Frauenfußball

Derby-Traum des MSV Duisburg zerplatzt in der Schlussphase

Turid Knaak (links), hier im Duell mit Nina Lange, erzielte den Essener Ausgleich und bereitete das Siegtor vor.

Turid Knaak (links), hier im Duell mit Nina Lange, erzielte den Essener Ausgleich und bereitete das Siegtor vor.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Frauen-Bundesligist bleibt nach dem 1:2 in Essen weiter ohne Punkt. Zwei ehemalige Duisburgerinnen treffen in den letzten Minuten.

Der Traum von der Wende lebte. 85 Minuten lang war der MSV Duisburg in der Fußball-Bundesliga der Frauen drauf und dran, mit einem Sieg im Derby bei der SGS Essen die ersten drei Pflichtspielniederlagen in dieser Saison vergessen zu machen und die ersehnten ersten Punkte aufs Konto zu packen. Zwei ehemalige Duisburgerinnen ließen diesen Traum zerplatzen. Turid Knaak und Ramona Petzelberger, vor zwölf Jahren beide Deutsche Meisterinnen mit den B-Juniorinnen des FCR 2001, drehten in der Schlussphase den Rückstand ihres Teams noch in einen 2:1 (0:1)-Sieg um.

Wie die Mannschaft reagierte? Erwartungsgemäß. „Die Mädels sind natürlich am Boden zerstört“, berichtete Trainer Thomas Gerstner. Er ging mit den beiden späten Rückschlägen anders um. „Wenn man selbst nicht das zweite Tor macht und sich am Ende, auch bedingt durch Müdigkeit nach großem Kampf, zwei Unaufmerksamkeiten leistet, dann ist das halt Fußball. Es ist aber so, dass wir eine sehr gute Performance abgeliefert haben und auf jeden Fall darauf aufbauen können“, so Gerstner.

Konzept geht lange auf

Lange Zeit ging das Konzept, das er seiner Elf auf den Platz mitgegeben hatte, vollständig auf – und auch der Einsatz, an dem es beim Pokal­aus in Bielefeld noch gemangelt hatte, stimmte: Alle drei gelben Karten im Spiel gingen auf das Duisburger Konto. „Im Prinzip war der Spielverlauf wie gemalt für uns“, schilderte Gerstner. Essen rannte gegen naturgemäß tiefstehende Zebras an, scheiterte aber stets an den – O-Ton Gerstner – „zwei Bussen“, die der MSV in seinem Strafraum geparkt hatte. Nach vorn gab es dadurch aber keine Verkehrsbehinderung: Der MSV kam zu eigenen Möglichkeiten, allen voran durch Lisa Makas, die mehrmals sehr gefährlich vor dem Essener Kasten auftauchte. Das Führungstor bereitete sie ebenfalls vor: Der Schuss der Österreicherin konnte noch geklärt werden, aber Antonia Halverkamps staubte zum 0:1 ab. (27.).

Erwartungsgemäß erhöhte die SGS den Druck danach noch mehr, blieb aber dabei zunächst so glücklos, dass nach Beobachtung des Gästecoachs schon Verzweiflungsaktionen erfolgten. Immer wieder flogen Flanken in den Strafraum – und irgendwann tat sich dann doch die Lücke auf, als Turid Knaak in der 85. Minute der Ausgleich gelang. Die Nachspielzeit war fast herum, als Ramona Petzelberger nach Knaak-Flanke das 2:1 köpfte.

MSV: Härling – Lange, Fürst, Hochstein, O’Riordan, Angerer – Morina (88. Debitzki), Radtke, Zielinski, Makas – Halverkamps (90. Maksuti).

Tore: 0:1 Halverkamps (27.), 1:1 Knaak (85.), 2:1 Petzelberger (90./+2).

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