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 Schalkes Fröhling verrät, was er beim BVB super findet 

Doppeltes Glück: Nach dem 5:1 im Regionalliga-Revierderby bei der U 23 von Borussia Dortmund freute sich Schalkes U-23-Trainer Torsten Fröhling nicht nur über den Sieg.

Doppeltes Glück: Nach dem 5:1 im Regionalliga-Revierderby bei der U 23 von Borussia Dortmund freute sich Schalkes U-23-Trainer Torsten Fröhling nicht nur über den Sieg.

Foto: Thorsten Tillmann

Dortmund.  Torsten Fröhling, dem Trainer der Schalker U-23-Fußballer, hat am Samstag nicht nur der 5:1-Sieg im Regionalliga-Revierderby beim BVB geschmeckt.

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Wer am Samstagnachmittag so kurz nach 16 Uhr darauf gewettet hätte, Torsten Fröhling sei der glücklichste Mensch im Stadion Rote Erde, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht verloren. Das Lächeln wollte aus dem Gesicht des Trainers der U-23-Fußballer des FC Schalke 04 gar nicht mehr verschwinden. Und er verriet dann auch, dass er nicht nur wegen des 5:1 (0:1)-Sieges seiner Mannschaft im Regionalliga-Revierderby beim U-23-Team von Borussia Dortmund so strahlte, sondern auch wegen der Mettbrötchen, die er bereits am Mittwoch beim 0:3 der U 23 des BVB gegen Alemannia Aachen kennengelernt hatte. „Die sind echt super“, sagte Torsten Fröhling.

Und weil die zweite Halbzeit der königsblauen U 23 so klasse war, haken wir die erste auch schnell ab, in der Dortmund dank Chris Führich, der Schalkes Keeper Sören Ahlers nach einem Konter aus spitzem Winkel getunnelt hatte, mit 1:0 in Führung gegangen war. Die Leistung seines Teams im ersten Abschnitt sei ordentlich gewesen, und er habe auch ein paar Chancen gesehen, meinte Torsten Fröhling. Andere fanden es eher langweilig, was sich da so auf dem Rasen abgespielt hatte.

382 Zuschauer im Stadion Rote Erde

Also: Kommen wir zur zweiten Halbzeit. „Das war eine Leistungssteigerung“, sagte Torsten Fröhling und untertrieb damit sogar. Seine U-23-Fußballer, zu denen an diesem Samstagnachmittag die Profis Jonas Carls, Fabian Reese, Nassim Boujellab und Steven Skrzybski gehörten, kamen aus der Kabine, als hätten sie in der Pause den Film von ihren U-19-Kollegen und deren grandiosem 4:0-Erfolg in Dortmund gesehen. Sie waren nun heiß darauf, diese Partie vor 382 Zuschauern zu gewinnen. Sie gingen das Projekt Revierderby-Sieger nun leidenschaftlich an – und vor allem energisch. „So stelle ich mir das von der Einstellung und vom Engagement her vor“, sagte auch Torsten Fröhling, als er gerade mal wieder auf das Tablett mit den Mettbrötchen starrte, aber noch nicht zugriff. „Ich würde mich freuen, wenn wir das in jedes Spiel reinkriegten: diese Gier und diesen Willen.“

Einen gierigen und willigen Eindruck machte ein Schalker nach dem Wechsel ganz besonders: Nassim Boujellab, dem sein Trainer möglicherweise nach Studium der bewegten Bilder auch noch das 0:1 ankreiden will. Der 20-Jährige, der sich in der ersten Halbzeit durchaus ein bisschen Trägheit und zu viel Lässigkeit hätte vorwerfen lassen können, war nun voll drin und holte innerhalb von 19 Minuten drei Scorer-Punkte, deren Ergebnis nach 70 Minuten die Schalker 3:1-Führung war.

BVB-Trainer Mik Tullberg vermisst Mentalität und Ehre

Zunächst holte Nassim Boujellab den Elfmeter heraus, den sein Profi-Kollege Fabian Reese verwandelte. Dann gelang ihm das 2:1, nachdem Rechtsverteidiger Björn Liebnau klasse nachgesetzt sowie vorbereitet hatte, und schließlich bediente er, nachdem sich BVB-Innenverteidiger Marco Rente ziemlich schusselig angestellt hatte und nicht mit seinem Torwart Jan-Pascal Reckert einig geworden war, Steven Skrzybski, der nur noch abzustauben brauchte.

Von den Schalker U-23-Fußballern kam aber noch mehr, zumal sich die Borussen nicht hinten reinstellten. „Das nehme ich auf meine Kappe“, sagte deren enttäuschter dänischer Trainer Mike Tullberg, der sich auch das Kopfball-Tor von Sandro Plechaty, das Fabian Reese mit einer präzisen Flanke vorbereitet hatte, sowie den Treffer von Berkan Firat hatte ansehen müssen. Der 33-Jährige ärgerte sich. „Du musst Mentalität und Ehre haben“, sagte er. „Du darfst nicht so untergehen. Das war in der zweiten Halbzeit viel, viel zu wenig.“ Und als Mike Tullberg im Rote-Erde-VIP-Raum zu Ende geredet hatte, passierte es endlich: Schalkes Trainer Torsten Fröhling, der unverändert grinste, packte energisch zu und nahm sich ein BVB-Mettbrötchen.

Tore: 1:0 Chris Führich (14.), 1:1 Fabian Reese (52., Foulelfmeter), 1:2 Nassim Boujellab (58.), 1:3 Steven Skrzybski (70.), 1:4 Sandro Plechaty (81.), 1:5 Berkan Firat (88.).

FC Schalke 04 U 23: Ahlers - Liebnau, Becker, Lübbers, Carls - Eggert (84. Langer) - Reese, Hofmann, Boujellab (90. Ceka), Plechaty (88. Firat) - Skrzybski (78. Fontein).

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