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MSV Duisburg erwartet Kaiserslautern zum Krisentreffen

Vereint zurück in die Erfolgsspur: Die Spieler des MSV Duisburg stehen unter Druck.

Vereint zurück in die Erfolgsspur: Die Spieler des MSV Duisburg stehen unter Druck.

Foto: TEAM2 via www.imago-images.de / imago images/Team 2

Duisburg.  Der MSV Duisburg spielt am Freitag in der 3. Liga gegen den 1. FC Kaiserslautern. Auf beiden Mannschaften lastet ein großer Druck.

Zebra-Trainer Torsten Lieberknecht spricht über den 1. FC Kaiserslautern, mit dem sich Fußball-Drittligist MSV Duisburg am Freitag ab 19 Uhr in der Schauinslandreisen-Arena misst, und der Zuhörer stutzt und blickt hinterher leicht irritiert auf die Tabelle. Ja doch – da kommt der 15. der aktuellen Rangliste an die Wedau. Lieberknecht erwartet hingegen ein Spitzenteam.

„Das ist ein Premiumkader“, sagt Lieberknecht über den Gegner und fügt hinzu: „Der Favorit in jedem Spiel ist der FCK.“ Der Coach räumt ein, dass der MSV vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung derzeit ohnehin nicht als Favorit in so eine Partie gehen kann. Tatsächlich treffen zwei Mannschaften im Krisenmodus aufeinander.

Die Roten Teufel bestreiten das zweite Jahr in der 3. Liga. Die Probleme, die für einen ehemaligen Bundesligisten damit verbunden sind, kennen die Verantwortlichen des MSV nur zu gut aus eigener Erfahrung. Der finanzielle Druck ist immens – ein langfristiges Verweilen in der Drittklassigkeit kann sich auch der FCK nicht erlauben.

Für die Pfälzer kommt erschwerend hinzu, dass die Nebengeräusche abseits des Platzes so laut sind, dass keine Ruhe einkehren kann. Querelen im Vorstand, Rücktritte im Aufsichtsrat, die Rolle des potenziellen Investors Flavio Becca aus Luxemburg, der immer noch nicht offiziell eingestiegen ist – das ist alles ein wenig viel, um erfolgreichen Fußball spielen zu können.

Der Pfälzer Torsten Lieberknecht ging als Bub früher oft mit seinem Vater auf den „Betze“, zudem schaffte er dort als Spieler den Sprung in den Profifußball. „Die Vergangenheit spielt keine Rolle“, sagt der Duisburger Coach vor dem Duell mit dem FCK. Auf die Probleme des Kontrahenten zu verweisen, verbietet sich ohnehin, wenn es im eigenen Team derzeit nicht läuft.

Schommers verweist auf die Tabelle

Nach zwei Niederlagen in Folge will der MSV in der Liga wieder in die Spur finden. Lieberknecht spricht von einer „Phase, in der wir Dinge umstellen und neu justieren wollen.“ Der 46-Jährige will die Fehlerquote minimieren und in der Offensive zur alten Durchschlagskraft zurückfinden. Er verweist auf den erfolgreichen Saisonstart: „Entscheidend ist, wir haben schon etwas gezeigt.“

Der Coach, der im Vorfeld der Partie auch von einem „Substanzverlust“ sprach, erinnert jedoch auch daran, dass der Verein im Sommer zahlreiche Spieler aus unteren Ligen verpflichtet hat. Lieberknecht: „Es prasselte viel auf die Jungs herein.“ Der Sprung aus der vierten oder fünften Liga ist am Endes des Tages dann doch kein Katzensprung – auch der Umgang mit dem Erfolg kann schwierig sein.

Trotzdem stehen die Zebras nun gegen Kaiserslautern unter Druck. Konnte das Team personelle Ausfälle in den ersten Wochen der Saison noch kompensieren, schlagen Verletzungen nun stärker ins Kontor. Bekanntlich fallen am Freitag auch Mittelfeldspieler Yassin Ben Balla und Innenverteidiger Marvin Compper aus.

Das mit der Favoritenrolle sieht Lauterns Trainer Boris Schommers übrigens anders als Torsten Lieberknecht. Er verweist auf die Tabelle und sagt: „Mein Ziel ist es, wieder dahin zu kommen, dass wir Favorit sein können.“

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