Jugendfußball

Nach Abbruch: Dritte Halbzeit steigt vor der Spruchkammer

Der Schiedsrichter musste beim A-Jugendspieler zwischen Schwerin und der SSV Buer zweimal Rot ziehen - und brach die Partie dann ab.

Der Schiedsrichter musste beim A-Jugendspieler zwischen Schwerin und der SSV Buer zweimal Rot ziehen - und brach die Partie dann ab.

Foto: Foto: Socrates Tassos

Gelsenkirchen.  Das A-Jugend-Meisterschaftsspiel der SSV Buer bei BG Schwerin wurde abgebrochen. Die Punkte für Buer gibt es wohl am grünen Tisch.

Als es richtig rund ging, war Christoph Schaumberg im Gebüsch. Was er da machte? „Ich habe einen Ball gesucht“, sagt der Jugendleiter von Blau-Gelb Schwerin. Schaumberg sah aus „rund 80 Metern Entfernung“ wie sich Schweriner A-Jugend-Spieler mit Kontrahenten der SSV Buer in die Haare bekamen. Und wie die Angelegenheit immer mehr hochkochte.

Schiedsrichter Yannik Theis brach das Bezirksliga-Spiel auf der Sportanlage am Grafweg kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit ab. Buer führte zu diesem Zeitpunkt 3:1. Theis sah die Sicherheit nicht mehr gewährleistet, nachdem er in der 81. Minute zwei Schweriner Spieler mit Rot vom Platz gestellt hatte. Es kam zu Beschimpfungen und Beleidigungen. Schweriner Spieler-Eltern wirkten beruhigend ein und versuchten, die aufgeheizte Stimmung abzukühlen. Carsten Weber, Jugendvorstand der SSV Buer: „Es sind wohl rund 15 bis 20 Leute auf dem Platz gewesen. Nachdem sich alles etwas beruhigt hatte, kamen Schweriner Spieler-Eltern auf unseren Trainer zu und haben sich für das Verhalten der aggressiven Spieler entschuldigt. Im Fußball kann es durchaus emotional zugehen, aber es sollte alles im Rahmen bleiben. Wichtig ist, dass man sich nach Abpfiff in die Augen blicken kann.“ Weber schiebt nach: „Man sieht sich bekanntlich immer zweimal.“

BG Schwerin trennt sich von Spieler

Blau-Gelb Schwerin hat das Fehlverhalten einiger A-Jugendspieler eingesehen und bereits erste Konsequenzen gezogen. Einer der Rotsünder, der bei früheren Vereinen bereits als „schwieriger Charakter“ galt und in Schwerin eigentlich auf einen Neustart gehofft hatte, musste bereits seine Sachen packen. Der Nachwuchsspieler wird nicht mehr für die Castroper auflaufen. Christian Schaumberg stellt gegenüber der WAZ fest: „Der betreffende Spieler hat zum allerersten Mal für uns von Beginn an gespielt. Das Thema hat sich jetzt für uns erledigt. Wir haben ihm unmissverständlich gesagt, dass er nicht mehr wiederkommen muss.“

Aus Sicht des Schweriner Jugendleiters „sind einigen Halbwüchsigen die Sicherungen durchgebrannt.“ Schaumberg: „Um es mal so auszudrücken: Da hatten einige Heranwachsende eine richtig große Klappe, ein Wort wechselte das andere, es ging hin und her. Normalerweise müsste es dann irgendwann auch gut sein, aber in dem Fall hat sich das Ganze immer weiter hochgeschaukelt. Der Schiedsrichter hätte eigentlich viermal Rot zeigen müssen.“ Allerdings nicht nur für die Blau-Gelben. Bei der SSV Buer legt man jedoch großen Wert darauf, dass der Fairplay-Gedanke im Vordergrund steht. „Unsere Spieler sind da von kleinauf geimpft. Wir haben klare Regeln, die alle mit an die Hand bekommen“, sagt Jugendvorstand Carsten Weber, „wenn jemand während des Spiels diskutiert, dann ist das maximal der Trainer.“

Nach dem Abbruch wird die Partie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit mit 2:0 für die SSV Buer gewertet. Der Schiedsrichter hat einen Sonderbericht verfasst, aus dem klar hervorgeht, dass die Aggression von Schwerin ausging – und deswegen der Abbruch erfolgte. „Es kann bis zu zehn Tage dauern, bevor es zur Spruchkammer-Verhandlung kommt. Wir werden dort mit mehreren Leuten als Zeugen aussagen müssen“, so Weber. Und wie ist das Verhältnis zu Schwerin? Weber: „Es gab vorher nie Probleme. Durch die Entschuldigung der Schweriner Eltern hängt da nichts nach.“

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