Fußball

Gewalt auf Plätzen: Vereine nehmen Verband in die Pflicht

Die Zahl der Platzverweise blieb im Kreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken fast unverändert.

Die Zahl der Platzverweise blieb im Kreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken fast unverändert.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Duisburg/Mülheim/Dinslaken.  Die Vereine des Kreises Duisburg/Mülheim/Dinslaken trafen sich zur Arbeitstagung. Die Bilanz der Offiziellen fällt wenig erfreulich aus.

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Auf fast allen Tagungen des Fußball-Verbandes ist die Gewalt auf den Plätzen eins der wesentlichen Themen. So war es auch bei der alljährlichen Arbeitstagung des Kreises Duisburg/Mülheim/Dinslaken. Der Vorsitzende des Kreis-Fußball-Ausschusses schrieb den anwesenden Delegierten erneut ins Stammbuch, dass die Gewalt auf den Spielfeldern weiter zunimmt und es so einfach nicht weiter geht.

So aber nahmen die Vereinsvertreter das nicht ohne weiteres hin. Ein Delegierter sprach wohl für die Mehrheit, als er auf die Vorhaltungen erwiderte, dass die Vereine die Vorkommnisse zwar ebenfalls nicht billigen, aber auch feststellten, dass seitens des Verbandes einfach nichts passiert: „Wir hören die Klagen nun seit fünf Jahren, aber was wird denn dagegen unternommen?“ In der Tat fehlen von Seiten des Verbandes , der einmal mehr aufhorchen sollte, durchgreifende Maßnahmen. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreissportgerichtes konnte die Gewalt bei den Spielen mit Zahlen eindrucksvoll belegen. In 157 Verfahren mussten 16 Spielabbrüche, 15 Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter, 56 Schiedsrichter-Beleidigungen und 30 Tätlichkeiten gegen einen Gegenspieler verhandelt und mit insgesamt 615 Monaten Sperren bestraft werden – in der Tat eine erschreckende Bilanz. Jetzt ist der Verband nicht nur mit markigen Sprüchen gefordert.

Strafen für zwölf fehlende Vereine

Gleich zwölf Vereine hörten die Mahnungen allerdings nicht, weil sie dem Kreis die kalte Schulter zeigten. Das waren Post Siegfried Hamborn, Hamborn 90, SV Laar 21, Rheinland Hamborn, 1. FC Hagenshof, 1. FC Dersimspor, VfB Obermarxloh, Albania Duisburg, Glückauf Möllen, Mülheimer FC 97, Croatia Mülheim und Fatihspor Mülheim, die jetzt zur Kasse gebeten werden.

Auch aus sportlicher Sicht gab sich KFA-Chef Michael Krieger bei drei Absteigern aus der Bezirksliga und nur einem Aufsteiger nicht zufrieden. Die Zahl der Feldverweise ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben; auch das ist kein Aushängeschild für den Kreis. Die Zahl von 382 ist mit der Vorsaison fast identisch und verteilt sich wie folgt: Kreisliga A, Gruppe 1: 45; Gruppe 2: 46; Kreisliga B, Gruppe 1: 33; Gruppe 2: 45; Gruppe 3: 37; Kreisliga C, Gruppe 1: 44; Gruppe 2: 32; Gruppe 3: 33. Hinzu kommen in den oberen Klassen 30, Pokal- und Testspiele 15, Alte Herren 8, Frauen 8 und in der Halle 6.

Immerhin gab es doch noch den erfreulichen Aspekt, dass 17 Teams des Kreises mit einer weißen Weste die Saison beendeten: Mülheim 07 (Bezirksliga), Glückauf Möllen, Gelb-Weiß Hamborn, Eintracht Walsum, SGP Oberlohberg (alle Kreisliga A), Preußen Duisburg II, TuRa 88 III, SV Raadt II, TuSpo Huckingen, TSV Heimaterde, TuSpo Saarn II, VfL Süd, Dümptener TV 85, VfvB Ruhrort/Laar II (alle Kreisliga B), Eintracht Duisburg, Duisburg 08 III, Westende Hamborn (alle Kreisliga C).

Schiedsrichtersituation bleibt prekär

Prekär ist nach wie vor die Situation bei den Schiedsrichtern. So werden auch in der neuen Saison in den unteren Klassen viele Spiele unbesetzt bleiben. Die neue Saison, die am Wochenende startet, wirft längst ihre Schatten voraus. Abgelehnt wurden erneut die vom Verband angeregten flexiblen Anstoßzeiten, bei denen die Gastgeber bestimmen können, das Spiel bereits verbindlich am Freitagabend oder Samstag durchzuführen. Unverändert bleiben auch die Eintrittspreise in der Kreisliga, wobei Frauen nach wie vor freien Eintritt haben.

Eine erfreuliche Mitteilung war, dass in der kommenden Saison wieder beide Gruppensieger der Kreisliga A in die Bezirksliga aufsteigen. Als „Bonbon“ für die letzte Saison mit nur einem Aufsteiger galt der Hinweis, dass bei günstiger Konstellation sogar diesmal auch einer der beiden Tabellenzweiten aufsteigen kann. Das hörten die Delegierten zum Schluss der harmonischen Versammlung dann doch noch gern.

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