Handball

Entscheidungsspiele könnten die Aufsteiger ermitteln

Das Corona-Virus hat starke Auswirkungen auf den Handball.

Das Corona-Virus hat starke Auswirkungen auf den Handball.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Duisburg.  Noch immer ist offen, wie es nach der Corona-Pause für die Duisburger Mannschaften weitergeht. Eine Duisburgerin steht vor der Meisterschaft.

Noch wissen die Duisburger Handball-Vereine nicht, wie es für sie nach der Corona-Pause weitergeht. Dass in dieser Saison noch einmal gespielt wird, wurde aber durch den Beschluss der Handball Bundesliga Frauen (HBF), die Saison in der 1. und 2. Bundesliga vorzeitig abzubrechen, noch einmal ein bisschen unwahrscheinlicher. Was die sportliche Wertung anbelangt, hat der HBF-Vorstand um den „Hexer“ Andreas Thiel beschlossen, „dass es für die laufende Saison keine sportlichen Absteiger aus der 1. und 2. Liga gibt. Über mögliche Aufsteiger sowie die Vergabe der internationalen Startplätze wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Falls ein Meister gekürt wird, wäre Alina Grijseels zum ersten Mal in ihrer Karriere deutsche Meisterin. Die 23-jährige Duisburgerin lag mit Borussia Dortmund nach 18 von 26 Spieltagen einen Punkt vor dem amtierenden Meister SG BBM Bietigheim. Den Pokalsieg kann sich die Nationalspielerin, die 2013 für den TV Aldenrade in der Oberliga spielte, eventuell noch auf sportlichem Wege sichern. Das Final Four kann am 23./24. Mai in Stuttgart nicht stattfinden. Der HBF-Vorstand prüft aber die Verlegung auf einen späteren Termin. Borussia Dortmund wäre im Halbfinale gegen den Bundesliga-Elften Frisch Auf Göppingen klar favorisiert.

Wölfe Nordrhein haben vier Punkte Vorsprung

Die 1. und 2. Bundesliga der Herren wollen die Saison zu Ende spielen. Der Spielbetrieb ist vorerst bis Ende April ausgesetzt. Auf die Ligen unterhalb des professionellen Bereichs könnte die HBF-Entscheidung eine Signalwirkung entfachen. Die Regelung ohne Absteiger würde sich relativ einfach umsetzen lassen.

Weitaus schwieriger gestaltet sich die Festlegung der Aufsteiger. Im Handball-Verband Niederrhein sind sechs von zwölf Ligen an der Spitze hart umkämpft. Die Bezeichnung „designierter Aufsteiger“ trifft nur auf den TV Geistenbeck (Verbandsliga, Gruppe 1), den Hülser SV (Landesliga, Gruppe 1) und die DJK Styrum (Landesliga, Gruppe 3) zu. Diese Teams haben acht bzw. sieben Punkte Vorsprung. Der TuS Lintorf II (Landesliga, Gruppe 4) und der TV Aldekerk II (Frauen-Oberliga) haben ein Fünf-Punkte-Polster. Die Wölfe Nordrhein liegen in der Männer-Oberliga vier Zähler vor dem LTV Wuppertal.

Bei einer Annullierung der Saison würden diese sechs Mannschaften um den (sehr) wahrscheinlichen Aufstieg gebracht. Wird die Saison hingegen gewertet, steht es dem HVN offen, die Aufstiegsfragen individuell zu lösen. Der Verband könnte die souveränen Spitzenreiter zu Aufsteigern küren. In den spannenden Ligen müsste zunächst geklärt werden, ob überhaupt alle Teams, die in der Spitzengruppe platziert sind, auch wirklich aufsteigen wollen. Anschließend könnte der HVN Entscheidungsspiele ansetzen. Davon betroffen wären die Frauen der HSG Hiesfeld/Aldenrade II, die in der Landesliga (Gruppe 1 ) knapp vor der HG Kaarst/Büttgen, dem TSV Bocholt und dem TV Beckrath liegen. Hier böte sich ein Aufstiegsturnier an, bei dem die HSG als Spitzenreiter Heimrecht genießen müsste.

Vierkampf um den Aufstieg

Einen Vierkampf um den Aufstieg gibt es auch in der Herren-Verbandsliga (Gruppe 2) und beiden Staffeln der Frauen-Verbandsliga. In der Landesliga (Gruppe 2) kommen mit dem Haaner TV (32:6 Punkte), der HSG Radevormwald/Herbeck (29:7) und dem TSV Aufderhöhe II (29:9) drei Teams als Aufsteiger in Betracht. In der Frauen-Landesliga (Gruppe 2) fiele die Entscheidung zwischen der SG Überruhr IV (33:3) und dem LTV Wuppertal (30:6).

Im Podcast „Kreis ab“ zeigte sich der Jurist Helge-Olaf Käding, Experte für Handballrecht, gegenüber Entscheidungsspielen aufgeschlossen: „Man wird keine Lösung finden, wo alle zufrieden sind. Ich appelliere, kreativ zu sein, die Köpfe zusammenstecken und sich die Zeit zu nehmen, eine Lösung zu finden.“ Man könne die Spielordnung so interpretieren, dass Entscheidungsspiele durchgeführt werden können: „So wäre es wenigstens eine sportliche Entscheidung und keine am grünen Tisch.“

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