RWE-Nostalgie

Zwei RWE-Haudegen aus der alten glorreichen Zeit

Immer vollen Einsatz: Werner Kik (rechts) in Aktion, 2007 wurde er von

Immer vollen Einsatz: Werner Kik (rechts) in Aktion, 2007 wurde er von

Foto: Oliver Müller

essen.   Werner Kik und Herbert Weinbeg feiern in diesen Tagen ihren 80. Geburtstag. Beide erlebten noch Bundesliga an der Hafenstraße.

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Zwei altverdiente Spieler aus glorreichen RWE-Zeiten, als die Kicker von der Hafenstraße noch Bundesliga-Luft schnuppern durften, werden in diesen Tagen stolze 80 Jahre alt: Herbert Weinberg legte am Sonntag vor, Werner Kik vollendet erst am heutigen Mittwoch. So, wie es früher unzählige Male auf dem Rasen im Georg-Melches-Stadion der Fall war.

Der Stürmer aus der Jugend vom BV Altenessen 06 fand über Hannover 96 den Weg zurück nach Essen. Zwischen 1966 und 1972 absolvierte er mit den Rot-Weissen insgesamt vier Aufstiegsrunden zur Fußball-Bundesliga, dreimal mit Erfolg. Für den Rechtsaußen, der aufgrund seines enormen Arbeitspensums ein Vorbild für seine Mitspieler war, war der 24. August 1966 unvergesslich: Bei seiner Bundesliga-Heimpremiere erzielte er beim 4:1-Sieg ausgerechnet gegen Schalke 04 sein erstes Bundesligator.

Heimsiege über Bayern und Mönchengladbach

In der Saison folgten auch noch Heimsiege über Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Insgesamt bestritt Herbert Weinberg 306 Pflichtspiele für Rot-Weiss und erzielte dabei 51 Tore. Eine schwere Verletzung beendete im Januar 1973 seine Karriere. Bei einem Trainingsspiel in der legendären Turnhalle des Stadions prallte er mit dem Kopf ungebremst gegen die Betonwand und zog sich einen Schädelbasisbruch zu. Vier Wochen lag er im Krankenhaus, davon eine auf der Intensivstation. Der Umstand, dass ihn niemand vom Verein besuchte, ließ Weinberg in der Folge auf Abstand zu seinem Klub gehen. Erst Michael Welling ließ im Assindia-Bereich eine RWE-Legenden-Lounge im neuen Stadion einrichten, seitdem ist Weinberg wieder mit seiner Ehefrau, mit der er seit über 60 Jahren zusammen ist, gern gesehener Gast an der Hafenstraße.

Kik gründete später die Traditionsmannschaft

Werner Kik kam in der Saison 1960/61 vom TuS Hamm nach Essen. In den folgenden zehn Jahren begann er als Mittelstürmer, wurde dann aber erfolgreich zum Verteidiger umgeschult. Nach 293 Spielen in der Oberliga West, 2. Liga West, Regionalliga West und 1. Bundesliga, in denen er 21 Tore erzielte, beendete er 1970 seine Karriere. Bei seinem Debüt 1960 gegen Preußen Münster war er in prominenter Gesellschaft: RWE-Legende „Penny“ Islacker stürmte über rechts, Fritz Herkenrath stand im Tor und in der Abwehr verteidigte ein gewisser Otto Rehhagel. Topfit beendete er 1970 seine Karriere und wurde Vermessungs-Ingenieur bei der Ruhrkohle. Erst zwei Jahre später gab der DFB die Obergrenze für Gehälter von 1.200 DM im Monat auf.

Werner Kik ist Mitbegründer der Traditionsmannschaft und kümmerte sich nach seiner aktiven Zeit noch um die RWE-Jugend, auch war er für zwei Jahre im Verwaltungsrat des Vereins. Bei den Fans stand er immer hoch im Kurs: 2007 wählten sie das Vorbild an Fleiß und Einsatz in die Jahrhundertelf.

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