Fußball-Bezirksliga

Der SC Hassel darf sich auf die Schulter klopfen

Starke Saison: Trainer Tim Kocha­netzki landete mit dem SC Hassel in der Fußball-Bezirksliga auf dem dritten Rang.

Starke Saison: Trainer Tim Kocha­netzki landete mit dem SC Hassel in der Fußball-Bezirksliga auf dem dritten Rang.

Foto: Olaf Ziegler

Hassel.  „Als wir im Januar 2018 mit einer leeren Kabine angefangen haben, wusste keiner, wohin die Reise geht“, sagt Hassels Trainer Tim Kochanetzki

Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga im November 2017 stand der SC Hassel vor einer Reise ins Ungewisse. Dass man nach einem derart harten Schnitt ins Bodenlose fallen kann, erlebte man zuletzt ein paar Kilometer weiter beim nicht minder traditionsreichen TSV Marl-Hüls. Die Hasseler bekamen hingegen die Kurve. Sie starteten vor genau einem Jahr einen Neubeginn in der Bezirksliga und dürfen sich jetzt gegenseitig auf die Schulter klopfen: Alles richtig gemacht!

So mancher hatte dem SC Hassel vor Beginn der Saison 2018/19 den Abstieg in die Kreisliga A prophezeit. Es kam aber ganz anders. In der Abschlusstabelle der Staffel 9 landeten die Grün-Weißen hinter den beiden Ausnahmemannschaften BW Westfalia Langenbochum und SV Vestia Disteln auf Rang drei, wenn auch nur knapp vor den nachfolgenden Klubs. Eine Platzierung, die selbst Trainer Tim Kochanetzki nicht für möglich gehalten hatte.

22 Spieler aus der Kreisliga A

„Als wir im Januar 2018 mit einer leeren Kabine angefangen haben, wusste keiner, wohin die Reise geht“, erinnert der Coach. „Wir haben 24 Spieler verpflichtet, davon 22 aus der Kreisliga A. Wir haben enorm viel gesprochen. Über Abläufe, Taktik, Selbstbild und Einstellung. Dass wir am Ende Tabellendritter geworden sind, ist für einen kompletten Neuanfang eine riesige Leistung, die wir uns über die gesamte Spielzeit erarbeitet haben.“

Vor allem in Duellen mit den Nachbarn glänzten die Hasseler. Von den acht Derbys gewannen sie sieben – alle ohne Gegentor. Nur bei Westfalia 04 mussten sie sich beugen (0:1). „Wir haben“, so Tim Kocha­netzki, „wieder den Boden gefunden und die Weichen für die Zukunft gestellt.“ Ist der SC Hassel in der neuen Saison vielleicht schon reif für den Aufstieg? Tim Kochanetzki möchte davon nichts wissen. „Wir wollen uns“, sagt er, „dauerhaft in den Top Fünf festsetzen und uns in der Bezirksliga etablieren. Das ist vor dem Hintergrund des Neustarts vor einem Jahr und den gegebenen Mitteln ein realistisches Ziel.“

Tim Kochanetzki: „Der Konkurrenzkampf wird noch größer“

Drei Spieler haben den SC Hassel verlassen, aber ansonsten ist das Team zusammengeblieben. „Bestehende Automatismen sind immer von Vorteil“, sagt der Coach. Dank der Zugänge aus Buer und aus Zweckel hat sich die Qualität des Kaders seiner Ansicht nach verbessert. „Wenn wir Spieler verpflichten, dann sind es immer Verstärkungen. Allen Neuen traue ich auf Anhieb ein Platz in der Startelf zu“, sagt Tim Kochanetzki. „Wir sind mit ihnen noch flexibler aufgestellt als in der Vorsaison. Der Konkurrenzkampf wird noch größer.“ Vor allem im offensiven Bereich.

Er steht mit seinen Jungs vor der Herausforderung, die Zufriedenheit aus den Körpern und Köpfen zu bekommen. „Wir alle waren zufrieden, dass wir Dritter geworden sind“, betont Tim Kochanetzki. „Dafür haben wir viel getan. Wenn wir allerdings nicht verstehen, dass es nun wieder von vorne losgeht und wir aus der Komfortzone raus müssen, dann werden wir nicht noch einmal so gut abschneiden.“

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