Eishockey

Tim-Lucca Krüger: „Es liegt mir, viel und schnell zu laufen“

Tim-Lucca Krüger hat das System, den Gegner hoch anzulaufen, verinnerlicht – und übt so viel Druck aus.

Tim-Lucca Krüger hat das System, den Gegner hoch anzulaufen, verinnerlicht – und übt so viel Druck aus.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Tim-Lucca Krüger macht bei den Füchsen viel Dampf und unterstützt so die beiden Kontingentspieler. Über die Spieldauerstrafe ärgert er sich.

Tim-Lucca Krüger war ein wenig sauer. „Für mich war das nie im Leben eine Spieldauerstrafe“, sagt der Stürmer des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg. Als die Füchse am Freitagabend mit 3:1 gegen Rostock führten, kassierte der 21-Jährige diese Strafe wegen eines – laut Spielberichtsbogen – unkorrekten Körperangriffs.

„Er kam auf mich zu, wollte an mir vorbei, und ich bin einfach stehen geblieben. Das war Schulter an Schulter“, ärgert sich Krüger. „Was mich am meisten ärgert, ist, dass ich deswegen nun das Derby am Freitag in Essen verpasse. Aber das kann ich nun nicht mehr ändern und bereite mich auf das Heimspiel am Sonntag gegen Erfurt vor.“

Diese Geradlinigkeit zeichnet den Stürmer, der vor der Saison aus Kassel kam, ohnehin aus. Er hatte das System der Trainer Didi Hegen und Uli Egen schon verinnerlicht, als der Rest des Teams sich noch fragend umschaute. Inzwischen ist er in der ersten Sturmreihe angekommen, spielt an der Seite der beiden Kontingentspieler Pavel Pisarik und Matt Abercrombie. „Es stimmt, es liegt mir, viel und schnell zu laufen, den Gegner unter Druck zu setzen. Ich denke, dass ich Pavel und Matt so gut unterstützen kann“, sagt Krüger.

Special Teams funktionierten gut

Letztlich hatte die fünfminütige Unterzahl am Freitag keine Auswirkungen. Der EVD gewann mit 3:1 und verbuchte den nun schon achten Sieg in Serie. Auch weil die Special Teams an diesem Abend optimal funktionierten: Dreimal spielten die Füchse in Überzahl, dreimal trafen sie. In Unterzahl gerieten sie nur zweimal – einmal für zwei und einmal eben für jene fünf Minuten. Und sie „killten“, wie es im Eishockey heißt, beide Situationen. „Da muss man Alexander Spister, Maximilian Schaludek, Bastian Schirmacher und Ricco Ratajczyk ein großes Lob aussprechen“, sagte Trainer Uli Egen, der gleich hinterher schob, dass der gesamten Mannschaft ein Lob gebührt. „Auch Christian Wendler. Er hat hervorragend gehalten“, betonte der Coach. Kurios: Die Überzahlquote lag an diesem Abend bei 100 Prozent – das kommt nur sehr selten vor. „Dafür sind wir zum ersten Mal in dieser Saison bei fünf gegen fünf ohne eigenen Treffer geblieben. Aber das war nicht so wild“, so Egen.

„Im zweiten Drittel sind wir etwas vom Plan abgewichen, haben aber in Überzahl unsere Chancen genutzt“, beschreibt Krüger das Spiel. „Am Ende haben wir das Spiel aber souverän gewonnen.“ Der Wandel in dieser Saison ist schon bemerkenswert. Die ersten fünf Spiele gehen verloren, danach legt der EVD eine Serie von aktuell acht Siegen hin. Das ist nicht nur eine Wende – das ist eine 180-Grad-Handbremsenkehre, sodass die Füchse nun mit Hochgeschwindigkeit in Richtung Tabellenspitze düsen.

Vom letzten Platz auf den dritten Rang

Vom zwischenzeitlich letzten Platz sind sie nun schon auf Rang drei angekommen und haben am Freitag den Rückstand auf das Führungsduo aus Tilburg und Herne auf sechs Zähler verkürzt. „Das ist schon krass“, sagt Krüger. „Der Sieg in Erfurt war noch ein knappes Ding, aber da hat es einfach klick gemacht. Wir haben einen sehr guten Kader und geben nun Vollgas.“

Krüger geht voran – dabei lässt sich sein Wert nicht in Zahlen messen. Zwei Tore und vier Vorlagen hat der junge Mann erzielt, ist aber dennoch ein ungemein wichtiger Spieler. Das hohe Forechecking hat er verinnerlicht, lässt den gegnerischen Verteidigern keine Zeit zum Aufbau, ist eng und hart am Mann. So wie es die gesamten Füchse tun sollen und nun auch umsetzen. Er schafft den beiden Kontingentspielern Räume.

„Wir haben eine Kleinigkeit verändert“, sagt Egen. „Die Verteidiger dürfen nun nur noch pinchen, wenn es zu 100 Prozent sicher ist. Dazu muss immer ein dritter Stürmer da sein, der hinten mit absichert.“ Diese Korrektur hat Früchte getragen. Auch wenn gegen Rostock – anders als beim 9:2 gegen Herne – das Scheibenglück fehlte, macht es Spaß den Schwarz-Roten zuzusehen, wie sie mit vier Reihen über das Eis rennen und dem Gegner keine Zeit zum Verschnaufen gehen. Und acht Siege in Folge sind in der ausgeglichenen Oberliga Nord ein bemerkenswertes Statement.

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