Souvenirscheine

MSV Duisburg: So viel ist der Null-Euro-Schein bereits wert

Null Euro, die viel wert sind: der Null-Euro-Schein mit dem Motiv des MSV Duisburg.

Null Euro, die viel wert sind: der Null-Euro-Schein mit dem Motiv des MSV Duisburg.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Ein Verlag hat den ersten Katalog für Null-Euro-Scheine herausgegeben. Die MSV-Note sprengt in der Bewertung alle Dimensionen.

Die Idee zur Zahl Null galt in der Mathematik als Revolution. Ohne sie kommt man nicht aus. Dennoch war die Null in der Antike umstritten. Ein Zeichen für nichts? Macht das Sinn? Macht es! Und wie sieht es mit einem Null-Euro-Schein aus? Auch das scheint keinen Sinn zu ergeben – trifft aber offenbar einen Nerv bei Münz- und Geldscheinsammlern. Seitdem das renommierte Wertpapier-Unternehmen Oberthur, das auch einen Teil der Produktion der deutschen Euro-Banknoten übernimmt, den ersten „Null-Euro-Souvenirschein“ im Jahr 2015 herausgegeben hat, sind weit über 700 verschiedene Null-Euro-Scheine entstanden. Wer der teuerste von ihnen ist, beantwortet nun der erste Katalog für diese Scheine aus dem auf Numismatik und Papiergeld spezialisierten Battenberg-Verlag.

Arena mit Zebra-Logo auf dem Schein

„Ist es unserer?“, fragt Felix zur Nieden, Pressesprecher bei den Stadtwerken Duisburg. Volltreffer! Der Schein zeigt auf seiner Motivseite aber nicht etwa den Stadtwerke-Turm – sondern die Schauinsland-Reisen-Arena des MSV Duisburg. Über dem Stadion schwebt das Zebra-Logo und prangt der Vereinsname der Meidericher. Exakt 730 verschiedene Null-Euro-Scheine aus 21 Ländern, die nicht einmal alle zur Eurozone gehören, sind in der ersten Auflage des Katalogs enthalten. Die meisten bewegen sich im Wert um die sieben Euro. Einige erreichen den höheren zweistelligen Bereich. Doch vier französische Scheine sind mit einer Bewertung von 100 bis 220 Euro notiert. Der MSV-Schein jedoch sprengt alle Dimensionen. In der Bewertungsspalte sind sage und schreibe 900 Euro vermerkt.

„Wir wussten, dass diese Scheine bei Ebay-Auktionen schon einmal für 480 Euro weggegangen sind. Aber 900 Euro sind unfassbar“, sagt zur Nieden. Tatsächlich findet man bei dem Internet-Auktionshaus Direktkauf-Angebote für knapp 900 und gar knapp 1100 Euro. Ob die MSV-Scheine für diese Summen den Besitzer wechseln, steht freilich auf einem anderen Blatt. Aber mehrere hundert Euro wurden bereits bezahlt.

Felix zur Nieden freut sich für seine Kollegen in der Produktentwicklung und Marketing-Abteilung. „Das zeigt, dass das eine tolle Idee war“, sagt der Pressesprecher. Der Grund für den hohen Preis liegt auf der Hand. Während die übrigen Null-Euro-Scheine meist bei den Sehenswürdigkeiten verkauft werden, die auf ihnen zu sehen sind, gibt es den MSV-Schein nur für jene, die bei den Stadtwerken den so genannten „Zebrastrom“ bestellen.

Noch einige MSV-Scheine sind erhältlich

Stadtwerke-Kunden, die sich dafür entscheiden, bekommen einige „Extras“ im Zusammenhang mit dem MSV – und eben den Null-Euro-Schein. So lange der Vorrat reicht. Einige der Scheine, die in einer 5000er-Auflage erschienen sind, gibt es also noch. „Was wir danach machen, ist noch nicht entschieden. Es wird auf jeden Fall wieder etwas Besonderes sein.“

Klar ist auch: Die Stadtwerke verkaufen die Scheine nicht direkt. „Wir haben viele Anfragen aus dem In- und Ausland erhalten, lehnen aber auch zum Teil hohe Angebote ab“, erklärt zur Nieden. Allerdings gibt es beim „Zebrastrom“ Kunden aus ganz Deutschland. „Wir vermuten, dass auch einige Kunden dabei sind, die den Null-Euro-Schein haben wollten.“

Die Beliebtheit der Null-Euro-Scheine verblüfft, hat aber etwas mit ihrer Authentizität zu tun. Zwar kann quasi jeder einen Null-Euro-Schein in Auftrag geben, doch Oberthur erfüllt so gut wie alle Sicherheitskriterien wie bei echten Euro-Scheinen. Vom Papier bis zum Sicherheitsstreifen. Zudem sind die Noten von der Europäischen Zentralbank genehmigt, die auch die violette Farbe festgelegt hat, um Verwechslungen zu vermeiden. Ein Zahlungsmittel sind sie freilich nicht, dazu fehlt der Nominalwert – genauer: er liegt eben bei null Euro. Das unterscheidet auch Gedenkmünzen von Medaillen. Erst das Nominal und die staatliche Herkunft verleihen den offiziellen Charakter.

Der erste Null-Euro-Schein Deutschlands stammt übrigens auch aus Duisburg. Der erste von inzwischen sieben Scheinen des Zoo Duisburg wird mit 40 Euro bewertet.

Der erste deutsche Schein kam aus Duisburg

Das Herkunftsland der Null-Euro-Scheine brachte auch die ersten Sammler hervor. 410 der 730 im Katalog enthaltenen Scheine kommen aus Frankreich. Danach folgt Deutschland mit 173 Scheinen. In beiden Ländern gibt es inzwischen viele Sammler. Insgesamt sind 730 Scheine aus 21 Ländern sowie drei Musterscheine im Katalog enthalten.

Irrwitzigerweise gibt es auch Scheine aus Russland, den USA und China. Die Zahl wächst weiter und inzwischen sind weitere Scheine erschienen oder ihrer Herausgabe wurde für 2019 angekündigt. Der Zoo Duisburg, der den ersten deutschen Schein herausgebracht hat, ist mit sieben Scheinen vertreten, sechs davon sind im Katalog enthalten. Neben dem MSV ist mit dem 1. FC Köln ein weiterer deutscher Fußballverein in der Liste zu finden.

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