Fußball

Glücklicher Sieg für Westfalia 04

Gewonnen, aber nicht besonders angetan: Westfalia-Trainer Niklas Zacharias

Gewonnen, aber nicht besonders angetan: Westfalia-Trainer Niklas Zacharias

Foto: Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Horst.  Dass der Verlierer eines Spiels unzufrieden ist, versteht sich von selbst. Aber beim Bezirksliga-Derby zauderte sogar der Sieger.

So nah dran am ersten Punktgewinn war der SV Horst 08 II in dieser Saison noch nie. Das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga verlor das Derby gegen Westfalia 04 unglücklich mit 0:1 und kassierte die zehnte Niederlage im zehnten Spiel. Nach dem Spiel war keiner so richtig zufrieden. Auch der Gast aus Bismarck haderte, weil er dieses Ortsduell nach dem Spielverlauf eigentlich nicht für sich hätte entscheiden dürfen. „Ich habe selten so unverdient gewonnen“, bekannte Westfalias Trainer Niklas Zacharias.

Sein Horster Trainer-Kollege Gianluca Rapisardi konnte es nicht fassen, dass sein Team für eine zumindest engagierte Vorstellung nicht belohnt wurde. „Ich war vor diesem Spiel sehr optimistisch, ich habe daran geglaubt, dass die Niederlagenserie reißen würde“, meinte er. „Es war auch möglich, denn wir hatten mehr Ballbesitz und haben das Spiel gemacht. Aber leider haben wir klarste Tormöglichkeiten nicht nutzen können.“

In diesem Moment dachte er sicherlich an den Foulelfmeter, den Oguzhan Kalayci sechs Minuten nach der Pause ziemlich kläglich vergab. Adem Yurt war von Joel Göllner zu Fall gebracht worden. Den Strafstoß parierte Westfalias Schlussmann Fabian Maraun ohne größere Mühe. Kurz vor der Pause musste sich Fabian Maraun bei einem Flachschuss von Anil-Can Elemen jedenfalls mehr strecken.

Der Gast aus Bismarck stand hinten relativ sicher, aber im Spiel nach vorne hatte er nicht besonders viel zu bieten. Ein Schuss von Tobias Ostrowski, den der Horster Torwart Collin Wollinski abwehren konnte, und ein Lattenschuss von Niklas Zutkowski nach einem Freistoß von Furkan Kocagöz - das war alles, was sie lange Zeit zu bieten hatten. Trotzdem erzielten nicht die Horster, sondern sie das einzige Tor des Tages. Nach einem schnell vorgetragenen Angriff passte Jan Gendreizig auf den eingewechselten Alexander Lempka, und der fackelte nicht lange und überwand Collin Wollinski mit einem strammen Schuss.

Niklas Zacharias wirkte nach dem Spiel so, als müsste er sich für diesen Treffer und für den Sieg seiner Elf entschuldigen. „Wir haben uns beim Gegner zu bedanken, dass wir dieses Derby nicht verloren haben“, merkte er kritisch an. „Es lag nicht an uns, dass wir jetzt drei Punkte mehr auf dem Konto haben.“

Diese drei Punkte waren auch das Einzige, was ihn zufriedenstellen konnte. „Damit lässt sich natürlich besser schlafen als nach einer Niederlage, aber eine solche Leistung sollte nicht unser Anspruch sein“, teilte er kritisch mit. „Trotz des zweiten Sieges in Folge dürfen wir die Augen nicht verschließen, sondern müssen feststellen, dass wir mit der Vorstellung, die wir am Schollbruch gebracht haben, nahtlos an die vergangenen zwei bis drei schwachen Wochen angeknüpft haben.“

Mit jetzt 13 Punkten hat sich sein Team dennoch auf Rang sechs vorgeschoben. Das sind Zahlen, von denen Gianluca Rapisardi und seine Horster nur träumen können. Aber der junge Coach gibt die Hoffnung erst recht nach diesem Sonntag nicht auf. „Wir haben nicht gespielt wie ein Tabellenletzter“, gab er trotzig zu Protokoll. „Irgendwann wird auch bei uns der Knoten platzen und wir werden auch mal nicht als Verlierer vom Platz gehen.“

Tor: 0:1 Alexander Lempka (76.).

SV Horst 08 II: Wollinski, Yurt, Wiezorek (57. Yildizhan), Elemen (80. Okumus), F. Rapisardi, Heidenreich, Kalayci, A. Isleyen (88. Patti), P. Meyer, Kroll, Arslan.

Westfalia 04: Maraun, Krömmelbein, Ostrowski, F. Kocagöz (90. Madenci), Renneberg (62. A. Lempka), Göllner (64. Van), B. Kocagöz, F. Yilmaz, Zutkowski (82. Merdivan), Lück, Gendreizig.

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