Fußball-Landesliga

Der Derby-Druck lastet vor allem auf Resse

Werner Kasper bittet um Geduld – auch vor dem Derby in Horst. „Fußball“, sagt Resses Trainer, „ist kein Wunschkonzert.“

Werner Kasper bittet um Geduld – auch vor dem Derby in Horst. „Fußball“, sagt Resses Trainer, „ist kein Wunschkonzert.“

Foto: Michael Korte

Horst/Resse.  Horst 08 empfängt die Viktoria mit einem Drei-Punkte-Vorsprung. Grembowietz erwartet einen sehr motivierten Gegner, Kasper bittet um Geduld.

Gute Derby-Erfahrungen hat der SV Horst 08 in dieser Saison in der Fußball-Landesliga noch nicht sammeln können. Aber drei Wochen danach will im Stadtwesten niemand mehr an das 0:5 bei der SSV Buer erinnert werden. Die Blicke gehen voraus – zum nächsten Derby an diesem Sonntag zu Hause gegen Viktoria Resse. Anstoß ist um 15.15 Uhr auf der Sportanlage Auf dem Schollbruch.

Nach dem nicht unbedingt erwarteten 3:2-Sieg beim FC Frohlinde (nach 0:2-Rückstand) und dem weiteren 3:2-Sieg im Kreispokal beim SC Hassel erscheinen die Horster Blicke wieder zuversichtlicher als noch vor einer Woche. „Wir wollen jetzt nachlegen“, appelliert 08-Trainer Jens Grembowietz, der trotz des jüngsten Erfolgserlebnisses keinen Grund sieht, das Duell mit dem zuletzt arg gerupften Gast aus Resse als Selbstläufer einzustufen.

Für ein Zwischenfazit ist es Jens Grembowietz zu früh

„Wir haben jetzt sechs Punkte auf dem Konto, nur drei mehr als die Resser“, sagt er mit einem Blick auf die Tabelle. „Wir bewegen uns also in gleichen Gefilden, wobei es nach fünf Spieltagen sowieso noch zu früh ist, ein Zwischenfazit zu ziehen.“

Eine so unliebsame Derby-Überraschung wie an der Löchterheide möchte Jens Grembowietz diesmal auf keinen Fall erleben, deshalb fordert er von seinen Jungs: „Wir müssen wahnsinnig konzentriert in dieses Spiel gehen. Dass die Resser zuletzt mit 0:5 gegen Obercastrop verloren haben, muss nicht unbedingt positiv für uns sein. Ich erwarte einen gerade deshalb sehr motivierten Gegner.“

Horsts Pascal Roith hat seine Sperre abgebrummt

Personell sieht es im Horster Norden nach wie vor nicht rosig aus, aber immerhin schon besser als zuletzt. Drei Spieler stellen eine mögliche neue Option dar: Pascal Roith nach Ablauf seiner Rot-Sperre, Okan Isleyen und auch Nico Hoffmann, der nach einem langen Aufenthalt im Ausland aber noch Trainingsrückstand aufweist. Noch immer fehlen Gianluca D’Acquisto, Mohamed Bouachria, Baris Aydin, Gökhan Yavuz, Alexander Rudolf, Tobias Rimböck und Ahmet Dilek.

Resses Trainer Werner Kasper ist zumindest personell besser dran. Mit Ausnahme der Langzeit-Ausfälle Samuel Gehrmann und Marcus Schoppe hat er reichlich Auswahl. Aber dafür hat er andere Sorgen. Nach drei tor- und sieglosen Spielen unter seiner Regie mehrt sich der Unmut im Umfeld des Klubs. „Fußball ist kein Wunschkonzert“, sagt der routinierte Coach. „Ich bitte um Geduld. Jeder ist bereit, alles zu geben, von Woche zu Woche ein bisschen mehr. Es wird schon.“

Er hofft, dass sein Team an diesem Sonntag zeigen kann, was es in der zurückliegenden Woche erarbeitet hat. „Wir spielen in derselben Liga wie die Horster, hinzu kommt der Derby-Charakter“, sagt Werner Kasper. „Wir haben unsere Chance, wir fahren nicht zum Schollbruch, um einfach nur mitzuspielen.“

Seit 296 Minuten ist Viktoria Resse torlos

Nach vier Niederlagen in Folge sind die zudem seit 296 Minuten torlosen Resser auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Hinter sich haben sie jetzt nur noch den Neuling BW Westfalia Langenbochum, also jene Mannschaft, gegen die am ersten Spieltag mit 2:1 der bislang einzige Saisonsieg gelang. Um nicht vorzeitig den Anschluss an das sichere Mittelfeld zu verlieren, sind die Resser gezwungen, so langsam mit dem Sammeln weiterer Punkte anzufangen – am besten schon an diesem Sonntag im Derby in Horst.

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