Fußball-Oberliga

Last-Second-Tor von Gallus macht TuS Ennepetal froh

Marvin Weusthoff partiert einen Strafstoß von Tim Manstein in der 38. Minute.  Doch da geht kein Ruck durch die Mannschaft. Denn zwei Minuten später kassiert Ennepetal noch das 0:2.

Marvin Weusthoff partiert einen Strafstoß von Tim Manstein in der 38. Minute. Doch da geht kein Ruck durch die Mannschaft. Denn zwei Minuten später kassiert Ennepetal noch das 0:2.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / WP

Ennepetal.  In letzter Sekunde trifft Robin Gallus für den TuS Ennepetal – zum 2:2 (0:2)-Endstand gegen den FC Gütersloh.

Der Trainer kam um einige Minuten früher aus der Kabine als die Spieler. Ein sicheres Zeichen, dass die erste Halbzeit schlecht war, der Coach eine kurze, heftige Ansage macht, den Rest die Spieler zu besorgen haben. So war es auch in der Begegnung der Fußball-Oberliga. TuS Ennepetal spielte die ersten 45 Minuten grottenschlecht, kam wie verwandelt aus der Kabine und sicherte sich gegen den FC Gütersloh mit dem Last-Second-Tor von Robin Gallus das 2:2 (0:2).

„Ich bin mit den Worten aus der Kabine gegangen, dass wir das Spiel noch gewinnen können“, so Thamm. „Keine Mannschaft der Welt kann an die Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen.“ Damit meinte er sowohl die guten 45 Minuten der Gäste aus Ostwestfalen als auch die schlechten der Gastgeber. Wobei die Gäste von den vielen Fehlern und falschen Entscheidungen der Ennepetaler profitierten.

Anfangs viel Kick’n’Rush

Ennepetal war engagiert, die Spieler rannten viel, hatten aber keinen durchschlagenden Erfolg. Kaum ein Ball, der gefährlich aufs Tor der Gütersloher kam. Ordnung? Was ist das? Es war eher ein Kick’n’Rush zu erkennen. Stattdessen hatten die Gäste durchaus Helfer in den Reihen der Gastgeber. Natürlich unfreiwillige Helfer. So entstand auch das 0:1 aus Sicht der Ennepetaler, als der Ball wieder in Richtung Mitte ging, ein Gäste-Angriff längst abgefangen war. TuS-Keeper Marvin Weusthoff leitete den Konter ein. Der sollte über Kapitän Abdulah El Youbari laufen. Doch der wird gestoppt. Es wäre durchaus eine Entscheidung für einen Freistoß drin gewesen. „Doch El Youbari fällt nicht, bleibt stehen, es gibt keinen Freistoß und so kommt die Attacke von Gütersloh“, beschreibt Thamm die Szene nach einer knappen Viertelstunde. Ennepetal ist unsortiert. Und wie aus dem Nichts knallt FCG-Kapitän Tim Manstein das Leder aus knapp 30 Metern aufs Ennepetaler Gehäuse. Drin! Keine Abwehrchance.

Fehler führen zu Gegentreffer

Der Fehler, der zum 0:2 führte, lag in der Abstimmung der hinteren Kette. Florian Gerding wird ausgetanzt, Maik Bollmann erkennt das nicht – oder zu spät. Jedenfalls kommt dadurch Andre Kording innerhalb des Strafraums frei zum Schuss. Weusthoff kann dem Ball nur noch hinterher schauen. Und Gütersloh hat fünf Minuten vor dem Seitenwechsel die Führung ausgebaut. Da war nichts zu spüren von einem Ruck durch die Ennepetaler Mannschaft – ausgelöst von Keeper Marvin Weustoff, der einen von Manstein getretenen Strafstoß entschärfte. Das war zwei Minuten, ehe Ennepetal das 0:2 hinnehmen musste.

Mit Ennepetal ist immer zu rechnen

So ging es frustrierend in die Kabine. Mit einer gezeigten Leistung, die daran Zweifel ließ, dass die Partie vom Gastgeber noch hätte gekippt werden können. Doch Ennepetal zeigte ein anderes Gesicht. Das durchaus wahre Gesicht. „Es zeigt sich, dass mit Ennepetal immer zu rechnen ist“, so Alexander Thamm. Nun bestimmt der Gastgeber das Geschehen auf dem Kunstrasen. Gütersloh wirkte nun passiv, stand meist hinten drin. Entlastung gab es durch den pfeilschnelle Marcel Rump. Doch hinten hatte Ennepetal alles im Griff – und wurde von Moment zu Moment gefährlicher.

Es dauerte allerdings bis zur 66. Minute, ehe Zählbares dabei heraus kam. Ennepetal hatte mittlerweile die Viererkette aufgelöst, spielte offensiver mit Gerding, Bollmann und Matten hinten als Dreier-Riegel – wobei sich Bollmann immer wieder in den Angriff vor allem bei Standards einschaltete. Der nach einer Stunde eingewechselte Servag Kherlopian bedient El Youbari, der flankt und der nimmermüde und extrem fleißige Ibrahim Lahchaychi steht im gegnerischen Fünfer völlig frei, köpft zum 1:2-Anschluss.

Lahchaychi setzt neue Kräfte frei

Kräfte werden frei, neuer Mut entfacht. Ennepetal läuft weiter an, bestimmt die Begegnung. Andererseits ist Gütersloh in der Defensive gut organisiert. Insbesondere an FCG-Torwart Jarno Peters kommen die Gastgeber nicht vorbei. Der andere Keeper – Marvin Weusthoff auf Ennepetaler Seite – schaltete sich mehr in die Ennepetaler Offensive ein. Ein Kopfball geht knapp drüber (90.+1). In der Folge bekommt Gütersloh den Ball nicht gescheit nach vorne geschlagen. Auch ein Verdienst vom nachsetzenden Weusthoff. 47:20 Minuten stehen auf der Uhr, als der Ball Robin Gallus erreicht, er einfach drauf hämmert und es sich schließlich eine jubelnde blaue Traube um den Mittelfeldspieler bildet. In letzter Sekunde gelingt das nicht einmal unverdiente 2:2-Remis. Der Wermutstropfen, an den in diesem Moment keiner denkt: der letzte Sieg entstammt vom 13. Oktober . . .

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