Fußball

MSV Duisburg gastiert zum Absteigerduell in Magdeburg

Das Rennen um den Platz von Connor Krempicki in der Startelf will Leroy-Jacques Mickels (rechts) für sich entscheiden.

Das Rennen um den Platz von Connor Krempicki in der Startelf will Leroy-Jacques Mickels (rechts) für sich entscheiden.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus

Duisburg.  Für Torsten Lieberknecht, den Trainer des Drittligisten, hat die Partie keinen wegweisenden Charakter. Die Gastgeber hängen den Zebras im Nacken.

Eine richtungsweisende Partie? Torsten Lieberknecht antwortet knapp: „Nein.“ Am Ende wird abgerechnet. Und bis dahin ist es ja noch eine Weile für den Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Aber vielleicht ein Geduldsspiel? Wieder daneben. Auch daran mag der Coach nicht glauben. Nach fast dreiwöchiger Pause stehen die Zebras am Freitag um 19 Uhr beim 1. FC Magdeburg wieder an der Theke ihres Ballgeschäfts. Beim Kick der Absteiger wird weder abgewartet noch Tee getrunken. Lieberknecht erwartet, dass es gleich richtig nach vorn geht.

Die ambitionierten Hausherren rumpelten sich in die Saison, haben sich aber inzwischen sortiert. Magdeburg braucht den Dreier für den Kontakt zur Spitzengruppe. Das lautstark anfeuernde Publikum gönnt der Elf ohnehin nie die Zeit für ein Nickerchen. Und der MSV? Es scheint, als könne die Elf gar nicht anders: Sie will sich mit Lust und Laune im Strafraum des Gegners tummeln. „Mit unserer aktiven Spielidee haben wir die Zuschauer begeistert“, sagt Lieberknecht. Da liegt der Verdacht nahe: Der Kick am Freitag wird eher mit dem 3:3 im vergangenen Zweitliga-Jahr vergleichbar sein als mit dem 1:0 beim Wiedersehen in Duisburg.

In Mannheim ins Verderben gerannt

Bevor es zu wild wird: Der Coach hat die Zwangs- und Länderspielpause nach dem 3:4 in Karlsruhe zum Kauf eines Rückspiegels genutzt. Zwischendurch erwähnt Lieberknecht, dass er einen „zweiten Spielgedanken“ eingeübt hat. Denn Lieberknecht stimmt im Pressegespräch nun ausnahmsweise zu: Eine abgezockte Truppe hätte sich nach der 3:2-Führung nicht mehr mit einer Niederlage vom Waldhof jagen lassen. Die Zebras aber rannten dagegen munter nach vorn und ins Verderben. Durch die Niederlage und ohne die erhofften Punkte der abgesagten Partie gegen Meppen rutschte der MSV auf Rang sieben. Das Zebra fühlt Magdeburg auf Rang acht fies im Nacken.

Lieberknecht beschreibt seinen zweiten Spielgedanken: Er spricht nun von „offensiv verteidigen“ und hat Freude am Reim: Die Worte „tief“ und „aktiv“ verbindet er elegant. Was er deutlich machen will: Die Mannschaft darf auch mal den Gegner kommen lassen, soll dabei aber stets beweglich sein und dann geht’s ab. „Das Kontertor ist das geilste Tor überhaupt, das man im Fußball schießen kann“, so der Trainer. Ob er gleich zu Beginn zur Zurückhaltung mahnt, dazu sagt der Trainer nichts. Es könnte auch zwischendurch passieren oder auf der Zielgeraden. Seinem Magdeburger Kollegen Stefan Krämer will er ja nicht die ganze Arbeit abnehmen.

Für die Rätselfrage, welche Aufstellung der Gast wählen wird, braucht Krämer keinen Nussknacker. Die MSV-Elf stellt sich praktisch von selbst auf. Arnold Budimbu (grippaler Infekt), Sebastian Neumann (Hüftprobleme), Connor Krempicki (Mittelfußbruch), Lukas Scepanik (Sprunggelenksverletzung) und Cem Sabanci (Kreuzbandriss) fallen bis auf weiteres aus.

Gute Einsatzchancen für Mickels

Nachkauf Max Jansen bezeichnet der Übungsleiter als „echte Alternative“. Migel-Max Schmeling ist noch jung, Vincent Gembalies bleibt ein Nachrücker in der Innenverteidigung. Petar Sliskovic hat den Zweikampf um die Position in der Spitze gegen Vincent Vermeij verloren. Einzig die Position von Connor Krempicki im Mittelfeld verlangt nach Überlegung. Leroy-Jacques Mickels hat alle Chancen, den Job ohne Vorstellungsgespräch zu bekommen. Die Startaufstellung beim 11:0 im Niederrheinpokal gegen den SC 20 Oberhausen kann aller Voraussicht nach für Freitag kopiert werden.

Das hat nicht nur den Grund der mangelnden Auswahl. Die Elf hat mit ihrem Offensivgeist und den Ergebnissen überzeugt. Die „hohe Intensität“ hat aber zugleich viel „Ausdauer weggezehrt“, so der Trainer. Die lange Pause kam da keineswegs ungelegen. Das Trainerteam hat die Zeit genutzt, um neue Körner in die Scheune zu fahren. Das gilt gerade für Spieler mit geringen Einsatzzeiten in der Vorsaison. Das fiel durchaus auf zum Beispiel bei Marvin Compper, der in Karlsruhe nicht selten neben sich und seinem Gegenspieler stand. Arne Sicker nennt der Trainer selbst als Mann, der Ausdauer nachtanken musste. „Die Kraft reicht bis zur Winterpause“, versichert Torsten Lieberknecht.

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