Handball-2. Bundesliga

Tusem trifft auf bissige Wölfe

Prunkstück Abwehr: Michael Kintrup und Dennis Szczesny beim beherzten Zupacken.

Foto: Michael Gohl

Prunkstück Abwehr: Michael Kintrup und Dennis Szczesny beim beherzten Zupacken. Foto: Michael Gohl

Essener empfangen auswärtsstarkes Team aus Rimpar. Mannschaft von Jaron Siewert will ihre Serie ausbauen. Tom Skroblien ist zurück.

Zufriedenheit sieht anders aus. Nach dem packenden Derby in Hamm (25:25) verließen die Handballer vom Tusem Essen das Spielfeld eher nachdenklich und nicht mit dem ganz großen Grinsen im Gesicht. Es war mehr drin, fanden sie, und ganz Unrecht hatten sie dabei nicht. Die Erwartungshaltung beim Tusem ist nach den erfolgreichen letzten Wochen augenscheinlich gestiegen und deswegen soll im Heimspiel an diesem Freitag gegen die Rimpar Wölfe (19.30 Uhr, Am Hallo) der nächste Sieg her. Doch mit den Bayern kommt eine der stärksten Auswärtsmannschaften der 2. Bundesliga nach Stoppenberg.

„Rimpar ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft“, sagt Tusem-Trainer Jaron Siewert, der natürlich auch den kommenden Gegner genau auf seine Stärken und Schwächen untersucht hat. Seine Analyse ergibt: Starker Rückraum mit individueller Klasse und kräftige Kreisläufer mit reichlich Körperlichkeit. Bissige Wölfe also. Keine einfache Aufgabe, aber der 23-Jährige hat sich schon einen Plan zurechtgelegt: „Unsere Abwehr muss die Dynamik der Wölfe einschränken und selber wollen wir weiterhin mit Tempo und Spielwitz agieren.“

Serie von sechs ungeschlagenen Spielen

Das war zuletzt in Hamm ebenfalls über weite Strecken der Partie der Fall, doch immer wieder raubten kleine Aussetzer die Chance zum Sieg. Das wurmte nicht nur den Trainer, sondern auch Justin Müller. Am Ende fühlte sich das Unentschieden bei heimstarken Hammern für den Rückraumspieler wie eine Niederlage an, doch schließlich musste er zugeben: „Wir nehmen aus dem Derby mit, dass wir für die letzten vier Spiele in diesem Jahr noch sau viel Potenzial haben und uns vor keinem Gegner verstecken brauchen.“

Das Blatt hat sich gewendet beim Tusem. Vor der Serie von sechs ungeschlagenen Spielen hätten die Handballer von der Margarethenhöhe ein Unentschieden in Hamm sicherlich unterschrieben. Nun, mit dem gewachsenen Selbstvertrauen, darf es schon mehr sein. „Wir haben in den letzten Partien unseren Rhythmus gefunden und eine gute Serie hingelegt. In eigener Halle wollen wir natürlich diese Serie weiterhin ausbauen und in keiner Weise nachlassen“, fordert Trainer Siewert.

Abwehr ist stärker geworden

Selbstvertrauen hilft, doch das allein wird wohl nicht reichen, um den Tabellensiebten ohne Punkte auf die lange Fahrt nach Hause zu schicken. Die Abwehr, die in erster Linie den Wind für den Höhenflug gegeben hat, muss erneut kompakt agieren und darf sich keine Schwächephasen mehr leisten. Gegen Hamm offenbarten sich in den entscheidenden Momenten doch immer wieder Lücken. Dennoch: „Unsere Abwehr hat sich im Verlauf der Hinrunde enorm eingespielt und stabilisiert“, sagt Torhüter Sebastian Bliß, „Im Optimalfall wollen wir in jedem Spiel im Bereich der 20-Gegentormarke bleiben. Wenn uns das auch gegen Rimpar gelingt, dann stehen die Chancen gut, für den nächsten Heimsieg vor unseren fantastischen Fans.“

Ein bisschen Lobhudelei für die eigenen Anhänger darf auch mal sein. Und genau die würden sich darüber freuen, wenn es nach dem Spiel gegen Rimpar die nächste „Humba“ zu tanzen gibt – mit Bliß als Vorsänger.

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