Fußball-Oberliga

Ein Blick auf das U-23-Team des FC Schalke 04 lohnt sich

Ein starkes Team, die Schalker U 23: Nach dem 2:0 beglückwünschen Haji Wright (links verdeckt), Berkan Firat (Nr. 8), Janis Grinbergs (rechts verdeckt) und Kapitän Philip Fontein (Nr. 11) den 2:0-Torschützen Benedikt Zahn.

Ein starkes Team, die Schalker U 23: Nach dem 2:0 beglückwünschen Haji Wright (links verdeckt), Berkan Firat (Nr. 8), Janis Grinbergs (rechts verdeckt) und Kapitän Philip Fontein (Nr. 11) den 2:0-Torschützen Benedikt Zahn.

Foto: Mark Bohla

Gelsenkirchen.   Die Schalker zeigen gegen Erndtebrück eine starke Leistung. Die Torschützen Wright, Zahn und Fontein fallen beim 7:0-Sieg nicht nur Asamoah auf.

Sehr gut? Sehr gut minus? Gut plus? Torsten Fröhling überlegt kurz. „Es gibt immer was zu meckern. In den ersten 15, 20 Minuten waren wir nicht richtig im Spiel“, sagt der Trainer der U-23-Kicker des FC Schalke 04, die soeben ihren 22. Saisonsieg gefeiert und den nächsten großen Schritt Richtung Regionalliga-Aufstieg gemacht haben. „Aber das war schon gut“, meint dann auch der 52-Jährige. Mit 7:0 (3:0) hat sich der souveräne Oberliga-Spitzenreiter am Samstag vor nur 120 Zuschauern gegen den TuS Erndtebrück durchgesetzt.

Es ist anzunehmen, dass Gerald Asamoah in seiner aktuellen Funktion als Teammanager der Schalker Profis dem Trainerteam um Huub Stevens von diesem ausgezeichneten Auftritt der königsblauen Oberliga-Kicker einen Bericht abliefern wird. Das Fröhling-Team strahlte gegen die Siegerländer nämlich eine totale Dominanz aus, es hielt eine totale Ordnung, und es spielte dabei auch noch Fußball, der herrlich anzusehen war.

TuS-Stürmer Manfredas Ruzgis köpft vorbei

Aber weil es ja eben immer etwas zu meckern gibt, sagte Torsten Fröhling auch: „Wenn die den reinköpfen, liegen wir 0:1 zurück, und dann gibt’s eine andere Entwicklung.“ Er dachte an die Szene aus der 17. Minute, als sich ausgerechnet George Timotheou, der an diesem Nachmittag mit Finn Heiserholt ein herausragendes Innenverteidiger-Duo bildete, verschätzt hatte. Der bullige TuS-Stürmer Manfredas Ruzgis, der litauische Nationalspieler, schaffte es aber nicht, Schalkes Keeper Krystian Wozniak zu überwinden.

Und Torsten Fröhling meinte, dass „es für uns ein Vorteil war, dass die Erndtebrücker mitspielen wollten“, wie er sagte. „Da muss man ihnen ein Kompliment machen.“ Letztlich waren die Unterschiede zwischen dem Tabellenersten und Tabellenzwölften dann aber doch viel zu groß, als dass es ein spannendes Spiel hätte werden können.

Ob Gerald Asamoah eine Empfehlung ausspricht?

Besonders freute sich Schalkes U-23-Trainer darüber, dass sich seine Mannschaft nach 45 Minuten nicht ausruhte, sondern weitermachte. „Es ist schon gut, diese Spielfreude zu sehen, dieses Engagement und dieses gegenseitige Helfen“, sagte Torsten Fröhling und benutzte damit Worte, die Huub Stevens momentan überhaupt nicht gebrauchen dürfte, wenn er über sein Bundesliga-Team spräche.

Ob der Schalker Cheftrainer vielleicht von Gerald Asamoah die Empfehlung erhalten wird, es schon gegen die TSG Hoffenheim am kommenden Ostersamstag (20. April, 20.30 Uhr) nur mit Oberliga-Stürmern zu versuchen, die richtig Bock haben? Nämlich mit dem am Samstag dreimal erfolgreichen Amerikaner Haji Wright und dem zweimal erfolgreichen Benedikt Zahn?

Klar: Torsten Fröhling lobte vor allem auch die Mannschaftsleistung und die gute Staffelung seines Teams, seine beiden Stürmer hob er aber dennoch heraus. Er nannte zum Beispiel die gute Entwicklung, die der 23-jährige Benedikt Zahn genommen habe. „Er ist jetzt körperlich mehr dabei und macht seine Tore“, sagte Schalkes U-23-Coach.

Ein Sieg fehlt noch zum Aufstieg in die Regionalliga

Und der 21-jährige Haji Wright, der ja bereits sieben Bundesliga-Spiele in dieser Saison gehabt hat, scheint wieder den richtigen Kurs aufgenommen zu haben. „Ich hoffe, dass bei Haji endlich mal der Knoten geplatzt ist“, sagte Torsten Fröhling. „Wenn er das jedes Mal abliefern würde, wäre er zu 100 Prozent oben geblieben. Deshalb bekommt er von mir auch immer mal einen Tritt in den Hintern.“

Da war aber noch einer, den sich Huub Stevens, Mike Büskens und Matthias Kreutzer vielleicht einmal etwas genauer anschauen sollten, und das nicht nur, weil dieser gegen den TuS Erndtebrück wie Benedikt Zahn zweimal getroffen hat: Philip Fontein. Der 25-jährige, der wegen der Verletzung Christian Eggerts aktuell auch die Kapitänsbinde trägt, ist der Kopf dieses vor Spielfreude und -witz blühenden Teams, das schon am kommenden Gründonnerstag (18. April) mit einem Sieg beim Aufsteiger SV Schermbeck den Regionalliga-Aufstieg perfekt machen kann. Anstoß wird um 18.30 Uhr in der Volksbank-Arena sein (Im Trog 52).

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