Frauenfußball-Bundesliga

Rang vier ist für SGS Essen das Ziel in der Eliteliga

Sorgte unter der Woche für Gesprächsstoff: Lea Schüller (rechts) verlässt die SGS zum Saisonende und wechselt zum FC Bayern München.

Sorgte unter der Woche für Gesprächsstoff: Lea Schüller (rechts) verlässt die SGS zum Saisonende und wechselt zum FC Bayern München.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Essen.  Nach langer Winterpause beginnt für die Essenerinnen die Rückrunde mit einem Derby beim MSV Duisburg. Schüller-Wechsel wirkt noch nach.

Zehn Wochen ruhte in der Frauenfußball-Bundesliga der Ball. Doch nicht nur die lange Pause ließ die SGS Essen dem Start in die Restrunde entgegenfiebern. Denn direkt zu Wiederbeginn geht es für die Elf von Trainer Markus Högner nicht nur um drei Punkte. Im Ruhrderby am Sonntag (14 Uhr) beim MSV Duisburg schwingt bekanntlich auch stets eine Menge Prestige mit. Auch wenn Högner im Vorfeld keine Emotionen heraufbeschwört, eine Niederlage gegen den Reviernachbarn wäre auch für ihn besonders schmerzhaft. „Natürlich wollen wir in der Tabelle oben dranbleiben“, erklärt der Fußballlehrer. „Dafür haben wir in der Vorbereitung gut gearbeitet. Ich bin bisher sehr zufrieden.“

In den Testspielen überzeugt

Auch in den Testspielen zeigte sich die SGS von ihrer besten Seite und ging jeweils als Sieger vom Platz. Lediglich gegen die deutsche U20-Nationelf setzte es eine 0:2-Niederlage, die aber kaum aussagekräftig ist. Schließlich stellte die SGS für diese Partie selbst vier Spielerinnen für die DFB-Auswahl ab. Aber auch Högner ist klar, dass der Wert der Vorbereitung auch am Start in die Saison gemessen wird. Daher wählte er Testspielgegner, die den Qualitäten der Duisburgerinnen nahekommen. „Ich erwarte den MSV tief stehend. Es wird schwer werden, ihre Abwehr zu knacken.“

Im Hinspiel dauerte es gar 84 Minuten, ehe Turid Knaak den Ausgleich erzielte. Ramona Petzelberger sorgte aber bekanntlich in der Nachspielzeit doch noch für einen Essener Derbysieg. Dass soll auch diesmal gelingen. Schließlich würde Högner den vierten Platz der Eliteliga gerne auch ins Ziel bringen. Mehr ist wohl bei derzeit neun Punkten Rückstand auf das drittplatzierte Bayern München nicht drin. Den Atem von Verfolger Turbine Potsdam spüren die Essenerinnen dagegen umso stärker. Die Brandenburgerinnen sind mit nur einem Punkt weniger Fünfter. „Ich bin da Realist: Die ersten drei Teams sind schon weit weg, aber Platz vier wollen wir anvisieren.“

An der Ardelhütte stellt sich die Zukunftsfrage

Allerdings stellt sich an der Ardelhütte nicht erst seit dem verkündeten Wechsel von Lea Schüller zum FC Bayern die Zukunftsfrage. In der Nationalspielerin verliert die SGS ihre beste Torjägerin. Elf Mal traf die 22-Jährige in den bisherigen 13 Partien und wagt nun den nächsten, großen Karriereschritt. So wie ein Jahr zuvor auch Linda Dallmann, mit der Schüller nun künftig wieder zusammenspielen wird. Ungeklärt ist hingegen die Zukunft von Marina Hegering und Turid Knaak. Bei beiden laufen die Verträge im Sommer aus, sodass die SGS auch zwei weitere Nationalspielerinnen zu verlieren droht. „Es stehen weitere Verhandlungen an“, erklärt Högner. „Ich wünsche mir, dass sie bleiben, aber wenn sie noch einmal etwas anderes machen wollen, müssen wir das eben auch akzeptieren.“

Seine Aufgabe sieht er dagegen klar: „Wir müssen die nächste Generation entwickeln, damit wir auch in fünf Jahren noch in der 1. Liga sind.“ Dass die SGS dann in der Tabelle auch weiterhin oben anklopft, sei für ihn erst einmal zweitrangig. „Wir sind und bleiben eben ein Ausbildungsverein.“ Und dem Abgang von Schüller hat man gewissermaßen auch schon vorgesorgt. Eine potenzielle Nachfolgerin steht in Nicole Anyomi schon bereit. Allerdings gilt es in dieser Saison erst einmal, gemeinsam Platz vier zu sichern und im Pokal so weit wie möglich zu kommen. „Am liebsten ins Finale“, findet Högner.

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