Fußball

Saisonabbruch? FSV-Trainer Schacht hat eine klare Meinung

Dietmar Schacht konnte seinen Trainerjob beim FSV Duisburg bislang kaum ausüben.

Dietmar Schacht konnte seinen Trainerjob beim FSV Duisburg bislang kaum ausüben.

Foto: Udo Milbret / FUNKE Foto Services

Duisburg  Der frühere Bundesligaprofi hat bisher erst bei einem Spiel seiner Elf an der Seitenlinie gestanden. Viel kann er derzeit nicht tun.

Seit dem 12. Oktober 2020 ist Dietmar Schacht Trainer des Fußball-Oberligisten FSV Duisburg. Damit ist er, um diesen Kalauer gleich von vornherein abzuarbeiten, bereits länger im Amt als einige seiner Vorgänger. Der Ex-Profi schiebt selber hinterher: „Ungeschlagen bin ich auch noch.“

In diesen drei Monaten stand Schacht freilich nur ein einziges Mal in verantwortlicher Funktion an der Seitenlinie. Am 25. Oktober gab es ein 3:3 beim Cronenberger SC, womit der Aufsteiger den erst vierten Saisonpunkt auf sein Konto packte. Anschließend sorgte der fußballerische Lockdown auf Amateurebene dafür, dass dieser Trainerjob für Schacht so ereignislos ausfällt wie wohl noch keiner in seiner Laufbahn.

Trainer nur auf digitalem Weg

Der 58-Jährige bekennt freimütig: „Spaß macht das alles im Moment nicht.“ Wie auch? Seiner Aufgabe kann er seit Anfang November nur in minimaler Form nachkommen. Zweieinhalb Jahre hatte er nach seinem Abgang beim SV Straelen pausiert, ehe endlich die Rückkehr auf den Trainingsplatz anstand – und dann war damit nach wenigen Wochen wieder Schluss.

Jetzt ist er ein Digital-Trainer: Die Kommunikation mit seinen Spielern erfolgt per WhatsApp. „Ich gebe den Jungs ihre Pläne, um sich fit zu halten, und sie richten sich danach“, erzählt Schacht. Sicher nicht das, was er sich ausgemalt hat. Und nicht das, wofür er bezahlt werden möchte: „Die Jungs verzichten auf ihr Geld, ich tue das auch.“

Erst neun Partien in der Oberliga absolviert

Dass in der Spielzeit 2020/21 noch einmal um Punkte gekämpft wird, kann sich der Laarer nicht vorstellen. Neun Partien hat der FSV bislang in der Hinrunde absolviert; in der Zeit seit Schachts Amtsantritt hätten satte zehn hinzukommen sollen. Wann und wie diese nachgeholt werden sollen – dafür fehlt dem Trainer die Fantasie: „Vor April wird sicherlich kein Spiel stattfinden. Und selbst wenn es dann irgendwie weiterginge, können ja jederzeit wieder Corona-Fälle auftreten, die dann wiederum zu Ausfällen führen. Das wäre eine absolute Wettbewerbsverzerrung.“

Vor diesem Hintergrund plädiert Schacht wie viele seiner Kollegen für einen Saisonabbruch, um Klarheit zu schaffen: „Ich denke mal, dass man den Pokal noch über die Bühne bekommen könnte.“ Da stünde für den FSV zunächst die Erstrundenpartie bei Landesligist Blau-Weiß Dingden auf dem Programm.

Drei Spieler haben sich verabschiedet

Personelle Planungen sind angesichts der Situation auch kaum möglich. „Mit möglichen Neuzugängen zu sprechen, ist problematisch“, so Schacht. Aus dem von ihm übernommenen Kader haben sich derweil drei Spieler verabschiedet: Innenverteidiger Mo Sealiti ist aus beruflichen Gründen zur SSVg Velbert zurückgekehrt, wo er sich der zweiten Mannschaft anschließt. Auch Abwehrkollege Felix Fuchs und Torhüter André Bley sind nicht mehr dabei.

Ohne unmittelbare Trainerpflichten kann sich Didi Schacht auf seine „Nebentätigkeiten“ konzentrieren. Sein Buch „Der Kämpfer“ verkauft sich gut, mit seiner Currywurstbude ist er weiterhin unterwegs, neulich hatte er dort Schalke-Legende Olaf Thon zu Gast. Die Arbeit auf dem Platz kann das alles nicht ersetzen.

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