Fußball-Bundesliga

Kenan Karaman von Fortuna Düsseldorf ist der Werder-Schreck

Die Protagonisten des 2:1: Torschütze Kenan Karaman (li.) und Vorbereiter Erik Thommy.

Die Protagonisten des 2:1: Torschütze Kenan Karaman (li.) und Vorbereiter Erik Thommy.

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Gegen die Bremer trifft Fortunas Stürmer Kenan Karaman besonders gern. Beim 3:1 an der Weser feiert der 25-Jährige ein starkes Comeback.

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Kenan Karaman hat es bei Fortuna Düsseldorf nicht immer leicht gehabt. Häufig warfen den türkischen Nationalstürmer Verletzungen zurück. Und wenn er in der Vorsaison zum Einsatz kam, fand er wegen mangelnder Spiel- und Trainingspraxis oft nicht zu der Form, die Fortunas Verantwortliche bei seinem Wechsel aus Hannover von ihm erwartet hatten. Je länger die Saison jedoch fortschritt, desto mehr steigerte sich Karaman – mit dem Höhepunkt beim 4:1 über Werder Bremen am viertletzten Spieltag, als der Angreifer nach einem 66-Meter-Solo zum 2:0 traf.

Am Samstag nun untermauerte Karaman seinen Ruf als Werder-Schreck. Beim 3:1-Erfolg Fortunas an der Weser bereitete er den Führungstreffer von Rouwen Hennings vor und erzielte dann das ebenso wichtige 2:1 mit einem knallharten Rechtsschuss selbst. „Ich weiß auch nicht, anscheinend liegt mir Bremen irgendwie“, sagte der gebürtige Stuttgarter strahlend. „Es freut mich riesig, dass ich der Mannschaft mit einem Tor und einer Vorlage wieder helfen konnte.“

Knieprobleme vor dem Spiel

Abzusehen war diese Traumquote, die Karaman noch mit einem rundum gelungenen Gesamtauftritt als zweite Spitze neben Hennings untermauerte, zuvor beileibe nicht. In den Tagen vor der Partie hatte der Stürmer mit Knieproblemen zu kämpfen, die aus einem Kapselriss resultierten, den er sich im ersten Trainingslager am Wiesensee zugezogen hatte. „Es gab immer wieder Rückschläge“, berichtete Karaman. „Umso mehr hat es mich gefreut, als der Trainer auf mich zukam, er wolle mir das Vertrauen schenken. Ich sollte einfach so lange alles reinhauen, wie die Kraft reicht.“

Und das tat der 25-Jährige dann auch. Vor allem in den beiden richtungweisenden Szenen des Spiels. In der 36. Minute setzte Karaman nach, als ein von Matthias Zimmermann gespielter Ball schon verloren schien. Der Effekt: Nuri Sahin schoss Karaman an, der passte nach einem entschlossenen Antritt in den Rücken der Abwehr und durfte anschließend jubeln: „Ich freue mich total, dass mein Einsatz da belohnt wurde und ich Rouwen den Ball auflegen konnte.“

„Das Gegentor war richtig blöd“

Fünf Minuten nach Werders Ausgleich war dann der Deutsch-Türke selbst Profiteur einer starken Vorarbeit. Erik Thommy legte nach einem herrlichen Pass von Lewis Baker direkt auf Karaman ab, der daraufhin Werders Schlussmann Jiri Pavlenka überraschte. „Das Gegentor zuvor war richtig blöd“, resümierte der Stürmer, „aber inzwischen können wir mit Rückschlägen ganz gut umgehen.“ Wenig später hätte es mit dem starken Lauf des Ex-Hannoveraners indes vorbei sein können, denn nach einer umstrittenen Gelben Karte zuvor leistete er sich ein Foul, das das Bremer Publikum auf die Barrikaden brachte. „Da habe ich kurz Angst gehabt“, gab Karaman zu. „Deshalb hat der Trainer mich auch kurz danach runtergenommen, damit es nicht doch noch Gelb-Rot gibt.“

Friedhelm Funkel machte am Samstag in Sachen Karaman also alles richtig. Überhaupt spielt der 65-Jährige für den Stürmer eine große Rolle, nahm Funkel ihn doch schon gegen Ende der vergangenen Saison zur Seite und kündigte ihm an, er werde für Fortuna künftig noch wichtiger. Speziell als Werder-Schreck hatte der Coach ihn jedoch nicht auf dem Zettel. Auf die Frage, ob er bei Karamans Nominierung an den 66-Meter-Sololauf vom April gedacht habe, antwortete Funkel entwaffnend: „Och, echt, der war gegen Bremen?“ Auch der Trainerfuchs darf ja mal Glück haben. (jol)

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