Nachruf

Trauer um den Duisburger Fußball-Funktionär Günter Stockum

Fußball-Funktionär Günter Stockum – ein Bild aus dem Jahr 2005 – verstarb im Alter von 89 Jahren.

Fußball-Funktionär Günter Stockum – ein Bild aus dem Jahr 2005 – verstarb im Alter von 89 Jahren.

Foto: Friedhelm GEINOWSKI

Duisburg.  Günter Stockum, langjähriger Vorsitzender des ETuS Bissingheim und Leiter der Fachschaft Fußball im SSB Duisburg, verstarb im Alter von 89 Jahren.

Der Duisburger Fußball trauert um einen großen Funktionär. Günter Stockum, langjähriger Vorsitzender des ETuS Bissingheim und Leiter der Fachschaft Fußball im Stadtsportbund, ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Im Februar wäre Stockum 90 Jahre alt geworden.

Das Denkmal haben die Bissingheimer Fußballer ihrem ehemaligen Chef schon zu Lebzeiten gesetzt. Die Platzanlage Vor dem Tore trägt bereits den Namen „Günter-Stockum-Arena“.

Der Erfinder des Stadtpokals

40 Jahre lang war Stockum für den ETuS als Funktionär tätig – davon 25 Jahre als Vorsitzender. Zudem leitete er bis zum November 2006 die Fachschaft Fußball im SSB. Stockums Kind war das Turnier um den Fußball-Stadtpokal in der Rhein-Ruhr-Halle. „Der MSV war aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Sportamtsleiter Hermann Eichhorn befürchtete, dass der Fußball in Duisburg in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde, und fragte mich nach Ideen“, erinnerte sich Günter Stockum an die Anfänge des Turniers im Jahr 1986. Damals war der MSV noch mit seiner ersten Mannschaft dabei – auch deshalb war die Hamborner Halle regelmäßig ausverkauft.

Stockum, übrigens ein gebürtiger Meidericher, den es erst später nach Bissingheim verschlug, bekam 2002 vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Seine Frau, mit der er zuletzt in einem Pflegeheim in Rumeln lebte, und die Vorstandskollegen hatten ihn für diese Auszeichnung vorgeschlagen. Stockum ahnte nichts – entsprechend gelungen war die Überraschung.

Auch der Jugendfußball lag ihm am Herzen. Im Rahmen des Sportaustausches Duisburg/Calais war Günter Stockum für die Fußballspiele zuständig. Als Spitzenfunktionär hätte Stockum an den Empfängen mit den Offiziellen teilnehmen können. Doch das war nicht sein Ding. Er weilte lieber bei den Jugendlichen, die auf dem Platz und bei der Sportlerfete Völkerverständigung lebten.

„Ein akribischer Funktionär“

Peter Thomas, der Stockum vor knapp 13 Jahren als Fachschaftsleiter ablöste und aktuell auch als Vorsitzender des Kreises Duisburg/Mülheim/Dinslaken fungiert, würdigt den Verstorbenen als einen „akribischen und unermüdlichen Funktionär.“ Stockum war ein Mann der alten Schule. Peter Thomas erinnert sich: „Als schon längst die Computer Einzug gehalten hatten, schrieb er die Einladungen zu Vorstandstreffen und Versammlung weiter auf seiner alten Schreibmaschine.“ Peter Thomas sagt zudem über seinen Vorgänger: „Er war ein Freund.“

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