Baseball

Hilgers Steiniger Weg zum Baseball

In der Verbandsliga durften die Raccoons noch auf dem heimischen Kunstrasen an den Start gehen.

In der Verbandsliga durften die Raccoons noch auf dem heimischen Kunstrasen an den Start gehen.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / Jens Pommerenke/AirPictures.de

Ennepetal.  Achim Hilger spielte in der Deutschen Baseball-Nationalmannschaft. Warum er den Sport in Ennepetal etablieren will, erklärt er im interview

Baseball in Ennepetal. Wie kommt man nur auf eine solche Idee? Die US-amerikanische Nationalsportart erfreut sich in Deutschland wohl eher geringerem Beliebtheitsgrad. Achim Hilger ist das lebende Gegenbeispiel: Der Trainer der Ennepetal Raccoons ist seit seiner Jugend mit Leidenschaft dabei und lebt für den Sport. Im Interview erklärt er uns, wie er zu der Randsportart kam und warum Baseball nach Ennepetal passt.


Herr Hilger, wie sind Sie zum Baseball-Sport gekommen?
Das hat alles 1983 angefangen. Ich stand in privatem Kontakt mit Andreas Bernhard, der Gründungsmitglied der Raccoons ist und heute noch unser erster Vorsitzender. Wir haben uns mit ein paar Leuten auf einer Wiese getroffen und haben versucht zu spielen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich erst nicht so begeistert von der Geschichte war. Kaum jemand kannte die Regeln, so dass ein wildes Spiel entstand, bei dem keiner mehr wusste, was man da eigentlich tat. Mit der Gründung des Vereins kamen dann jedoch richtige Trainingseinheiten zustande, in denen man vernünftig miteinander trainieren und spielen konnte. Ab da hat mich die Leidenschaft dann voll gepackt. Ich kam eigentlich vom Fußball und habe damals bei DJK und dem TuS Ennepetal gespielt. Ab da an hatte ich aber nur noch Baseball im Kopf und habe jeden Tag Zeit auf dem Platz verbracht. Dazu kam, dass durch den Film „Die Indianer von Cleveland“ ein regelrechter Boom in Deutschland entstand. Auf einmal gab es überall im Umkreis Baseball-Vereine.


Wie ging es dann weiter?
Ich habe lange aktiv bei den Ennepetal Raccoons gespielt, danach wurde ich in die NRW-Juniorenauswahl berufen. 1992 bin ich dann in die erste Bundesliga zu den Düsseldorf Senators gewechselt. Ab da an ging alles relativ schnell. Ich habe für die B- und A-Nationalmannschaft gespielt. Nach vier Jahren bei den Senators ging es dann ab 1996 zu Bayer Wuppertal. Dort habe ich bis 2002 gespielt. Zum Abschluss meiner aktiven Karriere habe ich dann noch eine Saison bei den Soligen Aligators gespielt und damit den Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft. Im Anschluss wollte ich mich jedoch auf meine Polizeikarriere fokussieren, so dass für Baseball in meinem leben kein Platz mehr war.


16 Jahre später sind Sie trotzdem wieder im Baseball aktiv. Sie trainieren die 2.-Bundesliga-Mannschaft der Raccoons. Wie kam es dazu?
2011 hat mein Sohn angefangen, bei den Raccoons in der Juniorenmannschaft Baseball zu spielen. In der Saison 2012/2013 konnten die damaligen Trainer aus verschiedenen Gründen ihr Amt nicht mehr ausführen. Weil die Mannschaft sonst gar keinen Trainer gehabt hätte, habe ich das Amt dann übernommen.


Und? Mit Erfolg?
Ja, wir sind im zweiten Jahr sofort aufgestiegen. Die Mannschaft war dann jedoch leider zu alt für die Jugendklasse, so dass wir eine Seniorenmannschaft gemeldet haben. Seit 2015 sind wir dann jedes Jahr aufgestiegen und spielen jetzt in der zweiten Bundesliga. In diesem Jahr haben wir die Playoffs zur Bundesliga leider mit dem vierten Platz verpasst. Trotzdem ist das natürlich ein toller Erfolg für den Verein.


Hat der Erfolg der Raccoons auch mehr Ennepetaler zum Baseball gebracht?
Es ist auf jeden Fall ein Aufschwung spürbar. Zu unseren Heim- und Auswärtsspielen kommen immer mehr Zuschauer, das ist natürlich schön zu sehen. Darüber hinaus haben wir im letzten Jahr eine zweite Seniorenmannschaft gegründet, die in der laufenden Saison um den Aufstieg in die Landesliga spielt. Insgesamt kann man aber schon sagen, dass die Zustimmung für unsere Sportart immer besser wird. Die Entwicklung ist erkennbar.

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