Eishockey-Oberliga

Moskitos wollen im Playoff-Modus bleiben

Die Meister der Zittersiege: Für Andrej Bires und Co. zählt nun jede Partie auf dem Weg in die Meisterrunde.

Foto: Michael Gohl

Die Meister der Zittersiege: Für Andrej Bires und Co. zählt nun jede Partie auf dem Weg in die Meisterrunde. Foto: Michael Gohl

Beim Schlusslicht Timmendorfer Strand und am Sonntag gegen die Hamburger Crocodiles darf sich das Essener Team keinen Ausrutscher erlauben

Die Hauptrunde der Eishockey-Oberliga steuert auf die Zielgerade zu. In der Vorsaison konnten sich die Wohnbau Moskitos zu diesem Zeitpunkt getrost zurücklehnen und auf das Weihnachtsfest freuen. Mit zwölf Siegen in Serie mischten die Mücken die Oberliga als Überraschungsteam auf, ein Platz in der oberen Tabellenhälfte war bereits gesichert. Zwölf Monate später befinden sich die Essener in einer ähnlichen Form. Elf der letzten 13 Partien entschieden sie zu ihren Gunsten. Doch im Gegensatz zum Vorjahr schweben die Mücken mit Ungewissheit im Magen durch die Adventszeit. Sie zittern noch um eine Fahrkarte für die Playoffs.

Einen Platz unter den ersten Sieben, der erst zur Meisterrunde und später dann zur Teilnahme am K.o.-Modus berechtigt, haben sie aktuell zwar inne. Doch um den zu verteidigen, ist der ESC an diesem Wochenende zum Siegen verdammt. „Wir müssen ab jetzt alles gewinnen. Die Tabelle ist so eng, jeder einzelne Punkt könnte das Aus bedeuten“, warnt Teamchef Frank Gentges.

Härteste Restprogramm der gesamten Liga

Am heutigen Freitag gastieren sie beim Schlusslicht EHC Timmendorfer Strand (20 Uhr), Sonntag kommen die Hamburger Crocodiles als Tabellenneunter in die Eissporthalle West (18.30 Uhr). Vergleichbar dankbare Aufgaben. Danach sind es noch fünf Spiele, vier davon gegen Top-Teams. Unter anderem müssen die Mücken zwei Mal gegen den Serienmeister Tilburg antreten.

Für Gentges eine Mammut-Aufgabe: „Wir haben das härteste Restprogramm der gesamten Liga.“ Dennoch wahrt der 52-jährige seinen Optimismus. „Ich bin zuversichtlich, dass es klappt. Wenn ich nicht daran glauben würde, wäre ich im falschen Beruf.“

Als Siebter haben die Grün-Violetten momentan ein schmales Polster von einem Zähler auf die Nicht-Playoff-Zone. Dort lauert Erzrivale Herner EV auf einen Ausrutscher. Außerdem in der Verlosung: Die Saale Bulls, mit einem Punkt Vorsprung über den Essenern postiert. Scheint so, als würde sich ein Dreikampf um die beiden letzten Playoff-Ränge anbahnen.

Der Siegeswille ist riesig

Um die Reise nach Jerusalem zu überstehen, wird die junge Mannschaft wohl eine große Portion Glück und Abgebrühtheit brauchen. Ein gutes Omen, denn das Spielglück war zuletzt öfter mal auf Seiten der Gentges-Truppe. Und wenn nicht, dann erzwangen sie es halt. Beide Partien der Vorwoche entschieden die Mücken erst in der Overtime. Ingesamt stehen schon vier Zittersiege nach Verlängerung zu Buche – Ligabestwert.

Das habe jedoch weniger mit Glück oder Coolness zu tun, erklärt Gentges. „Da geht es um Mentalität. Und der Siegeswille der Jungs ist riesig“, lobt er. Ein großer Fan der Last-Minute-Mücken sei er aber nicht. Im Gegenteil: „Wir hätten alle diese Spiele nach 60 Minuten gewinnen müssen und haben so jedes Mal einen Punkt verschenkt.“

Früherer Topscorer Brad McGowan im Fokus

Auch das Hinspiel beim kommenden Gegner Hamburg entschieden sie erst nach Ablauf der regulären Spielzeit. Im Rückspiel würden die Mücken gerne auf einen Nachschlag verzichten, eng wird es wohl dennoch werden. Die Crocodiles um Ex-NHL-Spieler Christoph Schubert und den letztjährigen Liga-Topscorer Brad McGowan verfügt laut Gentges über „wahnsinnige Qualität, aber sie punkten momentan nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie zurück zu alter Stärke finden.“ Für die Moskitos bleibt zu hoffen, dass diese Zeit erst nach dem Spiel am Sonntag anbricht.

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