Baseball

Ennepetal Raccoons: Ohne Auf- und Abstieg? Saison ab Juni?

Die Baseballer der Ennepetal Raccooons nehmen nach der Corona-Pause den Trainingsbetrieb unter strengen Auflagen wieder auf.

Die Baseballer der Ennepetal Raccooons nehmen nach der Corona-Pause den Trainingsbetrieb unter strengen Auflagen wieder auf.

Foto: Privat

Ennepetal.  In der 2. Baseball-Bundesliga hätte im April die Saison starten sollen. Die Corona-Krise wirft auch bei den Ennepetal Raccoons viele Fragen auf.

Seit mehreren Monaten steht die Welt des Sports vollkommen auf dem Kopf. Darunter auch die des Baseballs. So durchlaufen die lokalen Profis der Ennepetal Raccoons aktuell eine Phase, in der man nur mit eingeschränkter Gewissheit in die Zukunft blicken kann. Die Saison 2020 der 2. Baseball-Bundesliga, die ursprünglich Anfang April starten sollte, liegt auf Eis. Seit dem 11. Mai sind die Raccoons nun zurück auf dem Platz und nehmen nach langer Pause das Training unter den gebotenen Regelungen wieder auf. Doch es bleiben Fragen.

Wie sieht es mit dem Start der Saison aus? Was ist mit den verpflichteten Importspielern? Und wie funktioniert das Training in einer Zeit, in der die mentale Herausforderung für die Mannschaft kaum größer sein könnte?

Wie sieht es mit dem Saisonstart aus?

Am vergangenen Montag trafen sich die Verantwortlichen aller Vereine der 1. und 2. Baseball-Bundesliga sowie des Deutschen Baseball und Softball Verbands.

Dort wurde besprochen, wie eine mögliche Saison aussehen könnte und welche Bedingungen dabei zu gelten hätten. Als Erstes müsse der Kontaktsport in Form des Wettkampfs, sprich nicht nur das Training, in Deutschland komplett freigegeben werden. Dies könnte Anfang Juni geschehen. Nach der Freigabe hätte jede Mannschaft drei Wochen Zeit, zusammen im Kontakt zu trainieren. „Das ist für uns ganz wichtig“, so Achim Hilger. Danach stünde dem Start der Saison nicht mehr viel im Wege, aber ob dies tatsächlich schon Ende Juni der Fall sein wird, ist nicht vorherzusehen.

Sind Geisterspiele für die Raccoons denkbar?

Für die meisten Clubs steht die Austragung von Geisterspielen nicht zur Debatte. „Weil die Kosten für die Saison dann so groß sind, dass es finanziell zu einer Katastrophe kommen könnte für einzelne Vereine“, wie es Achim Hilger erklärt.

Amateurvereine wie die Ennepetal Raccoons, die ihre Heimspiele nach wie vor in Bochum und Düsseldorf austragen müssen, verfügen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um ein solches Szenario zu stemmen. Zusammengefasst wäre also bei einer Kontaktsportfreigabe der Start der Saison nicht einhergehend, weil vom DBV entschieden werden muss, ob diese vor Publikum oder hinter verschlossenen Türen stattfindet. Die Mehrheit der Vereine hat sich allerdings klar gegen die Austragung von Geisterspielen ausgesprochen.

Wie könnte die Saison aussehen?

Eine mögliche Spielzeit in der 2. Baseball-Bundesliga könnte wie folgt aussehen: Der DBV kann sich vorstellen, die Spielzeit erst im August zu starten. Dies wäre der späteste Zeitpunkt und würde die Spiele bis in den November datieren. Hinzu kommen zwei entscheidende Tatsachen: Zum einen gäbe es nur eine Hinrunde. Für die Raccoons also lediglich zwölf Partien. Zum anderen gäbe es keine Auf- und Absteiger. Beim Coach der Ennepetaler hält sich die Freude zunächst in Grenzen. „Das kann man mehr als ,Hauptsache-wir-spielen-Saison’ betrachten“, wie es Hilger beschreibt.

Was ist mit den für die Saison verpflichteten Importspielern?

Einer von ihnen hat glücklicherweise in letzter Sekunde den Weg nach Ennepetal geschafft. Der aus Argentinien kommende Lucas Sivo, den wir bezüglich seiner Ankunft der Klutertstadt im Interview begrüßten.

Diejenigen, die hingegen noch nicht hier sind, würden unter den genannten Voraussetzungen und der aktuellen Lage nicht mehr einreisen. Darunter fallen der Australier Matthew Phillips, der US-Amerikaner Troy Justice und der hoch angepriesene Venezolaner mit MLB-Erfahrung, Jhon Will Garcia Delgado. Für Ennepetals Trainer ein herber Rückschlag: „Es ist ein Trauerspiel. Für mich war das die beste Mannschaft, die wir hier aufgestellt haben. Wir hätten gute Chancen gehabt, oben mitzuspielen“, so Hilger.

Wie ist der aktuelle Zustand der Mannschaft?

Trotz aller Umstände ist die Mannschaft in bester mentaler Verfassung und zu einhundert Prozent fokussiert. „Es lässt keiner im Training den Kopf hängen“, so Hilger. Viele Spieler der Raccoons trainieren täglich. Das Training wird unter scharfer Hygienekontrolle durchgeführt. Gearbeitet wird in zwei Schichtsystemen und viel Abstand.

Die Raccoons halten sich strikt an das vorgegebene Hygienekonzept des Deutschen Olympia Sportbunds. „Wir gehen da auch kein Risiko ein“, betont Hilger. Nichtsdestotrotz ist man in Ennepetal eigentlich schon dabei, die Saison 2021 zu planen. Hilger setzt darauf, den Spielern viele Möglichkeiten zu geben und weniger auf das Gesamtergebnis zu achten: „Wir spielen unter den genannten Umständen natürlich gerne, werden viel Spielpraxis mitnehmen und viele U21-Spieler einsetzen“.

Eine derartige Gelegenheit bietet sich nun mal nicht alle Tage, und so haben vor allem junge Spieler die Chance, da die Importspieler nicht zur Verfügung stehen. Das Ziel der Raccoons ist es also, möglichst stark mit allen Spielern in die Saison 2021 zu starten. Welche Ziele man sich in näherer Zukunft setzen kann, bleibt zunächst abzuwarten.

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