Jugendfußball

Junge Kicker begeistern beim Knappenkids-Cup auf Schalke

Auf dem Kunstrasenplatz auf dem Schalker Vereinsgelände war es ganz schön voll. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH

Auf dem Kunstrasenplatz auf dem Schalker Vereinsgelände war es ganz schön voll. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  3000 Besucher strömen zum Fußballturnier auf das Schalker Gelände. Olaf Thon eröffnet die Veranstaltung, bei der über 900 Kinder mitspielen.

Den ganzen Tag über hatte das Wetter mitgespielt beim Knappenkids-Cup 2019 auf Schalke. Doch ausgerechnet bei der Siegerehrung dachte sich der Himmel, er müsse die nicht vorhandenen Konfettikanonen irgendwie ersetzen und übergoss die Sieger mit einem kurzen, aber kräftigen Schauer. Dem Grinsen der Kinder und dem Stolz der Eltern konnte das aber nichts anhaben.

Strahlend klatschten sie mit Schalke-Maskottchen Erwin ab, bissen in ihre Medaillen und reckten die Pokale in die Höhe. Ein langer Fußballtag war zumindest für die Sieger mit einem Happy End zu Ende gegangen.

920 Kinder in 92 Mannschaften

Schon um zehn Uhr war der Kunstrasenplatz direkt hinter der Schalker Geschäftsstelle auf dem Berger Feld am Samstagmorgen voll. 920 Kinder, verteilt auf 92 Mannschaften in drei verschiedenen Jahrgängen, wuselten über die Anlage, dazu noch Trainer, Betreuer und natürlich Eltern und Großeltern.

Mit knapp 3000 Besuchern rechnete die Veranstalter des Knappenkids-Clubs, viel mehr können es aufgrund von Platzmangel auch nicht sein. Mit einer Minute Verspätung, um 10.16 Uhr, betrat Olaf Thon dann den zum Turnierspielfeld umgebauten Kunstrasenplatz. Die großen Tore lehnten abgebaut am Zaun, dafür teilten Banden das künstliche Grün in acht Mini-Spielfelder.

Zwischen diesen Spielfeldern eröffnete Thon, den die Kinder eigentlich nur aus Erzählungen der Eltern kennen können, das Turnier. Deshalb erklärte er auch nochmal, „für die, die mich nicht kennen: 13 Jahre Schalke 04, vier Jahre Bayern München – ich musste ja auch ein bisschen Geld verdienen.“ Die meisten Kinder hörten ihm aber gar nicht zu, sie waren schon viel zu beschäftigt, sich die Bälle hin- und herzuschieben.

SVG Weissenberg in neonrosa

Noch bevor der Ball das erste Mal auch offiziell rollte, war der erste inoffizielle Titel schon verteilt, und zwar der der auffälligsten Mannschaft des Turniers. „Schau mal, wie wäre es denn mit der Trikotfarbe im nächsten Jahr“, fragte ein Betreuer den anderen und zeigte mit dem Finger auf die Kicker der SVG Weissenberg, die sich in ihren neonrosafarbenen Trikots für ihr erstes Spiel aufwärmten.

Die knallige Farbe brachte den Kindern aber keinen Vorteil, das Auftaktspiel ging verloren. Dem Dresscode am Berger Feld nicht ganz gerecht wurde der 1. SC Göttingen 05, deren Kinder in den Vereinsfarben Gelb-Schwarz aufliefen. Ansonsten waren es nur vereinzelte Torhüter oder Schiedsrichter, die beim morgendlichen Griff in den Kleiderschrank daneben gelegen haben.

Auch außerhalb der Spielfelder tauchten vereinzelt ein paar modische Ausreißer auf. Hier wurde eine Bayern München-Trinkflasche zum Mund geführt, dort lief ein Vater in einem Fortuna Düsseldorf-Sweatshirt über das Gelände. Ansonsten aber waren die Farben Blau und Weiß natürlich drückend überlegen, so auch beim Betreuer der Kids vom TuS Ennepetal. Der hatte die Trainingsjacke seines blauen TuS-Trainingsanzugs geöffnet, darunter prangte das Trikot des S04 auf der Brust.

Oberschulte-Beckmann moderiert

Als seine Mannschaft ihren ersten Treffer erzielte, sprang er kurz aufs Spielfeld, ballte jubelnd die Faust. Generell nahmen natürlich die Kinder, aber auch Trainer und Eltern dieses Turnier im Großteil doch sehr ernst. Wild gestikulierte der ein oder andere Coach herum. „Am schlimmsten“, so sagte Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann, der zusammen mit Chris den Tag moderierte, seien aber „die Väter.“

Und siehe da, keine zehn Minuten nach dieser Aussage stand der hier besagte Vater am Spielfeldrand und gab seinem Sohn eine Art Privatcoaching. Das blieb aber die Ausnahme, vor allem fielen Eltern und Großeltern durch lautes Klatschen und Anfeuern auf. „Ich finde es toll, dass die ganze Familie, mit Oma, mit Opa, hier vor Ort ist und Spaß hat“, sagte Stefanie Thiele, Leiterin der Knappenkids.

Mit Beginn der K.O.-Spiele leerte sich das Gelände langsam. Nach und nach schieden die Mannschaften aus, für die Hüpfburg nebenan war im Viertelfinale Schluss, ihr wurde die Luft genommen. Von Spiel zu Spiel wurde es nun ernster, der Turniersieg war immer greifbarer. Besonders emotional wurde es auf Platz sechs, als die Sportfreunde Königshardt den Ausgleich erzielten. Der Torschütze drehte ab, zog sich das Trikot vom Leib und präsentierte beide Fäuste ballend sein dunkelblau-grün-gestreiftes Unterhemd. Ein Jubel, wie man ihn auf Schalke lange nicht mehr gesehen hat.

Spannend war es auch nebenan auf Platz vier, den die Moderatoren aufgrund der zentralen Lage liebevoll „Centre Court“ getauft hatten. Und während Jungs aus Langenbochum dort denkbar knapp im Siebenmeterschießen scheiterten, feierte die Rumänin Simona Halep auf dem Original „Centre Court“ in London ihren ersten Wimbledon-Titel. Für so etwas hatten die Kinder aber keine Ohren, schließlich sind Tennisbälle viel zu klein. Und gelb.

Während die Spielfelder hinter dem „Centre Court“ schon abgebaut wurden, wurde es auf den vorderen richtig ernst. Die Champions League-Hymne ertönte, und dann ging es los mit den Finals in den drei Altersklassen. Am Ende setzten sich Noah & Friends, die Rotthauser Löwen und die Soccer Academy Peter Peschel durch. Am ausgiebigsten bejubelten die Löwen ihren Sieg, die sich im Kreis hüpfend dafür feierten, dass sie wie Sieger aussehen. Das taten sie auch bei der Siegerehrung noch. Obwohl der Himmel kurzzeitig für nassen Konfettiersatz sorgte.

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