Fußball-Bundesliga

Karamans Höhenflug ist vorerst gestoppt

Fortuna Düsseldorf Trainingslager Wiesensee am 7.7..19

Fortuna Düsseldorf Trainingslager Wiesensee am 7.7..19

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Stürmer von Fortuna Düsseldorf muss mit Verdacht auf Innenbandriss aus dem Trainingslager abreisen. Dabei war sein Formtrend vielversprechend.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Alles schien perfekt zu laufen für Kenan Karaman. Zum Ende der vergangenen Bundesligasaison kam Fortunas Stürmer immer besser in Schuss, erzielte unter anderem beim 4:1 gegen Werder Bremen ein Traumtor nach Sololauf über 66 Meter. „Das war fast schon ein kleiner Wendepunkt in meiner Karriere“, sagt der türkische Nationalspieler. „Da habe ich eigentlich erst so richtig gemerkt, zu was ich alles in der Lage bin.“ Es folgte ein weiterer Treffer beim Saisonfinale gegen Karamans Ex-Klub Hannover 96 und zur Krönung eine sehr gelungene Länderspielphase für das Heimatland seiner Familie.

Mitten in diesen Höhenflug platzt nun ein gesundheitlicher Rückschlag. Bei einer unglücklichen Bewegung im Samstag-Training verdrehte sich der 25-Jährige das rechte Knie. Physiotherapeut Thomas Gucek prüfte sofort die Stabilität des Gelenks, die keinen Grund zu größerer Besorgnis gab. Folglich trainierte Karaman brav zu Ende, doch im weiteren Tagesverlauf nahmen die Schmerzen doch zu.

Kein Kreuzbandschaden

Teamarzt Ulf Blecker nahm sich der Sache an, konnte zum Glück einen Kreuzbandschaden ausschließen. Es besteht aber der Verdacht einer Innenbandverletzung, und diesem soll nun bei einer MRT-Untersuchung am Montag in Düsseldorf auf den Grund gegangen werden. Karaman drohen, abhängig von der exakten Diagnose, einige Wochen Pause, während sein am Sonntag ebenfalls pausierender Teamkollege Jean Zimmer schnell wieder einsteigen kann: Die entzündeten Blasen an seinem Fuß sind zwar schmerzhaft, aber nicht weiter gefährlich.

Für Trainer Friedhelm Funkel ist Karamans Pech ausgesprochen ärgerlich. Aufgrund des Aufwärtstrends des gebürtigen Stuttgarters spielt dieser eine wichtige Rolle in Funkels Planungen für die neue Saison. Gerade in Sachen Chancenverwertung soll Karaman helfen, die Lücke zu schließen, die die Abgänge von Dodi Lukebakio und Benito Raman gerissen haben.

Karaman ist bereit dazu. „Ich weiß jetzt, was der Trainer von mir verlangt“, erklärte er kurz vor seinem Trainingsunfall. „Ich bin mehrfach direkt zu ihm gegangen, habe ihn gefragt, was ich besser machen kann. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, und diesen Tipp kann ich auch jungen Spielern nur geben. Ein Trainer wird einen nie auffressen, und unserer schon gar nicht.“ Funkels Tipps wiederum brachten Karaman weiter, bis hin zum Highlight im Juni, als die Türkei Weltmeister Frankreich in der EM-Quali 2:0 schlug. Kumpel und Fortuna-Kollege Kaan Ayhan machte dabei das 1:0, und Karaman stand 90 Minuten auf dem Platz. „Das war krass für mich“, gab der Fortuna-Stürmer zu, „ein echter Durchbruch.“ Und an diesen möchte Karaman unbedingt wieder anknüpfen, sobald es sein Knie zulässt. (jol)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben