Fußball

MSV-Torhüterin Meike Kämper wartet weiter auf ihr Comeback

Nach dem Sieg gegen Leverkusen jubelte Meike Kämper (rechts) mit ihren Teamkolleginnen. Mittendrin: ihre Vertreterin Caro Härling.

Nach dem Sieg gegen Leverkusen jubelte Meike Kämper (rechts) mit ihren Teamkolleginnen. Mittendrin: ihre Vertreterin Caro Härling.

Foto: Thomas Kristaniak

Duisburg.  Die Kapitänin des Bundesligisten hat seit Mai nicht mehr spielen können. Unter Druck setzen will sie sich aber nicht – und das aus gutem Grund.

Mit dem gemeinsamen Jubeln klappt es schon wieder. Meike Kämper gesellte sich nach dem 2:1 über Bayer Leverkusen zu ihren Teamkolleginnen und feierte den ersten Sieg des MSV Duisburg in der Fußball-Bundesliga nach fast sieben Monaten. Mehr ist allerdings nach wie vor für die Torhüterin und Kapitänin der Zebras nicht drin. Immerhin auch schon fünf Monate ist es nämlich her, dass sie selbst in einem Meisterschaftsspiel zwischen den Pfosten stehen konnte. Seitdem ist die 25-Jährige durch eine langwierige Knieproblematik außer Gefecht gesetzt.

Nach ihrem im September 2016 bei der Nationalmannschaft erlittenen Kreuzbandriss hatte es rund eineinhalb Jahre gedauert, ehe sie wieder einsatzbereit war; noch einmal eine halbe Saison ging dann ins Land, ehe sie im Sommer 2018 wieder den Stammplatz im MSV-Tor einnahm. Am Ende der vergangenen Spielzeit meldete sich dann das lädierte Knie wieder, doch Kämper hielt bis zum letzten Abpfiff im Mai dieses Jahres durch – zu wichtig war sie als Rückhalt im Kampf gegen den Abstieg. „Sie ist an den drei letzten Spieltagen mit einer Knieverletzung angetreten, mit der sie eigentlich nicht hätte spielen können“, erklärte Trainer Thomas Gerstner seinerzeit.

Muskelaufbau statt Mannschaftstraining

Mit den Folgen dieses Engagements muss sie sich seitdem aber auseinandersetzen. Kämper verpasste die komplette Saisonvorbereitung, musste sich mit Muskelaufbau statt Mannschaftstraining befassen und ist nach noch immer weitgehend außen vor. Wann es wieder klappen könnte? „Ich gebe keine Prognosen mehr ab“, sagte sie nach dem Leverkusen-Spiel. „Nächste Woche werde ich was mit unserem Torwarttrainer machen. Dann werden wir sehen, ob das Knie reagiert oder alles super ist.“ Super in Anführungszeichen, versteht sich.

Eines ist für die gebürtige Essenerin jedoch klar: „Ich werde bestimmt kein Risiko eingehen. Schließlich gibt es noch ein Leben nach dem Fußball, dafür mache ich mir jetzt nicht das Knie kaputt.“ Unter Druck lässt sie sich also nicht setzen, weshalb wohl ein Comeback in diesem Jahr eher unwahrscheinlich ist.

Was die Lage im Vergleich zum Ende der Vorsaison entspannt, ist der Umstand, dass mit Carolin-Sophie Härling, die damals verletzungsbedingt nicht helfen konnte, nun eine zuverlässige Vertreterin zur Verfügung steht. „Zum Glück macht Caro einen guten Job“, meinte Meike Kämper am Sonntag, als ihre 28-jährige Teamkollegin beim ersten Saisonsieg nichts anbrennen ließ. Härling, die in der Spielzeit 2011/12 Stammkeeperin beim einjährigen Erstliga-Intermezzo des 1. FC Lok Leipzig war, hatte sich zwischenzeitlich zur Stürmerin „umschulen“ lassen und war im Sommer 2019 als damalige Top-Torjägerin des Regionalligisten 1. FFC Dresden-Nord zum MSV gewechselt. Der Salto rückwärts zwischen die Pfosten ist ihr aber reibungslos gelungen.

Sollte sie aber in der momentanen Situation einmal passen müssen, wäre eine Keeperin gefordert, die noch jünger ist als Meike Kämper bei ihrem Bundesligadebüt 2011: Ena Mahmutovic feiert im Dezember erst ihren 16. Geburtstag.

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