines Stuttgarter Abstiegs können also auf dem TV-Sektor etwa 6,5 Millionen Euro mehr zusammenkommen; ein nettes Sümmchen, das Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel auf dem Transfermarkt gut gebrauchen könnte.

Daumen drücken für Paderborn oder Berlin

Offiziell will natürlich kein Fortuna-Verantwortlicher preisgeben, dass die Sympathien bei den Relegationsspielen der Stuttgarter am Donnerstag, 23. Mai, und Montag, 27. Mai, klar verteilt sind. Durch die wirtschaftlichen Vorteile für den eigenen Verein ist aber klar, dass die Düsseldorfer in jedem Fall den Paderbornern oder den Berlinern die Daumen drücken werden.

>> INFO: Vier-Säulen-Modell für TV-Gelder

Bis mindestens 2020/21 werden die TV-Gelder nach einem Vier-Säulen-Modell verteilt. 70 Prozent der Gelder werden nach dem sportlichen Erfolg der jüngsten fünf Jahre verteilt. Daneben gibt es die Komponenten „Sportliche Nachhaltigkeit“, „Nachwuchs“ und „Wettbewerb“.

Die letzte Saison wird fünffach, die vorletzte vierfach usw. gewertet. Der Erste dieser Wertung erhält 5,8 Prozent der Erlöse, der Letzte 2,9 Prozent.

Freundschaftsspiel am Dienstag

Am Dienstag um 18 Uhr tritt Fortunas Bundesligateam zu einem Freundschaftsspiel bei der SpVg Solingen-Wald an. (jol)

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