Handball

Wölfe Nordrhein flirten mit dem OSC Rheinhausen

Hannes Hombrink (links) beschenkte sich an seinem 28. Geburtstag mit zehn Treffern für die Wölfe Nordrhein.

Hannes Hombrink (links) beschenkte sich an seinem 28. Geburtstag mit zehn Treffern für die Wölfe Nordrhein.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Gespräche über eine Rückkehr zum OSC Rheinhausen.. Gegen den TV Angermund siegen die Wölfe. 30:23.

Die Wölfe Nordrhein behaupteten mit einem 30:23-Erfolg über den TV Angermund die Tabellenführung in der Handball-Oberliga. Der VfB Homberg verbuchte bereits am Freitag beim 27:22-Erfolg in Neuss zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

HC Wölfe Nordrhein – TV Angermund 30:23 (14:11): Das war für die Zuschauer nicht einfach, die beiden Mannschaften begegneten sich am Sonntag an der Krefelder Straße in Trikots mit Blautönen. Auf der Anzeigetafel war der Unterschied zwischen beiden Truppen am Ende deutlicher abzulesen. Die Rheinhauser verbuchten einen zu keinem Zeitpunkt gefährdeten Sieg.

Dass die Wölfe in dieser Saison in blauen Shirts spielen, muss kein Zufall sein. Die Farbe erinnert an den alten OSC Rheinhausen. Überdies hängt in der Halle ein Banner mit dem Schriftzug „Handball-Heimat Rheinhausen“, der auch auf den Trikots zu finden ist.

In der kommenden Saison könnten die Wölfe tatsächlich unter dem Namen OSC Rheinhausen, aus dem sie einst entstammten, auf Punktejagd gehen. „Es gibt Gespräche mit dem OSC“, sagte Wölfe-Chef Klaus Stephan auf Anfrage der Redaktion. Stephan schob allerdings nach: „Vorher müssen aber noch viele Hausaufgaben erledigt werden.“

Der OSC befindet sich bekanntlich derzeit in einem Insolvenzverfahren. Erst nach dem Abschluss des Verfahrens, mache es Sinn, konkret zu sprechen. Die Beweggründe sind klar: Der HC Wölfe Nordrhein ist weiterhin ein Kunstkonstrukt, das es nicht leicht macht, eine Identifikation mit der Stadt oder dem Stadtteil zu finden.

In der Liga machen sich die Wölfe derzeit als Spitzenteam einen Namen. Mit 13:1 Punkten stehen die Rheinhauser an der Spitze, es folgen mit drei Punkten Rückstand drei Teams – darunter der LTV Wuppertal und Adler Königshof. Der LTV gewann das Verfolgerduell beider Teams. Am Samstag sind die Wölfe bei den Adlern zu Gast.

Dann dürfte das Team von Trainer Thomas Molsner mehr Gegenwehr erfahren als im Spiel gegen Angermund. Besser geht zwar immer – es gab ein paar einfache Gegentore, zudem ließen die Gastgeber trotz des deutlichen Sieges Chancen liegen – der Coach sagte aber nach dem Spiel: „Ich bin rundum zufrieden.“ Die Youngster Ranga Boddenberg und Oliver Brakelmann zahlen im Angriff zwar zwischenzeitlich Lehrgeld, sammelten aber wichtige Spielpraxis.

Wölfe: Hombrink (10/4), Julian Kamp (6), Kryzun (6/3), Max Molsner (4), Yannick Kamp, Grefer, Felix Molsner, Woyt.

HSG Neuss/Düsseldorf II – VfB Homberg 22:27 (12:13): Der VfB hat der Personalmisere getrotzt und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. „Das war verdammt wichtig“, atmete Trainer Sascha Thomas nach dem 27:22 (13:12)-Erfolg beim Tabellenletzten HSG Neuss/Düsseldorf II tief durch: „Meine Mannschaft hat eine Wahnsinnsmoral gezeigt.“ Zu den bereits feststehenden Ausfällen gesellten sich kurzfristig auch noch Torhüter Julian Seemann, der im Abschlusstraining auf einen Tennisball trat und sich eine Bänderverletzung zuzog, und der grippekranke Linksaußen Noah Adrian.

Ohne Sechs legte der VfB einen nachlässigen Start hin und vergab bis zum 6:8 (17.) sieben freie Würfe. Danach gewannen die Gäste durch ihre starke Abwehrarbeit mehr und mehr an Sicherheit und verdienten sich die knappe Führung zur Pause. Bis zum 18:17 (45.) stand die Partie auf des Messers Schneide. Dann setzte sich der VfB auf 22:17 (50.) ab und ließ anschließend keinen Zweifel mehr aufkommen.

Im Angriff führte diesmal das Kreisläuferspiel zum Erfolg. Marius Brunotte, ansonsten eher für seine Defensivqualitäten bekannt, traf acht Mal. Großen Anteil am vierten Saisonsieg hatten auch Torhüter Yannick Wächter und Robert Srša. Die Leihgabe aus der zweiten Mannschaft spielte „komplett ohne Nerven“, wie es Sascha Thomas umschrieb, und erzielte seine drei Treffer allesamt zu wichtigen Zeitpunkten.

VfB: Brunotte (8), Werner (7/3), Moritz, Srša, Wink (je 3), Hochkeppel (2), Rohde.

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