Rollhockey

Zwei Quereinsteiger als neue Trainer für die RESG Walsum

Der neue Mann hinter der Bande: Ralph Stenger (rechts) steht nun dem weiterhin mitspielenden Christopher Nusch (links) zur Seite.

Der neue Mann hinter der Bande: Ralph Stenger (rechts) steht nun dem weiterhin mitspielenden Christopher Nusch (links) zur Seite.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die beiden Duisburger Rollhockey-Bundesligateams haben sich an der Bande neu aufgestellt. Die Kompetenz aus anderen Sportarten soll helfen.

Quereinsteiger im Berufsleben – gibt es mittlerweile recht häufig. Quereinsteiger im Sport – kommt eher selten vor. Im Rollhockey gab es aber immerhin schon einmal mit Sven Steup einen Trainer der Männer-Nationalmannschaft, der es zuvor als Fußballer bis in die Regionalliga geschafft hatte. Die RESG Walsum setzt in diesem Jahr sogar auf gleich zwei Männer, die ihre sportliche Grundausbildung auf anderem Gebiet erfahren haben: Ralph Stenger coacht gemeinsam mit dem weiterhin als Spieler mitwirkenden Christopher Nusch die Walsumer Männer in der Bundesliga, Thomas Drotboom steht Markus Lusina als Coach der Frauen zur Seite.

Zumindest letzterer ist in dieser Sportart wirklich noch ein echter Frischling. „Eigentlich habe ich vom Rollhockey nicht viel Ahnung“, sagt Thomas Drotboom offen. Der 53-jährige, früher als Fußballtorwart unter anderem zwischen den Pfosten von Walsum 09 aktiv, machte in den vergangenen Jahren als Trainer des TV Jahn Hiesfeld in der Oberliga von sich reden. In den Fokus geriet er während der vergangenen Saison, als er gemeinsam mit der früheren FCR-Torjägerin Inka Grings den abstiegsbedrohten Regionalligisten SV Straelen übernehmen sollte, vom Jahn-Vorstand aber keine Freigabe erhielt. Am Ende der Spielzeit war dann in Dinslaken trotzdem Schluss. „Drötti“ hatte Zeit für neue Aufgaben. Wie das Engagement bei der RESG zustande kam? „Ich bin mit Lusi und Abteilungsleiter Reinhold Luerweg befreundet“, erklärt er. Kondition und Motivation, das sind seine Kerngebiete, das Fachliche überlässt er Markus Lusina.

Über Fußball und Eishockey zum Rollhockey

In dieser Hinsicht kann Ralph Stenger schon etwas mehr einbringen. Der 49-jährige Aschaffenburger, inzwischen in Nordhorn heimisch, hatte bis vor zehn Jahren noch nichts mit Rollhockey am Hut. „Ich habe als Athletiktrainer im Nachwuchsleistungszentrum der Fußballer des SV Waldhof Mannheim gearbeitet“, erzählt er. Danach ging’s zum Eishockey, nach Straubing, Mannheim und Darmstadt. In Darmstadt sprach ihn der damalige Rollhockey-Nationaltrainer Johan van Diejen an: ob er ihm nicht als Co-Trainer assistieren wolle. Stenger wollte, übte diesen Job später auch noch bei der U-20-Nationalmannschaft aus, die in dieser Zeit sensationell EM-Bronze in Frankreich holte.

Dann ging’s zurück ins Eishockey – als hauptamtlicher Trainer bei den Young Indians Hannover. Vom Rollhockey mochte Stenger aber nicht mehr lassen und freute sich daher, als die Anfrage kam, wieder Co-Trainer der Nationalmannschaft zu werden – unter Tobias Wahlen, dem Torhüter und Kapitän der RESG.

Als nun die Anfrage aus Walsum kam, den Platz an der Seite von Christopher Nusch einzunehmen, sagte Stenger gern zu – auch wenn die Anfahrt aus Nordhorn zeitintensiv ist: „Mittlerweile hat sich meine berufliche Situation so entspannt, dass ich es einmal in der Woche zum Training und auch zu den Spielen schaffe.“ Dass der Rollhockey-Virus ihn vollends erfasst hat, zeigt der Umstand, dass er nun auch als Cheftrainer des Frauen-Nationalteams fungiert. Auch hier will er seine Erfahrungen aus anderen Sportarten einbringen. „Rollhockey muss über den Tellerrand hinausschauen“, sagt Ralph Stenger. Das passende Motto für einen Quereinsteiger.

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