Fußball

Nachlizenzierung: Der DFB gibt dem MSV Duisburg grünes Licht

MSV-Präsident Ingo Wald (rechts) freut sich über die erfolgreiche Nachlizenzierung.

MSV-Präsident Ingo Wald (rechts) freut sich über die erfolgreiche Nachlizenzierung.

Foto: Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Die Nachlizenzierung war für den MSV Duisburg kein Problem. Verstärkungen sind aber dennoch fraglich. Neuer Geschäftsführer kommt am 2. Januar.

Die Post aus Frankfurt kam vor ein paar Tagen schon. Genauer gesagt am 26. November. Dem Fußball-Drittligisten MSV Duisburg war der Brief keine Nachricht wert. Der DFB bestätigte dem Spitzenreiter die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2019/20. Was heißt das? Die Wirtschaftsmenschen beim Fußball-Bund prüfen mit der Nachlizenzierung, ob die vor der Spielzeit angegebenen Daten stimmen. Gelingt das nicht, gibt’s Ärger. Beim Zebra passen Wunsch und Wirklichkeit zusammen, übrigens auch in der Tabelle.

Warum der MSV die gute Nachricht nicht auf dem Markt ausrufen ließ, erklärt MSV-Präsident Ingo Wald so: „Inzwischen darf man davon ausgehen, dass die Unterlagen, die wir einreichen, stimmen. Wir sollten das nicht feiern, sondern als normal ansehen.“ Trotzdem lobte Wald seinen kaufmännischen Leiter Thomas Wulf für seine gute Arbeit.

MSV Duisburg: Zuschauerschnitt exakt erreicht

Finanziell kommt der Verein also über die Runden. Wie gut Thomas Wulf und der ehemalige Geschäftsführer Peter Mohnhaupt schätzen können, zeigt sich an den Zuschauerzahlen. 14.000 pro Heimspiel stehen im Plan. Nach acht Spielen lag der Durchschnitt bei 14.006. Wer unken will, darf sich fragen: Was wäre gewesen, wenn die Mannschaft von Torsten Lieberknecht nicht so furios aufspielen würde?

Weil die Herren auf der Geschäftsstelle so exakt zählen können, gibt Wald keine selbstverständliche Freigabe für Neuverpflichtungen während der Winterpause. Der Etat sei weitgehend ausgereizt. Was er für möglich hält: Wenn Sportchef Ivica Grlic einen „geeigneten Spieler präsentiert, der zu uns passt, dann muss man sehen, wie wir das von dem freien Geld finanzieren können.“ Weniger verklausuliert ausgedrückt. Es kann was gehen, wenn das Angebot wirklich überzeugt.

Damit liegt der Ball im Feld von Sportdirektor und Trainer. Torsten Liebkernecht hatte die Kugel vor einigen Wochen erst ins Feld des Vorstands gespielt. Verstärkungen hatte er sich gewünscht und Probespieler zum Schaulaufen eingeladen. Bescheiden gestand der Coach ein, dass finanziell im Moment nichts machbar sei. Das Erreichen der zweiten Runde im Pokal und der Merchandising-Erfolg durch das KöPi-Trikot reichten offenbar nicht für eine lustige Shopping-Tour auf dem Transfermarkt.

Kehrt Sebastian Neumann zurück?

Auch die Tatsache, dass Innenverteidiger Sebastian Neumann mit einem Krankenschein seit Saisonbeginn nicht auf der Lohnliste steht, schenkt keine Freiheiten. Möglicherweise geht mehr, wenn sich absehen lässt, dass Neumann auch in der Rückrunde nicht mehr in den Kader zurückkehrt. Der Innenverteidiger fällt seit dem 22. Oktober 2018 mit Hüftproblemen aus. (Die eine Spielminute beim 3:1 gegen Zwickau im August mal nicht eingerechnet.) Dem Abwehrmann wünscht man dabei vor allem eins: Dass er wieder auf den Platz zurückkehren kann. Er wäre dann in gewisser Weise die so dringend gewünschte Ergänzung für den Kader.

Die Normalität soll keine Ausnahme beim MSV werden.

Was klar wird: Wald sieht die Personalnot. Die Haushaltsdisziplin will er ihr aber nicht opfern. Es komme immer neue Spieljahre und neue Lizenzierungsverfahren. Die Normalität soll keine Ausnahme beim MSV werden.

Eine Neuverpflichtung vermag der Präsident des MSV Duisburg dann doch anzukündigen: Am 2. Januar nimmt der neue Geschäftsführer seinen Dienst am Zebra auf. Den Namen wollte Ingo Wald nicht nennen. „Zunächst wolle er die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren und dann an die Öffentlichkeit gehen. Ursprünglich sollte bereits im November der Ersatz für den Übergangsmann Dirk Broska seinen Platz am Schreibtisch in der Schauinsland-Reisen-Arena einnehmen. Man habe es sich aber nicht leicht gemacht, unter der Vielzahl der Kandidaten und Bewerber den besten herauszupicken. Was man immerhin weiß: Ex-MSV-Boss Helmut Sandrock, dessen Name mehrfach in der Gerüchteküche in den Topf geworfen wurde, ist es nicht.

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