Fußball-Oberliga

Spitzenreiter Meinerzhagen zu Gast in Ennepetal

Aus beruflichen Gründen kann Tim Dosedal nicht mehr intensiv trainieren, hat diese Saison noch kein Spiel für den TuS Ennepetal bestritten. Im Winter verlässt er offiziell den Verein.

Aus beruflichen Gründen kann Tim Dosedal nicht mehr intensiv trainieren, hat diese Saison noch kein Spiel für den TuS Ennepetal bestritten. Im Winter verlässt er offiziell den Verein.

Foto: Marinko Prša

Ennepetal.  Am Sonntag gibt es einen Leckerbissen. Spitzenreiter Meinerzhagen gastiert bei der bisher fairsten Mannschaft der Oberliga, beim TuS Ennepetal.

In der laufenden Saison hat er noch keine Minute gespielt. Tim Dosedal musste wegen eines beruflichen Wechsels beim Fußball-Oberligisten TuS Ennepetal kürzer treten. Kaum Training, keine Spiele. So ist der Mittelfeldmann, der gegen Ende der vergangenen Saison auch in der Innenverteidigung sich für die Ennepetaler einsetzte, auch am Sonntag gegen Spitzenreiter RSV Meinerzhagen kein Thema sein. Im Winter wird er sich auch offiziell vom Bremenstadion verabschieden. Wo es hingeht, ist noch unklar.

Zwei Spitzen-Mannschaften treffen aufeinander

Im Sommer 2016 war der inzwischen 32-jährige Spieler vom damaligen Oberliga-Absteiger SV Schermbeck zum TuS Ennepetal gewechselt. Schnell konnte er sich als Leistungsträger und Stammspieler etablieren. Überdies war Dosedal auch stets einer, der für gute Stimmung im Lager rund ums Bremenstadion sorgte. Auch ließ er sich in die Pflicht nehmen, wenn es um den Ennepetaler Nachwuchs ging.

Vielleicht ist er als Zuschauer dabei, wenn der erstaunlich starke Neuling RSV Meinerzhagen ins Bremenstadion kommt. Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in verschiedenen Kategorien spitze sind. Meinerzhagen ist der aktuelle Spitzenreiter. Ennepetals Trainer Alexander Thamm sieht Parallelen zum FC Schalke 04 II, der vor einem Jahr stotternd in die Saison gestartet ist, schließlich die Liga dominierte und souverän Meister und Regionalliga-Aufsteiger wurde. „Wie ich höre, wird Meinerzhagen in der Winterpause noch personell zulegen. Da kann sich die Liga auf etwas gefasst machen“, ergänzt Thomas Riedel, Sportlicher Leiter der Klutertstädter.

Nuri Sahin wirkt im Hintergrund

Im Hintergrund des RSV Meinerzhagen wirkt Bundesligaprofi Nuri Sahin, einst einer der Publikumslieblinge vom Bundesligisten Borussia Dortmund und inzwischen Spieler von Werder Bremen. Wenn möglich begleitet der Fußball-Profi den Oberliga-Neuling zu den Spielen – egal ob daheim oder auswärts. Er wird am Sonntag allerdings nicht das Bremenstadion mit seiner Anwesenheit beglücken. Werder Bremen empfängt nämlich am Sonntag um 18 Uhr den SC Paderborn.

Ennepetal spitze in der Fairplay-Liste

Spitze in der Oberliga ist Ennepetal in der Fairplay-Statistik. Die Truppe von Trainer Alexander Thamm ist die einzige Mannschaft bisher, die weder Rot noch Gelb-Rot kassiert hat. „Wir knüpfen quasi an der vorherigen Saison an“, so Thamm. Seinerzeit gab es lediglich zweimal Gelbrot – gegen Bollmann und gegen Lahchaychi. Allerdings droht derzeit dem Verein ein 500 Euro teures Ungemach. Mehrfache Unsportlichkeit wirft der Verband dem Klub vor. Riedel: „Da gehen wir gegen vor. Das ist ein unglaublicher Vorgang.“

Ärger droht nach Gütersloh-Spiel

Im Spiel gegen den FC Gütersloh, als Robin Gallus in letzter Sekunde der Nachspielzeit den 2:2-Endstand erzielt hatte, solle es zu einem Böller-Wurf gekommen sein. „Ich habe davon nichts mitbekommen. Ebenso wenig unser Vorsitzender Michael Peiniger. Ich weiß nicht, wo der Schiedsrichter das her hat“, ärgert sich Riedel. Ferner sollen sich Zuschauer grob unsportlich gegen den Gästespieler Eric Yahkem geäußert haben. „Weder Eric noch FC-Kapitän Tim Manstein haben davon etwas mitbekommen. Wir haben mit beiden inzwischen telefoniert“, so Riedel. Möglich, dass sich der Unmut Ennepetaler Zuschauer auch gegen den Schiedsrichter gewendet haben könnte. Es soll der Begriff „Schwarze Sau“ gefallen sein. Jedenfalls läuft ein schwebendes Verfahren.

So oder so: Der TuS Ennepetal freut sich auf den Spitzenreiter aus dem Sauerland – und auf viele seiner Zuschauer. Denn für den RSV Meinerzhagen ist das Gastspiel in Ennepetal so etwas wie ein Derby. Kein Verein liegt so nah an Meinerzhagen wie der aus Ennepetal. „Ganz klar, am Sonntag spielen wir ein Derby“, unterstreicht Riedel. „Auch wenn das nicht mit dem gegen Sprockhövel zu vergleichen ist.“

Aus Derby Tor schießen gelernt?

Zuletzt ging es nach Sprockhövel – vollen Mutes und voller Zuversicht. Zurück mit einer Niederlage. Aus der wollen die Ennepetaler Spieler vor allem was die Ausbeute der Chancen angeht gelernt habe. „Es ist ja nicht so, dass wir vorgeführt worden sind. Auch haben wir gute Chancen herausgespielt“, so Trainer Alexander Thamm. „Aber die Chancen zu verwerten, daran hat es gehapert. Auch wenn man das gerade kaum trainieren kann, haben wir darauf unsere Fokus gelegt.“

Personell ist fast alles so, wie am Freitag in Sprockhövel. Klar ist allerdings, dass Deniz Yasar nicht spielt, er frühesten wieder nach der Winterpause um Punkte kämpfen kann. Die genaue Diagnose steht zwar noch aus, aber sein Fuß ist eingegipst. Klar ist lediglich, dass die Bänder am Knöchel ordentlich in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Ebenso klar ist, dass Nils Nettersheim wieder mit von der Partie sein wird. Aus berufliche Gründen konnte wer gegen Sprockhövel nicht auflaufen.

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