Frauenfußball

Kopfball von Danica Wu sorgt für fröhliche Feier beim MSV

Unsanft wird Danica Wu (2. von rechts) hier von der Münchenerin Jovana Damnjanovic gestoppt.

Unsanft wird Danica Wu (2. von rechts) hier von der Münchenerin Jovana Damnjanovic gestoppt.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Duisburgerinnen erkämpfen sich einen Punkt gegen Vizemeister Bayern München. Das Gerstner-Team zeigt dabei seine beste Saisonleistung.

Thomas Gerstner wies fröhlich auf die Tribüne des PCC-Stadions. „Wir machen uns da nicht verrückt. So etwas wie ein Selfie-Verbot gibt es bei uns nicht“, sagte der Trainer des MSV Duisburg. Dem Corona-Virus zum Trotz feierten seine Bundesliga-Fußballerinnen auf Tuchfühlung mit ihren Fans ausgelassen den unerwarteten Punktgewinn gegen den FC Bayern München. Das 2:2 (1:1) gegen den Tabellenzweiten kann im Abstiegskampf Gold wert sein.

Was die Fans angeht, schien der Anhang der Zebras unter den 647 Zuschauern in der Unterzahl zu sein. Die Farbe Rot dominierte – was nicht zuletzt am „Best Friends Day“ gelegen haben dürfte. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kamen durch diese Aktion des DFB in Zusammenarbeit mit den Bundesliga-Vereinen umsonst ins Stadion. Die Sympathien bei diesen zusätzlichen Gästen waren angesichts der „Bayern vor, noch ein Tor“-Chöre offenkundig klar verteilt.

Doch das erste Tor des Tages schoss der MSV. Toni Halverkamps, die schon vor Wochenfrist den späten 2:2-Ausgleich in Freiburg erzielt hatte, war diesmal bereits in der sechsten Minute nach einer Hereingabe von Lisa Makas mit dem 1:0 zur Stelle. Allerdings hielt die Führung nicht lange vor: Nur fünf Minuten später köpfte Bayern-Kapitänin Melanie Leupolz zum 1:1 ein.

MSV stand nicht nur hinten drin

Dies war aber keineswegs das Signal für den Champions-League-Teilnehmer, nun vollends das Kommando zu übernehmen – und der MSV zog sich auch nicht in die eigene Hälfte zurück. „Man kann nicht sagen, dass wir nur hinten drin gestanden hätten“, meinte Thomas Gerstner nachher. Ganz im Gegenteil: Die Duisburgerinnen lieferten mit einem beherzten Auftritt ihre wohl beste Leistung der Saison ab. Dass dies mit gleich drei gelben Karten zwischen der 30. und 44. Minute einherging, nahm der Coach in Kauf: „Das ist die Gangart, die wir zeigen müssen.“ Umgekehrt blieben die Bayern weitgehend verschont. Ein absichtliches Handspiel brachte Lineth Beerensteyn lediglich eine Ermahnung ein; dass Keeperin Laura Benkarth bei einem Klärungsversuch Toni Halverkamps abräumte, blieb komplett ungeahndet.

In der 67. Minute schien alles seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Nach einem Freistoß drückte offenbar Julia Debitzki als letzte den Ball ins eigene Tor – auch wenn es so schien, als habe er die Linie gar nicht überquert. Der MSV ließ aber nicht locker und wurde belohnt: Drei Minuten vor Schluss köpfte ausgerechnet die 1,58 Meter kleine Danica Wu bei ihrem Heimspiel-Comeback eine Freistoßflanke von Geldona Morina zum verdienten 2:2 ins Netz.

MSV: Kämper – O’Riordan, Moore, Debitzki, Hochstein – Radtke, Wu, Lange – Morina (90./+2 Angerer), Halverkamps (90. Harsanyova), Makas (76. Zielinski).

Tore: 1:0 Halverkamps (6.), 1:1 Leupolz (11.), 1:2 Debitzki (67., Eigentor), 2:2 Wu (87.).

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