Regionalliga

VfB Homberg geht in Aachen auf Punktejagd im Tivoli-Stadion

Marvin Lorch (Mitte) fährt optimistisch nach Aachen. Der Homberger will sich nicht vom großen Namen und vom großen Umfeld rund ums Tivoli-Stadion beeindrucken lassen.

Marvin Lorch (Mitte) fährt optimistisch nach Aachen. Der Homberger will sich nicht vom großen Namen und vom großen Umfeld rund ums Tivoli-Stadion beeindrucken lassen.

Foto: Mark Bohla

Duisburg.  Der VfB Homberg spielt in der Regionalliga am Samstag bei Alemannia Aachen. Bei den Gastgebern sitzt ein früherer MSV-Trainer auf der Bank.

Den Namen Tivoli hat wohl jeder schon einmal vernommen, der sich für Fußball interessiert. Stefan Janßen und seinen Spielern vom VfB Homberg ist das Stadion von Alemannia Aachen freilich ebenfalls bekannt – dort am Samstag um 14 Uhr ein Meisterschaftsspiel bestreiten zu dürfen, ist für den Coach und seine Jungs „eines der Highlights in dieser Saison“, schwärmt Janßen. „Zusammen mit dem Stadion von Rot-Weiß Essen ist es wohl das schönste in der Regionalliga West – und eines der Beispiele dafür, was man in der Oberliga nicht annähernd erreichen kann. Auf dieses Spiel kann man sich einfach nur freuen.“

Doch der VfB-Tross wird die gut eineinhalbstündige Fahrt in die Kaiserstadt nicht auf sich nehmen, nur um beeindruckt wieder aus der 32.960 Zuschauer fassenden Arena, die einen großen Teil dazu beitrug, dass der Deutsche Vizemeister von 1969 zwei Insolvenzverfahren über sich ergehen lassen musste, zurück nach Duisburg zu fahren. Nach drei Niederlagen in Folge wollen die Gelb-Schwarzen nach dem Kick bei den Schwarz-Gelben auch wieder Punkte im Gepäck haben. „Am Ende spielen wieder Profis gegen Amateure“, sagt Stefan Janßen, „auf Strecke hinkt der Vergleich der beiden Klubs. Aber in 90 Minuten können wir alles dafür geben, alles Mögliche machbar zu machen. Aachen ist ein Top-Klub mit einem Top-Regionalligateam und einem tollen Umfeld. Das alles wird am Samstag gegen uns sein. Aber genau daraus schöpfen wir den Mut und die Kraft, uns eben genau dort durchzusetzen.“

Holpriger Start der Alemannia

Der Start der Alemannen, deren – in Duisburg noch gut aus seiner Zeit als Co-Trainer von Milan Sasic beim MSV bekannten – Coach Fuat Kilic in der siebten Regionalliga-Saison in Folge als Ziel ausgegeben hat, oben angreifen zu wollen, war holprig. Nach der 1:2-Auftaktniederlage beim Wuppertaler SV folgte im ersten Heimspiel ein 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf II. Mit einem 3:0 im Nachholspiel gegen Aufsteiger TuS Haltern beweisen die „Öcher“ dann aber vergangenen Dienstag am Tivoli ihre Qualität. Und diese wollen sie nun im nächsten Heimspiel gegen einen Aufsteiger vor zu erwartenden 6000 bis 7000 Zuschauern bestätigen.

„Sie haben eine unheimliche Wucht im Team, mit vielen großen und schnellen Spielern“, ist Stefan Janßen bewusst, was da auf die Amateure vom Rheindeich zukommt. Angst haben seine Jungs vor dem Gegner mit dem großen Namen, der vor zwölf Jahren noch in der Bundesliga kickte, aber nicht. „Wuppertal ist mit zwei Siegen in Folge zu uns gekommen, während wir zweimal hintereinander verloren hatten“, stellt Marvin Lorch einen Vergleich an. Zwar mussten der Außenspieler und seine Kollegen auch gegen den WSV am Ende eine späte dritte Pleite in Folge einstecken. „Aber dennoch war das Spiel sehr lange offen und wir hätten es auch gewinnen können“, sagt Lorch. „Nun haben wir die nächste Chance.“

Starkes Debüt von Berisha

Damit spricht der Homberger das Stichwort an. Er selbst scheiterte beim 1:3 gegen den WSV aus aussichtsreicher Position – und war damit nicht allein. „Wir haben das Spiel noch einmal gemeinsam analysiert“, berichtet Stefan Janßen. „Wir haben uns sehr viele Chancen heraus gespielt, aber davon viel zu wenige genutzt“, hofft der Coach nun auf eine womöglich Punkte bringende Änderung. „Mir würde es auch reichen, wenn wir nur eine Chance hätten. Hauptsache, wir nutzen sie und erzielen damit ein Tor mehr als der Gegner.“

Defensiv ließ der VfB trotz der drei Gegentreffer gegen Wuppertal weniger Chancen zu als in den Spielen zuvor. Wobei Janßen von den Aachenern noch einmal gesteigerte Offensivqualitäten erwartet.

Einen Verdienst daran hatte auch Durim Berisha, der durch den Ausfall von Robin Urban zu seinem Startelfdebüt kam, zwischenzeitlich den Ausgleich besorgte und neben dem gesetzten Mike Koenders ein starkes Spiel in der Innenverteidigung ablieferte. Auf der Position hat der Coach nun die Qual der Wahl, da Urban wieder zur Verfügung steht. „Einen Robin Urban in Topform können wir immer gebrauchen. Und Durim hat sich den Einsatz in Aachen zu 100 Prozent verdient“, sagt Janßen. „Ich werde mir etwas einfallen lassen.“

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