Fußball 3. Liga

Ex-Schalker René Klingenburg ist noch lange nicht am Ziel

Auf Kurs: Bei Preußen Münster spielt der ehemalige Schalker René Klingenburg eine starkeSaison. In 29 Spielen traf er schon achtmal.

Auf Kurs: Bei Preußen Münster spielt der ehemalige Schalker René Klingenburg eine starkeSaison. In 29 Spielen traf er schon achtmal.

Foto: firo Sportphoto/ Jan Fromme

Gelsenkirchen.   Der 25-Jährige wurde in der Knappenschmiede ausgebildet, schaffte den Sprung auf Schalke aber nicht. Jetzt ist er wieder auf dem Weg nach oben.

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Am Donnerstag will die Schalker U 23 den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen. Zwei Jahre nach dem Abstieg in die fünfte Liga ist der Mannschaft von Trainer Torsten Fröhling der Titel in der Oberliga Westfalen nur noch theoretisch zu nehmen. Der Vorsprung auf Rang drei beträgt bereits 24 Punkte. Einer, der sich sehr über diesen Erfolg freut, ist René Klingenburg.

Der 25-Jährige war Teil der Schalker U 23, die im Sommer 2017 aus der Regionalliga abstieg – und Kapitän des Teams, das im Folgejahr den direkten Wiederaufstieg verpasste. „Die Schalker U 23 gehört einfach in die Regionalliga. Die Punkteausbeute in dieser Saison zeigt, dass tolle Arbeit geleistet wird“, sagt Klingenburg.

Acht Tore in 29 Spielen

Der vielseitig einsetzbare Mittelfeld-Mann spielt in dieser Saison für Preußen Münster in der 3. Liga. Im Team von Trainer Marco Antwerpen ist er eine der tragenden Säulen. Mit starken Leistungen hat er sich sogar für höhere Aufgaben empfohlen. Seine Bilanz: 29 Spiele, acht Tore. Dass er in Münster noch eine weitere Saison dranhängen wird, ist unwahrscheinlich. „Ich bin dem Verein und meinem Trainer für die Unterstützung sehr dankbar. Preußen Münster hat mir im Sommer die Möglichkeit gegeben, mich weiterzuentwickeln. Dass ich den nächsten Schritt machen möchte, habe ich immer offen gesagt“, erklärt René Klingenburg.

Beim Zweitligisten Dynamo Dresden wurde er schon auf der Tribüne gesichtet. Auch bei anderen Klubs aus der zweiten Liga steht er auf dem Zettel. Nach Informationen der WAZ sollen sogar Vereine aus England Interesse an ihm bekundet haben. Sicherlich hätte René Klingenburg vor ein paar Jahren noch aus dem Nähkästchen geplaudert, wohin die Reise gehen könnte. Jetzt hält der den Ball lieber flach. Zu Gerüchten will er sich erst gar nicht äußern. Er sagt nur so viel: „Ich freue mich, dass interessante Vereine auf mich aufmerksam geworden sind. Ich führe derzeit zwar Gespräche, konzentriere mich aber vor allem auf meine Aufgabe in Münster.“ Im Preußen-Stadion geht es am Samstag um 14 Uhr gegen die SG Sonnenhof Großaspach.

Huub Stevens holte ihn zu den Profis

Eine Rückkehr zum FC Schalke 04 schließt der gebürtige Oberhausener, zumindest aktuell, aber aus. Im Sommer 2010 wechselte René Klingenburg vom MSV Duisburg in die königsblaue U 19 zu Trainer Norbert Elgert. 2012 führte er das Team mit einem Tor im Finale gegen den FC Bayern München zur Deutschen U 19-Meisterschaft. Kurze Zeit später unterschrieb er einen Profivertrag. Trainer war Huub Stevens. Damals hätte er eher andere dafür verantwortlich gemacht, dass ihm der Durchbruch auf Schalke nicht gelang. Rückwirkend sucht er die Schuld allein bei sich selbst: „Ich habe mir viel zu oft selbst im Weg gestanden. Ich habe geglaubt, dass mein Talent ausreicht. Dabei habe ich ganz vergessen, jeden Tag hart an mir zu arbeiten.“

Vielleicht war der Trip nach Australien vor knapp zwei Jahren ein Wendepunkt. Nach anderthalb Jahren bei Viktoria Köln suchte er sein Glück am anderen Ende der Welt. Fündig wurde er allerdings nicht. Als er nach nur knapp zwei Monaten das Flugzeug bestieg, das ihn zurück nach Deutschland brachte, wusste er: So geht es nicht weiter.

Seitdem lebt er für den Fußball – nur noch für den Fußball. 24 Stunden am Tag. Neben dem Training im Verein schiebt er sogar noch zig Sonderschichten, um sein großes Ziel doch noch zu erreichen: René Klingenburg will Bundesliga-Spieler werden. Und das am liebsten auf Schalke. Irgendwann zumindest.

Denn dass der Kumpel- und Malocherclub noch immer sein Verein ist – daraus macht er kein Hehl. Erst vor kurzem veröffentlichte er während eines Besuchs auf dem Vereinsgelände auf seinem Instagram-Profil ein Foto der Arena und schrieb dazu: „Ich bin für Dich geboren!“ Reger Kontakt zu den Königsblauen besteht immer noch. Erst kürzlich unterhielt er sich mit dem Mann, der ihn vor knappen sieben Jahren von der Jugend in den Profikader beförderte: Huub Stevens. Auch mit Schalkes Teammanager Gerald Asamoah telefoniert er ab und zu.

Stammgast in der Veltins-Arena

Lässt es der eigene Spielplan zu, sitzt Renè Klingenburg mindestens vor dem Fernseher, wenn die Schalker in der Bundesliga spielen. Am liebsten ist er aber live in der Arena dabei. Wie zuletzt beim Pokal-Aus gegen Werder Bremen. An den Klassenerhalt glaubt er trotz der zuletzt schwachen Leistungen fest.

Ob er irgendwann selbst nochmal in den Genuss kommen wird, sein Können unten auf dem Rasen unter Beweis zu stellen, vermag er nicht zu beurteilen. Er sagt nur so viel: „Egal, wo mein nächster Schritt hinführt. Ich bin noch lange nicht am Ziel.“

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